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Verschwörungstheorien

Verschwörung!

Was schreibt der Blog-Kollege Roman Turk da in seinem Öffnet externen Link in neuem FensterBeitrag über Barack Obama?

Der amerikanische Präsident würde über Hypnose-Kräfte verfügen?

Und wirklich: es gibt Beobachter in Amerika, die Obama verdächtigen, sein Publikum mittels der NLP-Technik (NLP = Neuro Linguistisches Programmieren) in seinen Bann zu ziehen und so seine "linken" Ideen durch zubringen.
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://johnquincy.blogspot.com/2010/04/obama-mesmerizing-voters-with-hypnotic.html
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.brutallyhonest.org/brutally_honest/2008/10/obamas-hypnotic.html

Wobei hier ja nur vermutet wird, dass Obama Techniken verwendet, die alle charismatischen "Führer" verwenden und erst durch paranoide fundamentalistische Amis eine neue Verschwörungstheorie daraus wird.

Echte Verschwörungstheorien gab es auch schon vor dem Internet:
 
zum Beispiel die "Illuminatus!-Trilogie der Autoren Robert Shea und Robert Anton Wilson, in der es um die Machtkämpfe verschiedener Geheimbünde geht, die seit Anbeginn der Welt um die Vormacht kämpfen.
Ich las die 3 Bände um 1980 und war fasziniert von dieser Drogen- und Sex-geschwängerten Parforce-Tour quer durch alle Bereiche der Verschwörungen. Ob Kennedy-Mord oder das Auge in der Pyramide auf dem amerikanischen Dollar-Schein, ob Freimaurer oder Timothy Leary - alle damals bekannten obskuren Themen werden in diesen Bücher verarbeitet.
Bis heute wirken sie nach, in Fernseh-Serien wie "Akte X" oder in den Büchern von Dan Brown (Illuminati) oder Kino-Filmen wie "Matrix".

Das Internet hat bewirkt, dass sich Verschwörungstheorien viel schneller und global verbreiten.
Was wussten wir 1990 (also Vor-Internet) über Ufos?
Doch nur das, was man selten genug in Zeitschriften, Radio-Sendungen oder im Fernsehen aufschnappte.
Oder was ausgeflippte Freunde in der Szene bei Jasmin-Tee und Räucherstäbchenduft erzählten.

Ich hatte selber mal ein "Encounter" mit Außerirdischen, 1978 auf der Mittelmeer-Insel Formentera.
Ich lebte dort den Sommer über am süd-östlichen Ende der Insel, am Fuße der einzigen Erhebung "La Mola", fernab von der Zivilisation.
Wir waren eine Gruppe junger spirituell Suchender, Deutsche, Kanadier, ein Israeli, 2 Däninnen, eine Österreicherin und "Flip", unser Wachhund. Wir verbrachten die Tage mit Meditation und Wachen auf einem "Sentry-Stein" mit Blick aufs Meer Richtung Afrika. Nachts saßen wir um ein offenes Feuer herum, tranken Tee aus selbst gesammelten Kräutern und teilten das Wissen unserer Lehrer und Gurus.
Einmal in der Woche wanderten wir den Berg hinauf in den nächsten Ort, um Nahrung und vor allem Süßwasser zu kaufen. Oben gönnten wir uns dann den seltenen Genuß eines Milch-Kaffees und eines Riegels Schokolade, bevor wir uns wieder auf den 3-stündigen Fußweg in unsere Einöde machten.

Hier ein Auszug aus meinem Tagebuch:
"Als ich mich vom Siesta-Schlaf in meiner Meeresbucht erhob, sah ich gerade noch, wie 2 Personen mit Rucksäcken von Jeremys Hütte weggingen. Jeremy und Robi erzählten, es seien ein Mädchen und ein Junge gewesen, die französisch und ein wenig englisch sprachen ("a few, but very precise, you know?").
Weder Robi und Jeremy noch Robis Hund Flip hatten ihr Kommen bemerkt, bis sie mitten im Tal vor Jeremys Hütte standen.
Der Typ fragte, "if it was possible to pass here" und Jeremy bat die beiden, ein wenig zu verweilen und sich zu setzen ("they were very strong").
Und dann gings ab: die beiden erzählten sehr detailliert vom Leben auf anderen Planeten und dass überall im Universum intelligentes Leben existiert. Besucher kommen auf die Erde und die Botschaft breitet sich wie eine Religion schnell aus. In Frankreich sei grad einer der Außerirdischen und nehme Kontakt zur Regierung auf. Hier in der Gegend sei ein "Spaceship" gelandet - diese Nachricht hätten sie während ihres Urlaubs auf Formentera von französischen Freunden erhalten. Deshalb würden sie jetzt über die Insel wandern und Kontakt suchen. Eine neue Ära im menschlichen Bewusstsein würde anbrechen.

Jeremy bat die beiden, eine Nacht zu bleiben - doch sie brachen sofort wieder auf, sehr bestimmt. ("they were messengers, and messengers have a task and an aim, they are not allowed to hang around or wait...")

Die beiden Däninnen, Susanna und Anedda waren oben im Dorf gewesen, Wasser & Food holen und wir freuten uns schon darauf, ihnen diese Story zu erzählen ("that will be too much for them...").
Als die beiden dann zum Strand herunterkamen und wir alle ums Feuer saßen, fing Jeremy an: "we had a meeting here today..." und Anedda guckte ihn an und meinte wie selbstverständlich: "People from Mars?"
Uff!
Sie hatten auf dem Rückweg Schritte gehört, aber nicht auf dem Weg sondern im Gebüsch, da wo man vor Macchia und Olivengestrüpp eigentlich nicht laufen kann. Zuerst dachten sie, wir würden ihnen entgegenkommen, denn sie hatten die großen Wasserkanister zu schleppen.
Dann rief jemand nach ihnen und als sie inne hielten und still waren, konnten sie zwar nichts sehen, hörten aber ganz in ihrer Nähe Geraschel und Fußtritte von GROSSEN FÜSSEN und schließlich Stimmen, die versuchten, menschliche Worte und Sätze zu bilden, in die sich aber zwischendurch eindeutig animalische Laute mischten."

Puh!

Viele Jahre später, als das Internet solche Recherchen ermöglichte, fand ich heraus, dass 1973 der Franzose Claude Vorilhon behauptete, beim Joggen in den Bergen bei Clermont-Ferrand von Aliens in ihren UFOs eingefangen worden zu sein. Laut seinen Aussagen diktierten sie ihm dabei eine Art "neue Bibel". Vorilhon gründete daraufhin die RAEL-Sekte, die heute über 30.000 Mitglieder in rund 85 Ländern zählt.
Es scheint, dass wir damals Kontakt zu solchen Raelianern (RAliens?) gehabt haben.

Aber zurück zum eigentlichen Thema, den Verschwörungstheorien.

- Wurde die erste Mondlandung 1969 nur von der NASA vorgetäuscht?
Mir erscheint es am wahrscheinlichsten, dass die Amerikaner zwar real gelandet sind - aber "gefakte" Bild- und Filmdokumente vorbereitet hatten (durch den erfahrenen Regisseur Stanley Kubrick) um im Falle eines Versagens der Mond-Mission keine Schlappe gegenüber den Russen zu erleiden. Deswegen existierten Fotos und Filmmaterial, auf denen die Schatten der Studio-Beleuchtung auf dem Mond nicht stimmen, Flaggen im luftleeren Raum wehen, Markierungskreuze VOR den Objekten im Bild sind - alles das gefälschte Material, das nie an die Öffentlichkeit hätte dringen sollen.

- das Patent für die Glühbirne, die ewig hält und im Stahlschrank einer Leuchtstoffmittel-Firma weggeschlossen wurde, weil das ja deren Profit mindern würde?
Traue ich der Industrie durchaus zu, ähnlich wie der Nicht-Einsatz eines Keramik-Motors, der ohne Öle und Fette auskommt oder andere unterdrückte Erfindungen.

- AIDS in amerikanischen Labors entwickelt um Schwule und Junkies auszurotten?
so böse und bewusst wohl nicht, aber ich sah eine Fernseh-Dokumentation "Der Ursprung von AIDS" (die seltsamerweise immer nur mitten in der Nacht gezeigt wird - neue Verschwörungstheorie meines Freundes Bernhard)
in der gezeigt wird, dass AIDS durch einen Polio-Impfstoff verbreitet wurde. An den Orten in Afrika, in denen AIDS zuerst auftrat, wurde Jahre zuvor eine Impf-Kampagne gegen Polio (Kinderlähmung) durchgeführt. Der Schluckimpfstoff wurde von einem Labor aus Kostengründen aus Schimpansengewebe hergestellt und bei Schimpansen fand man auch das SI-Virus, das nahezu identisch mit dem HI-Virus ist.

- Paul McCartney sei tot und wurde durch einen Doppelgänger ersetzt,
denn auf dem Cover des Albums "Sgt. Pepper" trägt er einen Aufnäher mit der Aufschrift "OPD", was ein kanadisches Akronym für "officially pronounced dead" ist. Der auch auf dem Cover abgebildete VW-Käfer trägt außerdem das Nummernschild "28 IF": exakt das Alter, das McCartney erreicht hätte, wäre er noch am Leben gewesen.
Zu dieser Theorie gibt es hunderte schräge Details mehr - da sieht man, wie anziehend und unterhaltsam Verschwörungstheorien sein können!

- womit wir bei Klub der 27 sind, meiner persönlichen Lieblings-Verschwörungs-Theorie:
eine Gruppe von Rockmusikern, die alle im Alter von 27 Jahren "verstarben" um in Ruhe ihr Leben ohne Medienrummel weiterleben zu können.
Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrisson und Kurt Cobain leben also glücklich und vergnügt auf einer Südsee-Insel. Fernab vom Alltag und finanziert von den immer während fließenden Einnahmen ihrer Musik.
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://de.wikipedia.org/wiki/Klub_27

- und für mich die absurdeste Theorie: Bill Gates ist der Teufel,
denn korrekt heißt er William Henry Gates III. Wandelt man die Buchstaben seines Namens in ASCII- Werte um, erhält man folgendes: B 66 - I 73 - L 76 - L 76 - G 71 - A 65 - T 84 - E 69 - S 83 + 3 = 666.
Und die 666 ist ja - wie jedem fortgeschrittenen Verschwörungstheoretiker bekannt - die Ziffer und das Zeichen des Teufels.

In diesem Sinne: gute Nacht!



Wolfgang KurtzWolfgang Kurtz
ist Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem   Fensterkpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.

Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.

Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein. 

way-back-machine

Take me back...

Logo der WayBackMachineIm Internet gibt es mythische Orte.

So wie wir über Kindheitsfotos in alten Fotoalben staunen,
ein wohliger Schauer uns bei Funden auf dem Dachboden durchrieselt
oder wir uns in Museen über alte Schätze und Kunstwerke freuen, so gibt es mittlerweile auch digitale Schatzkisten im weltweiten Netz.

Die WayBackMachine ist ein gemeinnütziges Projekt, das seit 1996 Momentaufnahmen von Webseiten speichert und öffentlich zugänglich archiviert.

Startseite der WayBackMachine
Jeder kann unter der Adresse Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.archive.org/
eine beliebige Internet-Adresse (URL) eingeben - und sieht Schnappschüsse dieser WebSites aus den vergangenen Jahren.

heuschrecke.com im Archiv der WayBackMachineSo sind für die WebSite www.heuschrecke.com zum Beispiel 223 Zustände seit dem 04. Februar 1998 gespeichert -
12 Jahre alte Internet-Seiten, die uns eine kleine Zeitreise in die Anfänge deutschen Webdesigns machen lassen.
Und nicht nur die Texte sind für die Ewigkeit archiviert, wenn man ein wenig länger wartet, kommen auch die Bilder, Buttons  und Hintergründe der Seiten.

Das wird auf Anforderung von den gigantischen Speichern des Archivs in San Francisco geholt, wo mittlerweile mehr als 150 Milliarden Seiten gesichert sind.
Unglaubliche Schätze oft längst versunkener Königreiche...


heuschrecke.com im Jahre 1996Versuchen Sie es doch mal mit Ihrer Internet-Adresse!


Eine Sammlung der ältesten Websites findet man unter: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://web.archive.org/collections/pioneers.html

Die WayBackMachine wird durchschnittlich täglich von 150.000 Nutzern besucht und wächst seit 1996 um monatlich geschätzte 100 Terabyte an.

Seit dem Sommer 2008 sind leider keine neuen Momentaufnahmen mehr dazugekommen - niemand weiß warum.
Mythen oder doch Mysterien des Internets...



Wolfgang KurtzWolfgang Kurtz
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Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.

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Tags: waybackmachine, internet, geschichte, heuschrecke, website, nachrichten, all
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Der Mond im Gasometer

Gas-O-Meter

Der GasometerHaben Sie sich schon einmal gewünscht, dem Mond, unserem nächsten himmlischen Begleiter, so richtig nah zu sein?
Wie ein Apollo-Astronaut die von Kratern übersäte Oberfläche aus der Nähe zu sehen?

Mein heutiger Tipp bringt Sie dem Erdtrabanten "Luna" ganz nah:
in der Ruhrgebiets-Stadt Oberhausen hängt der größte Mond auf Erden in einem alten Gasometer.
Tolle Idee: eine Ballonfabrik erhielt den Auftrag, einen riesigen Ballon mit 25 Metern Durchmesser herzustellen und mit hoch aufgelösten Mondkarten zu bedrucken.

Der Mond über OberhausenDieser künstliche Mond schwebt nur wenige Meter über den Köpfen der Besucher in dem beeindruckenden dunklen Innenraum von Europas größtem Scheibengasometer, einem Industriedenkmal aus den 1920ger Jahren.

Für mich war das Gefühl des Mondes direkt über mir dermaßen beeindruckend, dass ich fast 15 Minuten brauchte, ehe ich aufschauen konnte. Mein Hirn weigerte sich, diesen riesigen nahen Mond über mir zu akzeptieren. Erst nach und nach konnte ich seine Ränder im Blick zulassen und schließlich den künstlichen Mond in der Gesamtheit anschauen.

SatellitUnd dann natürlich fotografieren. Mit meiner Nikon D90, Stativ und langer Belichtungszeit, da der Raum wirklich dunkel ist und der Mond so angestrahlt wird, dass die Mondphasen simuliert werden.

TicketDie Ausstellung "Sternstunden - Wunder des Sonnensystems" läuft noch bis 30. Dezember 2010 im Gasometer Oberhausen, Dienstags bis Sonntags von 10 - 18 Uhr zu einem sehr moderaten Eintrittspreis von 7 Euro.

Das Modell der SonneNeben dem Mondballon gibt es im Erdgeschoß des Gasometers Modelle der Sonne und aller Planeten und viele Exponate des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), so zum Beispiel Sonden, Mars-Rover, historische astronomische Gerätschaften und interessante Fotos.

Eine sehenswerte Ausstellung, in der man staunend und erfüllt viele Stunden verbringen kann...
Mehr Infos unter Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.gasometer.de/



Wolfgang KurtzWolfgang Kurtz
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Tags: all, mond, gasometer, fotos
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Lichtverschmutzung stoppt Nachrichten aus dem All

Lichtverschmutzung

Die MilchstrasseEins der beeindruckensten Erlebnisse meiner Kindheit war, in einer lauen Sommernacht auf der Wiese vor dem Haus meiner Eltern zu liegen und in den Sternenhimmel zu schauen.

Millionen und Milliarden von Lichtpunkten, von denen ich als begeisterter 14-jähriger Science-Fiction Leser wusste, dass es sich bei jedem "Stern" um eine Sonne mit eigener Farbe, Größe und Alter handelte. Die Vorstellung, viele dieser Fixsterne könnten eigene Planetensysteme haben und auf einigen dieser Planeten sei vielleicht intelligentes Leben (im Gegensatz zur Erde) entstanden, war immer erhebend und brachte meine Phantasie auf Touren.

Der Anblick der funkelnden Sterne verband mich mit den alten Griechen, die viele der Sternbilder mit magischen Namen wie "Plejaden" oder "Orion" benannt hatten und den arabischen Völkern, von denen so schöne Sternen-Namen wie "Aldebaran" oder "Algol" stammten.
Wenn ich lange genug auf der duftenden Erde lag und in die Sterne schaute, hatte ich das Gefühl, ich könnte von der Oberfläche unseres Planeten in das Meer der Sterne fallen.
Der Blick ins All stellte auch die wahren Relationen klar: wie klein und nichtig unsere irdischen Sorgen waren.
Und wie überheblich wir Menschen uns ins Zentrum stellten.

Mit 19 Jahren reiste ich mit Freunden im VW-Bus durch Griechenland.
Auf dem Peloponnes konnten wir abends die griechischen Landschildkröten durch den Sumpf kriechen hören und nachts in den Schlafsäcken sahen wir eine Myriade funkelnder Sterne auf tiefschwarzer Ewigkeit und das Band der Milchstraße, unserer Galaxis. Ich konnte mich kaum sattsehen und schlief entrückt mit dem Blick auf die Sterne ein.
Nächsten Monat werde ich 53 Jahre alt (unglaublich...) und seit 30 Jahren habe ich keinen so beeindruckenden Sternenhimmel mehr gesehen. Ein Leben in der Großstadt Köln und Urlaube an Hollands Stränden verhinderten den
Blick auf die Sterne.
Öffnet externen Link in neuem FensterLichtverschmutzungIn unseren modernen Ballungsgebieten wird es nicht mehr dunkel genug um viele Sterne sehen können. Straßen werden beleuchtet, Autobahnen werden nachts erhellt. Das ist zwar gut für das Sicherheitsgefühl der Bürger - aber der Bezug der Menschen zum All geht verloren.
Das Problem nennt sich "Lichtverschmutzung" und ist seit Jahren Thema unter Astronomen. Die größten Verursacher sind Großstädte und Industrieanlagen, aber auch angestrahlte Gebäude oder Scheinwerfer für Werbezwecke. The City never sleeps...
Hier ein Vergleichsbild zwischen dem Sternenhimmel auf dem Lande und in einer Stadt mit einer halben Million Einwohner (Autor: Jeremy Stanley)    Bitte klicken:

Es wurden Karten erstellt, die zeigen, dass es in den Industrie-Nationen kaum noch dunkel wird.

Hier ein Link zu einer Licht-Karte Deutschlands Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.ajoma.de/assets/images/Lichtverschutzung%20Deutschland.jpg

Öffnet externen Link in neuem FensterWeltkarte LichtverschmutzungHier eine Karte. die die Lichtverschmutzung der gesamten Erde zeigt: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/61/Flat_earth_night.png

Beim Betrachten der Karten wird klar, dass in wenigen Jahren den Menschen in den Städten der Blick zu den Sternen verloren gehen wird. Wir schauen nicht mehr nach oben.
Kinder werden Begriffe wie "Milchstraße" nur noch aus Erzählungen kennen...

Dabei gibt es einige Ansätze, die Situation zu verändern: es werden Straßenbeleuchtungen entwickelt, die das Licht nur nach unten abstrahlen. Beleuchtete Autobahnen werden in der Wirtschaftskrise eh als zu teuer abgeschafft und es gibt erste Projekte, dass Strassenlaternen sich nur bei Annäherung, quasi nur bei Bedarf, einschalten. Dann würde hinter uns nachts automatisch wieder das Licht ausgemacht.

Ich habe mir für diesen Sommer schon den Ort ausgeguckt, an dem es in meiner Nähe am Dunkelsten ist und mir vorgenommen, mit Schlafsack und Astronomie-Software auf meinem Smartphone dort hin zu fahren. Und mal wieder das leuchtende Band der Milchstraße zu sehen.



Wolfgang KurtzWolfgang Kurtz
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Tags: lichtverschmutzung, science-fiction, milchstraße, sterne
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Buchbesprechung "Limit"

Über Limit

Buchcover So, jetzt hab ich ihn endlich durchgelesen: den neuen "Schätzing", das Buch "Limit" des Kölner Autors Frank Schätzing.
Auf die 1300 Seiten hatte ich mich schon  gefreut, weil sein letztes Buch "Der Schwarm"  leicht lesbare Unterhaltung mit Öko-Touch bot. Interessant recherchierte Infos zu Ölbohrungen und Wal-Tourismus.

Und weil "Limit" ein Science-Fiction Roman ist. Mit einer Reise zum Mond, wo im Jahr 2025 das wertvolle Helium-3 abgebaut wird, welches alle Energie-Probleme der alten Erde lösen kann.

Aber der Autor hat's in meinen Augen leider vergeigt.
Er hat nach den Sternen gegriffen und ist auf der Nase gelandet:
1300 Seiten für eine Story, für die 400 Seiten völlig ausgereicht hätten.
Schätzing hat emsig Wissen gesammelt - und doziert seitenlang über afrikanische Kolonialgeschichte und prahlt mit seinen wissenschaftlichen Kontakten.
Da wird einem dann zwischendurch die Zeit lang und man ist versucht, viele Seiten "zu überfliegen". Im Buch kommen 72 Protagonisten vor, deren Zeichnung man sich nicht merken kann und mit denen man sich dadurch auch nicht verbunden fühlt. Schätzing gab mir das Gefühl, so zu schreiben, dass der Stoff leicht verfilmt werden kann. Alles wirkt zu filmisch und konstruiert, ich hatte das Gefühl, einige Ansichten schon in anderen SF-Filmen gesehen zu haben. Warum dann das Buch lesen?

Schätzing hat selbst mal zum "Schwarm" gesagt, er schreibe Bücher, weil er keine Filme drehen kann, und wurde der "Roland Emmerich der deutschen Literatur" genannt.
Das passt um so besser, da Roland Emmerich auch mit seinem aktuellen Film "2012" wieder eine weitere Fassung der immer gleichen Geschichte ablieferte: ich kann diese Szenen von riesigen Wellen, die nach New York herein fluten und einstürzenden Hochhäusern nicht mehr sehen.
Emmerich kommt mir ideenlos vor, da er auf der sicheren Seite des einmal erreichten Erfolges bleibt und nicht mutig Neues entwickelt, wie zum Beispiel James Cameron, der mit seinem epochalen "Avatar" gerade das Kino auf ein neues Level hebt. Roland Emmerich hat seinen schöpferische Zenit überschritten.

Auch Schätzing bleibt beim einmal erfolgreichen Konzept, erweitert nur den Umfang an Seiten, die Menge der Darsteller und die zurückgelegten Entfernungen, und kommt dabei an sein persönliches "Limit".
Sicher, er hat eine Menge Spass dabei, seine Liebe zur Science Fiction durch Benennung von Raumschiffen mit SF-Autoren-Namen zu zeigen. Oder einen Hauptakteur als Star in einem "Perry-Rhodan"-Kinofilm zu beschreiben (und damit zuzugeben, dass auch er, gleichaltrig mit mir, diese Groschenheft-SF als Jugendlicher verschlungen hat). Witzig fand ich auch, dass David Bowie als Rock-Greis im Roman auftritt und die Teenie-Band "Tokio Hotel" als gereifter Teil einer möglichen (brrr...) Zukunft beschrieben wird.
Gute Beschreibungen wie etwa der Aufzug zur Raumstation oder der Helium-3-Abbau auf dem Mond werden dozierend und lehrerhaft vorgetragen. Da hat jemand 2 Jahre lang allzu fleissig Informationen gesammelt und muss mir diesen Wust 1300 Seiten lang vortragen. Richtig ärgerlich bei all dem Dozententum sind dann sprachliche Mängel (wenn etwa der Bezug in einem Relativ-Satz nicht stimmt) oder flache Formulierungen, sprachliche Tiefflüge in den Dialogen.

Ich war froh, als ich durch war und bin jetzt wieder frei für wirklich gute Bücher.
Schätzing hat diesmal den Bogen überspannt. Und mich als geneigten Leser verloren.



Wolfgang KurtzWolfgang Kurtz
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Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein. 

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Tags: limit, schätzing, buchbesprechung, rezension, science fiction
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