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Taikonauten

Chinas langer Marsch ins All

Wer hat als erster den Mond erreicht?

Nein, nicht die Schweizer - die Amerikaner waren es!
Ich habe noch irgendwo die vergilbte Tageszeitung mit den Sonderseiten zur ersten Mondlandung am 21. Juli 1969. Die habe ich als 12-jähriger für die Ewigkeit aufgehoben.

Foto: NASA, Public DomainWer war die weltraummäßig fortschrittlichste Nation der letzten 50 Jahre?
Na, die Amis natürlich - mit Voyager-Sonden, dem Apollo-Mondflug-Programm und dem Spacelab-Weltraumlabor.
Sicher, die Russen versuchten mitzuhalten, waren aber seit Apollo 11 immer die Zweiten. Solide Technik - aber weniger elegant und nie ganz vorne.

Das Bild der Weltraumfahrt hat sich in den letzten Jahren entscheidend geändert:

Amerika hatte das Raumfahrtprogramm deutlich heruntergefahren, nachdem die Vorherrschaft im All entschieden war und sich mehr auf die Sicherung irdischer Boden-Schätze durch (Öl-)Kriege und feindliche Übernahmen konzentriert.
Am 21. Juli 2011, exakt zum 42. Geburtstag der ersten Mondlandung kehrte das letzte amerikanische Space-Shuttle "Atlantis" - nach 30 Jahren Einsatz - zur Erde zurück und beendete die Ära dieser wiederverwendbaren Raumfähren.

Die Russen hatten schon seit einigen Jahren verstärkt die Botendienste übernommen und mit ihren zuverlässigen Sojus-Raketen Satelliten und Menschen ins All gebracht.
Auch amerikanische Astronauten nutzten die Space-Taxi-Dienste der ehemaligen Konkurrenten.
Leider sind in den letzten Jahren einige russische Missionen buchstäblich "ins Wasser gefallen":
im Dezember 2010 eine "Proton"-Rakete mit 3 Satelliten, im August 2011 stürzte eine Sojus-Rakete mit dem Versorgungsraumschiff Progress ab. Die bemannten Flüge zur Internationalen Raumstation ISS mussten daraufhin zwei Monate lang ausgesetzt werden.
Im Dezember 2011 eine Rakete mit 18 Satelliten an Bord nach nur 7 Minuten Flugzeit und am Sonntag, 15.1.2012 stürzten Teile der im November 2011 verlorenen Marssonde "Phobos-Grunt" zurück auf die Erde.  
Insgesamt missglückten 2011 fünf verschiedene Starts. Keine gute Entwicklung bei der russischen Weltraumagentur "Roskosmos".

Und hier kommen die neuesten "Shooting-Stars" am Himmel:
Neben den amerikanischen "Astronauten" und den russischen "Kosmonauten" streben jetzt auch erstmals chinesische "Taikonauten" gen Himmel.
Und das ziemlich flott und erfolgreich!

Ausgehend von einer russischen Sojus-Kapsel entwickelten die Chinesen zu Beginn unseres neuen Jahrtausends eigene Raumschiffe der "Shenzou-Reihe".
Am 15.10.2003 startete der 1. bemannte chinesische Raumflug vom Raumfahrtzentrum Jiuquan aus, um die Erde zu umkreisen. An Bord der Shenzhou V befand sich als einziger Pilot der ehrenwerte Yang Liwei. Sein Flug dauerte 21 Stunden und 23 Minuten und endete planmäßig mit einer Landung am Fallschirm auf dem harten Boden der Wüste Gobi. Die Volksrepublik China war damit in die kleine Gruppe der weltraumfahrenden Nationen aufgenommen.

Es folgten die Shenzou VI fast genau zwei Jahre später (Oktober 2005) mit schon 2 "Taikonauten" an Bord, die über 4 Tage in der Erdumlaufbahn blieben.
Im September 2008 die Shenzou VII mit 3 Mann Besatzung und dem ersten "Weltraumspaziergang" der Chinesen, ganze 22 Meter am Seil und in einem Raumanzug aus eigener, chinesischer Produktion.
Dann die Shenzou 8 - ein unbemannter Flug, in dem China das Ankoppeln an die erste eigene Raumstation "Tiangong 1" (gestartet 29.09.2011) erfolgreich testete.

Im Juni 2012 soll der 4. bemannte Raumflug Chinas mit der Shenzou IX folgen.

Das geht also recht flott voran und so wie es aussieht, wird die Zukunft im All eher chinesisch sprechen als amerikanisch oder russisch. Wobei sich China allerdings deutlich an geschichtliche Traditionen hält: Der Begriff "Taikonauten" verbindet die chinesischen Silben für "sehr groß" und "Himmel, Leere" mit dem griechischen "nautos" für Seefahrer.  Dadurch sind die 3 Begriffe "Astronaut, "Kosmonaut" und eben "Taikonaut" übereinstimmend, sowohl in der Bedeutung als auch in der Form.

Und nicht nur Traditionen aus der Geschichte der vorherigen Weltenraum-Bezwinger sondern auch Traditionen des "großen Vorsitzenden" Mao Ze Dong werden gewürdigt: "Langer Marsch" (Chang Zheng, abgekürzt CZ), ist der Sammelname der chinesischen Trägerraketen, die für die "Shenzou"-Missionen verwendet werden und ist benannt nach dem zentralen Heldenmythos der Kommunistischen Partei Chinas.
Auf diesem „langen Marsch“ legte Mao innerhalb von 370 Tagen 12.500 km zurück, eroberte mit der "Volksbefreiungsarmee" den Norden Chinas und emanzipierte den chinesischen Kommunismus von den Wurzeln des russischen Kommunismus. Der "Lange Marsch" ist den Chinesen ein Symbol für Stärke und Widerstandskraft Chinas und immer noch beliebtes Thema für Bücher und Filme.

Ausblick:
Am Raumfahrt-Programm der chinesischen Raumfahrtbehörde "CNSA" sind auch europäische Universitäten und Institute wie das Deutsche Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt.
Wissenschaftler der Universitäten Erlangen, Hohenheim, Magdeburg, Tübingen und Hamburg, Freiburg sowie der Charité Berlin entwickeln Versuche und Projekte.
Neben den sechs rein deutschen Experimenten führen die Universitäten Erlangen und Wuhan ein gemeinsames Experiment durch.

China will bis 2015 den Mond erreichen und bis 2020 Gesteinsproben und Erfahrungen dort sammeln. Bis 2024 soll dann die erste bemannte Mission erfolgen. Neben einer großen Raumstation mit mehreren Modulen im Erd-Orbit (2020) plant China eine Station auf dem Mond und denkt über Flüge zum Mars nach.

Als 13-jähriger Weltraum-Fan träumte ich davon, dereinst unseren Planeten in seiner ganzen Schönheit aus der Erdumlaufbahn zu sehen - aber ich dachte nicht, dass ich dafür chinesisch lernen sollte...   
 



Wolfgang KurtzWolfgang Kurtz

ist
Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem    FensterKpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.

Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.


Sein Faible für Computer und technisches "Spielzeug" und seinen unerschütterlichen Glauben an positive Utopien bringt er in diesen Blog ein.



 

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Tags: taikonauten, astronauten, kosmonauten, raumfahrt, china, all, shenzou, roskosmos, mondlandung
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Warum sind unsere Straßen grau?

Bestrickende Arten der Stadtverschönerung

Da ich seit einigen Jahren gerne an Wochenenden durch meine Stadt laufe und fotografiere, habe ich schon Einiges an "street art" gesehen und fotografiert.
Es gibt so vielfältige Arten, auf die jeder von uns ohne große Bauanträge und Riesen-Projekt-Budgets die Stadt verschönern kann.

Da gibt es natürlich die Urform "graffiti" - kostenlose Kunst für alle im öffentlichen Raum. In Köln gibt es großartige "Pieces" (Wandmalereien z.B. in Deutz am Tanzbrunnen oder an der Fassade des besetzten Hauses in der Ludolf-Camphausen-Straße oder in der Körnerstraße) in der Tradition der "murales" des gewichtigen mexikanischen Künstlers Diego Riviera und es gibt zum Beispiel die sehenswerten Werke des Graffiti-Künstlers "Seakone" in der Limburger Straße im Belgischen Viertel in Köln.  

Die "tags" als Sonderform der Graffitis, schnell gesprühte Zeichen die das Pseudonym des „Writers“ darstellen, im Sinne von "Ich war hier" - werden von vielen Zeitgenossen nicht verstanden und führten mit Verstärkung besorgter Hauseigentümer, Verkehrsbetriebe und Bahn zu Verfolgung und Kriminalisierung der Sprayer.

Kleinformatiger und diskreter die "Edding"-Szene mit witzigen -Zeichnungen und Sprüchen. Und die „etchings“ - in Scheiben gekratzte Zeichen und Muster, vor allem im ÖPNV.
Menschen setzen Marken.

Um dem ewigen Vorwurf der Sachbeschädigung zu entgehen, gibt es die relativ junge Form der "Kleber" (mein Blog-Beitrag hierzu: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2011/04/20/ich-kleb-dir-eine.htm) bei der die Künstler Ihre kopierten, gemalten und gezeichneten Collagen zu Hause vorbereiten und dann in schneller Aktion auf Wände, Stromkästen und Laternenpfähle kleben (letztlich gesehen: auf Keramik-Fliesen (!) vorgezeichnete Motive an Wände geklebt).
 
In Köln am Hansaring gibt es sogar einen "Schuh-Baum", dem seit einigen Jahren irgendwelche Menschen ihre Turnschuhe mit verschnürten Senkeln auf die Äste werfen.
Alles um Zeichen zu hinterlassen.

Menschen möchten den Städten ihren persönlichen Stempel aufdrücken.
Etwas was man selber verändern kann ist interessanter als etwas Fertiges, Unveränderbares. "Mach es Deins!".
Das hatte der PC (bei dem man Bauteile und Karten austauschen konnte) dem Mac voraus.
Das macht den Reiz des "Moddings" und die Schönheit von OpenSource-Software aus.
Und Lego war überhaupt absolut fantastisch, bevor diese vorgefertigten Spezial-Bausätze mit ihren blöden Spezial-Steinen auf den Markt kamen...

Jetzt habe ich eine neue Form der Stadtverschönerung gesehen, als ich mit meiner Liebsten an einem Sonntag auf einen Latte macchiato in ein kleines Cafe nach Köln-Mülheim fuhr. Um eine Straßenlaterne am "Café Jakubowski" hatte jemand einen bunten Woll-Stulpen gestrickt!
Und da Evelyn selber gerne strickt und momentan endlos warme Woll-Socken produziert, fanden wir das witzig und toll.
Wer strickt für Laternenpfähle und Poller in der Stadt?

Wenige Wochen später machte mich mein Kollege Thomas darauf aufmerksam, dass vor der Kölner Agneskirche an allen 4 Kreuzungsecken "Strick-Art" im öffentlichen Raum ausgestellt ist. Wir hatten vorher über diese neue Form der Straßen-Kunst gesprochen.

Und mit ein wenig googlen erfahre ich, dass dieses Phänomen weltweit existiert und auch nicht so ganz neu ist:

Magda Sayeg, eine amerikanische Strick-Künstlerin, gründete 2005 in Texas eine "Knit-Grafitty"-Gruppe mit dem Namen „Knitta, please“ und gilt als die Erfinderin der Kunstform.
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.magdasayeg.com/about.html
Magda's Blog mit sehr schönen Bildern: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://knittaporfavor.wordpress.com/

2007 gab es einen Beitrag von Rose White auf dem 24. Congress des Chaos Computer Club zum Thema "The history of guerilla knitting" Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://events.ccc.de/congress/2007/Fahrplan/events/2358.en.html   

Bestrickte Ampeln gibt es auch in Stockholm: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://blogpuppe.wordpress.com/2007/11/26/schwedenhappen/

Bestrickte Telefonzelle in London: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://unurth.com/44740

Und nicht nur in Köln sondern auch in Potsdam ist Stricken Trumpf: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.flickr.com/photos/teknaut/4560571546/

Einen sehr schönen Artikel zum Thema gab es Anfang 2011 auch in der TAZ: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.taz.de/!65766/


Eine Welt voller bunter, wärmender Strick-Art!

Also: wer stricken kann, kann seine Umwelt direkt verändern und künstlerisch Einfluß nehmen. Ohne die Gefahr der Verfolgung und Schadensersatzforderungen - und mit dem warmen Lächeln der Passanten. Die Weihnachtsfeiertage bieten vielleicht ein wenig Zeit für die ersten Knit-Art-Experimente, falls alle Angehörigen mit Socken eingedeckt sind...




Wolfgang Kurtz

ist
Wolfgang Kurtz Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem    FensterKpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.

Heute gestaltet er Internetauftritte für viele Naturkost-Firmen und hat mit seinem Team auch die technischen Voraussetzungen für den Heuschrecke-Blog geschaffen.


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Tags: street art, graffiti, sprayer, tags, etching, kleber, knit art, strick-art
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Das Internet nutzen

We the People

 

We the People - So funktioniert es

Barack Obama, der Präsident der USA, ließ im September 2011 eine innovative Petitionsplattform auf den Internet-Seiten des Weissen Hause einrichten:

Sie trägt den Namen der ersten Worte der Amerikanischen Verfassung: "We the People" und ermuntert jeden Amerikaner ab 13 Jahren, online an Abstimmungen über politische und soziale Verbesserungsideen teilzunehmen. Jeder kann auch selber eine Petition starten. Und dann im Bekanntenkreis oder online, zum Beispiel auf Facebook oder Twitter dafür werben.

Sollten innerhalb von 30 Tagen mehr als 25.000 positive Unterzeichner der Petition zusammenkommen, garantiert die Obama-Verwaltung, diese zu bearbeiten und den entsprechenden Politikern vorzulegen.

Es ging recht schnell und als erste Petition hatte die Forderung nach Legalisierung von Cannabis-Produkten die Hürde durchbrochen. Auch eine von der PETA gesponserte Petition zur Zwangssterilisierung von Hunden und Katzen sammelte schnell Punkte.

In der letzten Woche wurde - und damit sind wir bei meinem Blog-Thema "Nachrichten aus dem All" - die Frage, die 17.465 Amerikanern (aus 2 ähnlichen Petitionen) auf der Seele lag, beantwortet: "Die amerikanische Regierung möge Kontakte und Kommunikation mit außerirdischen Lebewesen bestätigen." Allerdings schreibt Phil Larson, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Weissen Hauses: "The U.S. government has no evidence that any life exists outside our planet, or that an extraterrestrial presence has contacted or engaged any member of the human race. In addition, there is no credible information to suggest that any evidence is being hidden from the public's eye."
("Die U.S. Regierung hat keine Beweise, dass irgendein Leben ausserhalb unseres Planeten existiert, oder dass ein ausserirdisches Wesen ein Mitglied der menschlichen Rasse kontaktiert hat. Darüber hinaus gibt es keine glaubwürdigen Hinweise darauf, dass Beweise dem öffentlichen Auge verborgen werden.")

Haben wir das also mal geklärt!
Trip nach Roswell gespart, Aliens als Hollywood-Produkte klassifiziert.

Auch die insgesamt 150.000 Befürworter der Beendigung der Cannabis-Prohibition wurden letzte Woche freundlich aber bestimmt abgebügelt:
Zur Zeit werde Marijuana bei den Wissenschaftlern der Nationalen Gesundheitsämter eher in Verbindung gebracht mit Sucht, Atembeschwerden und Bewußtseinsstörungen. Gerauchtes Marijuana erfülle bei weitem nicht die modernen Standards einer sicheren oder effektiven Medizin. Soso.

Momentan (Mitte November 2011) sind wieder einige interessante Petitionen online zu lesen:

- End Congress Members' Exemption from Insider Trading Laws.
Während Aktienhandel mit Insiderwissen schwer bestraft wird, sind amerikanische Kongress-Mitglieder von der Verfolgung ausgenommen. Das fördert Korruption und sollte beendet werden, meinen derzeit 720 Menschen.

- Classify Autism as an epidemic and allocate proportional federal research funds to early identification and treatment.
Obwohl Autismus zur Zeit bei 1 von 110 Kindern vorkommt, wird die Krankheit mit geringeren Mitteln untersucht als z.B. Leukämie (1 von 1.200 Kindern) oder Jugendlicher Diabetes (1 von 500 Kindern). Das sollte geändert werden meinen derzeit 289 Menschen.

- Stop lying. Und dann eine lange Liste mit Themen, zu denen man der Regierung vorwirft zu lügen.
Marijuana (sic!), Militätinterventionen in anderen Ländern, Nahrungsmittelqualität, Terrorismusbekämpfung, Hydrofracking, Gesundheitsindustrie und darüber, Petitionen ernst zu nehmen. Das sehen immerhin 1280 Menschen genauso...

Amüsant? Interessant? Bewußtseinserweiternd? Krank? Ich finde den Ansatz direkter Umfragen und Meinungsbilder gut und sehe hierin eine weitere Möglichkeit für das globale Netz, die Kommunikation und Information der Menschen zu verbessern.
Mal schauen, wann unsere deutschen "Piraten" darauf kommen...

Hier die Internet-Adresse um sich selber ein Bild zu machen: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttps://wwws.whitehouse.gov/petitions




Wolfgang Kurtz

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Wolfgang Kurtz Mit-Inhaber der Kölner Internet-Agentur Öffnet externen Link in neuem    FensterKpunkt.

Er war brotloser Künstler, glücklicher Bioladner und "regionaler Ansprechpartner des Bundesverbandes Naturkost" bevor er 1992 seine Werbeagentur gründete.

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Tags: we the people, obama, petition, umfrage, amerikaner, aliens
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Eiertanz

Smart durch die Woche

Das waren aufregende Wochen.

Eigentlich wollte ich ja nicht über Steve Jobs schreiben – alle Zeitungen und Magazine waren nach seinem Tod am 5.10.2011 voll davon. Er war auf dem Cover des „Spiegel“, darin ein Artikel mit der denkwürdigen Überschrift „i“. Auf der Apple-Website begrüßt seit seinem Tod ein großes schwarz-weiß Portrait von Jobs mit seinem Geburtsjahr und Todesjahr – sehr dezent, sehr stylish, sehr angemessen. Apple eben.
Nein, darüber muss ich nicht auch noch schreiben, wenn sogar die Mutter meines Freundes Mark ihren Sohn anruft und erzählt: „hast Du schon gehört, der Stief Schopps ist gestorben...“. Mark hatte seiner Mutter zum 60sten Geburtstag ein iPad geschenkt.

Für mich war die Woche eher aufregend, weil ich auf die Vorstellung des iPhone 5 wartete. Und enttäuscht wurde. Mein 2. iPhone (Modell 3Gs) ist jetzt auch schon wieder gut 2 Jahre alt und wie das bei Unterhaltungselektronik so ist: Produkte die im Fokus sind und schnell weiterentwickelt werden, kann man alle 1 – 2 Jahre austauschen. Das Bessere ist der Feind des Guten.
Das war früher so mit Computern und Monitoren – jedes Jahr war das Ding wieder doppelt so gut, doppelt so schnell, doppelte Kapazität. Das Moore'sche Gesetz.
Danach kam die schnelle Entwicklung der Digitalkameras – jedes Jahr wieder viel leistungsfähiger und mehr Megapixel für immer weniger Geld. Und heute sind es die Smartphones, die die Wirtschaft vorantreiben.
Beschwerte sich doch letztlich eine Kollegin, dass in jeder Mittagspause alle Männer ihre Smartphones zücken und Größenvergleiche zwischen Android- und iPhone-Displays anstellen, nur noch über Apps geredet wird und ein „normales“ Klapphandy milde belächelt wird.
Jaa! War früher das Auto der Stolz jedes Mannes so ist es heute sein Smartphone. Glänzend, mit großen Scheiben und viiiel Speicher und Megahertz. „Was hatter denn?“

Mein 2-jähriger Knebelvertrag bei der Telekom war abgelaufen und es sollte nun ein neues iPhone geben. Schon seit Monaten las ich die wild wuchernden Gerüchte im Netz mit: mindestens 4 Zoll Bildschirm (mein „altes“ iPhone 3GS hat ja nur 3,5 Zoll) und bestimmt 64 MB Speicher (gegenüber derzeit 32 GB) und eine ganz tolle 8 Megapixel-Kamera mit Blitzlicht.
Das wäre schon schön. Damit könnte man dann auch immer mal zwischendurch ordentliche Fotos knipsen.  

Am 4. Oktober war es so weit. Apple „Keynote“, eine Veranstaltung zur Vorstellung neuer Produkte für Journalisten.
Gleich nach dem Abendessen saß ich vor dem Rechner – das Event wurde aus Kalifornien übertragen und kommentiert. Und je länger es dauerte umso länger wurde mein Gesicht. Vorgestellt wurde kein Seligkeit verheißendes iPhone 5 sondern „nur“ ein rundum verbessertes iPhone 4, genannt iPhone 4S.

Die Enttäuschung war auch den anwesenden Journalisten anzumerken. Alle warteten darauf, dass zum Ende der Veranstaltung hin Steve Jobs auftreten würde und wie schon so oft sagen würde „one more thing“ und dann käme der Knaller.
Es kam weder der kranke und seit Ende August von seinem Job zurückgetretene Jobs auf die Bühne noch wurde das iPhone 5 vorgestellt.

Die Kommentare der Netzgemeinde rund um den Globus war sofort nachzulesen: „der Tag an dem Apples Abstieg begann“ schrieb ein Fanboy. Auf Twitter konnte man lesen: „Es ist fast so, als ob man 15 Monate lang auf Weihnachten wartet, nur um dann herauszufinden, dass man dieselben Geschenke bekommt wie letztes Jahr.“ Ein Anderer schrieb „Android hat auch schöne Töchter“ über das Konkurrenz-System zum iPhone.
Dramatisch: der Kurs der Apple-Aktie sank innerhalb einer Stunde um fast 5 Prozent. Der Firmenwert verlor Milliarden.

Dabei: wenn man sich das iPhone 4S anschaut, erfüllt es etwa 80% der Erwartungen. Es hat von allem mehr und besser und ist sicher das beste iPhone ever. Allein dass es im alten iPhone 4 Gehäuse steckt und keinen größeren Bildschirm hat, dass es kein neues bahnbrechendes Design hat, enttäuschte Millionen willige Konsumenten.

Ich schaute mir in den nächsten Tagen auch zum ersten Mal die Mitbewerber aus dem rasch wachsenden Android-Lager an, dem Betriebssystem des Werbegiganten Google, und fand gar nicht so übel, was ich sah. Die Hersteller Samsung und HTC produzieren seit 2010 sehr attraktive und im Vergleich zum iPhone halb so teure Geräte. Großer 4,3 Zoll Bildschirm, knackige Amoled-Displays, USB-Anschlüsse und wechselbare Akkus.

Einen Tag nach dem iPhone5 Desaster verstarb Steve Jobs. Meinen geschmacklosen Witz von Ursache und Wirkung werde ich hier nicht wiederholen. Und über sein Leben und Werk kann man wie Eingangs erwähnt jetzt überall lesen.

Ja, es waren aufregende Wochen.

Nachtrag:
Letzten Mittwoch gab es für alle iPhone-Benutzer ein kostenloses Update auf die Betriebssystem Version 5: iOS 5.
Wieder verließ ich nach dem gemeinsamen Abendessen meine Familie und setzte mich vor meinem Rechner. Dann versuchte ich, das Update zu laden.  Das dauerte lange, da erst ein Backup vom iPhone gemacht und dann das Gerät komplett gelöscht wird. Anschließend wird das neue Betriebssystem downgeloadet und installiert, danach das Backup wieder zurück gespielt. Und irgendwo inmitten dieses langen Prozesses fragte das Gerät noch mal bei den Apple-Servern an, zum freischalten.

Aber das ging nicht, weil Millionen von Menschen es gleichzeitig versuchten. Die Apple-Server waren hoffnungslos überlastet. Aber darauf kam ich dann erst nach dem 6. Versuch gegen kurz nach 12 in der Nacht. Und als ich die immer wieder  auftauchende Fehlermeldung „Error 3200“ in Google eingab und über 500 Treffer erhielt, wurde klar, dass ich nicht alleine den Abend sinnlos verbracht hatte. Viel zu spät ins Bett um nach einer kurzen Nacht direkt am nächsten Morgen den nächsten Versuch zu starten. Und siehe! Ich war gesegnet und erhielt mein Update.
Da der ganze Vorgang dann aber 2 Stunden dauerte und ich um keinen Preis unterbrechen wollte, war ich erst mit reichlicher Verspätung um halb elf im Büro.

Ja, da machst Du was mit! Ohne Computer und Smartphones hätten wir ein ruhiges, vielleicht etwas langweiligeres Leben.
So, jetzt muss ich schließen – muss noch nach Ersatz für ein paar Apps suchen, die nach dem Update nicht mehr so richtig  funktionieren...    



Wolfgang Kurtz

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Fachkräftemangel

oder: Nur Friseure können was Friseure können

Es war Karneval und ich war mit Freunden am Weiberfastnachts-Donnerstag unterwegs.
Wir hatten schon einige Kölsch getrunken, aber was ich an der Scheibe einer türkischen Imbiss-Bude am Eigelstein sehen musste, hing nicht mit einem getrübten Bewusstsein zusammen:


IT-Fachkräftemangel

Würden Sie dem Ersteller dieses Werbeschildes Ihren Rechner anvertrauen?

Wohl kaum.

Damit Sie sich nicht dubiosen Anbietern anvertrauen müssen, hier ein paar „Basic“-Tipps für Windows-Nutzer zur Rechner-Sicherheit:

1. Nur legales, gekauftes Windows installieren.
Soviel Investition (ab 80.-) muss sein.
Wer täglich seinen Rechner nutzt sollte die Kosten für ein „echtes“ Windows nicht scheuen. Das ist günstiger als 2 Computer-Spiele zu kaufen und berechtigt zu allen Updates für das Betriebssystem. Und nur mit diesen Updates bleibt Windows sicher gegen Angriffe.

2. Windows-Updates und Windows-Firewall einschalten.

Das wird in der „Systemsteuerung“ gemacht.
Dadurch werden Fehler und Sicherheits-Lücken in Windows geschlossen, sobald sie entdeckt werden und die Firewall schützt gegen unerwünschte Besucher von außen.

3. Virenscanner installieren.
Ohne geht heute gar nichts mehr.
Ein Freund hatte sich nach Neuinstallation von Windows innerhalb von 10 Minuten online einen Virus eingefangen, der seinen Rechner ständig runterfuhr. Besser vor dem 1. Online-Gang einen Virenscanner installieren und den dann sofort auf den neuesten Stand bringen. Wer die 20 Euro jährlich nicht investieren möchte: es gibt gute, kostenlose Versionen. Ich nutze privat für meine Familie AVG FREE und beruflich die Bezahl-Version. Auch Microsoft hat einen minimalen und kostenlosen Schutz: Microsoft Security Essentials.
Installieren!

4. Backup anlegen.
Selbst wenn das System beschädigt ist, muss man nicht „formatiern und instaliren“, wenn man vorher ein Backup gemacht hat. Man kann einzelne Dateien oder Ordner auf externe Medien wie USB-Stick oder Festplatten kopieren, besser ist aber ein sogenanntes „Image“, ein Abbild der gesamten Festplatte. Damit kann man im schlimmsten Fall das alte System innerhalb einer halben Stunde wieder zurück spielen. Statt der kostenpflichtigen Lösung „TrueImage“ gibt es auch hier wieder eine freie, kostenlose Variante: „Paragon Backup & Recovery FREE“ ist das „ümmesons“-Paket des Mitbewerbers Paragon.

Und ein letzter Tipp speziell für Nutzer von Mozilla-Firefox und Mozilla-Thunderbird:
das kostenlose „MozBackup“ des tschechischen Software-Autors Pavel Cvrcek, mit dem Sie alle Daten und Einstellungen sichern können. Funktioniert klasse und es gehen nie wieder E-Mail-Adressen oder E-Mails beim Umzug auf einen neuen Rechner verloren. Ich hatte mich selber letztlich über die Update-Politik der Mozilla-Gruppe geärgert, da nach dem Update auf die neueste Version einige Add-Ons nicht mehr funktionierten. Mit MozBackup konnte ich alle Daten sichern, Thunderbird deinstallieren, eine ältere Version installieren und die Daten komplett zurück spielen. Dann taten auch die gewohnten Add-Ons wieder ihren Dienst.

Wenige und relativ einfache Schritte verhelfen zu mehr Computer-Sicherheit.
Das ist einfach und tut nicht weh.

Und wer das mit dem Einstellen und Installieren absolut nicht drauf hat, sollte sich von Profis helfen lassen.
Es gibt in jeder Stadt mittlerweile Computer-Notdienste, die sogar ins Haus kommen und für kleines Geld helfen.
Aber bitte keine „Spezialisten“ wie die Urheber des Fotos oben...



Wolfgang Kurtz

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