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Gastbeitrag
28.07.2010
09:00

Mikrokosmos: Johanniskraut

Sonnenkraut mit Öltanks

Feld mit JohanniskrautJohanniskraut - Blüten
Passend zum Sommer: Ein Sonnenkraut, das Tüpfel-Johanniskraut, Hypericum perforatum






An trockenen, oft mageren Ruderalstellen (Wegrändern, Böschungen, Waldlichtungen) blüht das anspruchslose Tüpfel-Johanniskraut seit Johannis (24.Juni) fast überall in Deutschland und lässt die Sonne doppelt scheinen.







Ölbehälter des Blatts, 100x vergrößertÖlbehälter des Blatts, 20x vergrößert
Öldrüsen sekretieren ein dunkelrotes Öl (Hauptinhaltsstoff: Hypericin) in Ölbehälter , die sich in allen überirdischen Pflanzenteilen finden.
Die grünen Blätter erscheinen durchscheinend punktiert ("getüpfelt") und besonders am Blattrand kann man die Ölbehälter fast mit bloßem Auge erkennen, wenn man nur genau genug hinschaut. Auch in den dunklen Streifen der gelben Blütenblätter fließt Öl.



Leider ist uns kein mikroskopischer Schnitt durchs Blatt gelungen, der sowohl Ölbehälter als auch die umliegenden Drüsenzellen sichtbar gemacht hätte: im Anschnitt läuft das Öl gleich aus und überschwemmt das Präparat dunkelrot.


Die Blätter und weichen Triebe eignen sich von April bis Juni zur Teebereitung, als Würze zu Bitterlikör und zu Fischgerichten, die Blüten von Juli bis August zu Kräuteröl- oder zur Sirupherstellung. Die Blüten sind auch eine schöne essbare Dekoration, wie S.G. Fleischhauer in der Enzyklopädie der essbaren Wildpflanzen schreibt.


In der Volksheilkunde wurde (wird) die Pflanze als wahrer Allrounder, besonders aber das Johanniskrautöl (Auszug des blühenden Krauts in Olivenöl) zur Behandlung der Haut, gepriesen.




Eva Wandelt, Lothar Claußnitzer






Bilder mit Klickvergrößerung





Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt).

In loser Folge werden wir auf dieser Seite Schönes, Kurioses, Interessantes, Essbares, Würziges anhand von einfachen Digi-Mikrofotos aus dem wilden Pilz-und Pflanzenreich vorstellen und erläutern.

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 0
Tags: johanniskraut, hypericum, ölbehälter, hautöl, mikroskop
Gesehen: 7
Gastbeitrag
26.05.2010
09:41

Mikrokosmos: Fins arts statt Ragout fin

Violettlicher Brandstellen-Becherling

 

 

Peziza subviolaceaMaipilz und Co. haben uns bisher, wahrscheinlich wegen andauernder Kälte, sozusagen verlängerter Eisheiliger und Kalter Sophie, im Stich gelassen.

 

Zwar herrschen seit 3 Tagen plötzlich sommerliche Temperaturen mit ausreichender Bodenfeuchte, aber bekanntlich brauchen Großpilze (und nur die lohnen sich wirklich für die Gourmet-Pfanne) mindestens 1Woche, um daraufhin Fruchtkörper zu bilden.(Den Kölner Melatenfriedhof haben wir dieses Jahr allerdings noch nicht inspiziert, hier erscheinen recht zuverlässig die Maipilze tatsächlich im Mai.)




Deshalb begnügen wir uns ein weiteres Mal mit nicht-konsumierbaren Schlauchpilzen, die dafür mikroskopisch wesentlich interssanter sind, als so ein Maipilz.

 

Peziza subviolacea, der Violettliche Brandstellen-Becherling, mit 10-60mm-Fruchtkörper-Durchmesser, schüsselförmig, eher braunviolett als violett, gehört zu der Gruppe von Schlauchpilzen, dessen sporenbildende Schläuche ein Deckelchen haben, das aufgeklappt wird, um die reifen Sporen zu entlassen.


Peziza violacea, SchläucheAuf dem Übersichtsbild kann man gut erkennen, dass in einem Schlauch 8 ovale Sporen gebildet werden. Das Präparat mit 1000-facher Vergrößerung, blau angefärbt mit jodhaltigem Lugol, zeigt sogar offene Deckelchen an der Schlauchspitze, durch die bereits Sporen entlassen worden sind, sodass nur die (teilweise) leeren Schläuche zurückbleiben.

 

Bis zum nächsten Monat - dann können wir pilzlich hoffentlich aus dem Vollen schöpfen.

 

Eva Wandelt, Lothar Claußnitzer





Bilder mit Klickvergrößerung





Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt).

In loser Folge werden wir auf dieser Seite Schönes, Kurioses, Interessantes, Essbares, Würziges anhand von einfachen Digi-Mikrofotos aus dem wilden Pilz-und Pflanzenreich vorstellen und erläutern.


Fotos ©  Evi Wandelt / Lothar Claussnitzer

 

 

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Tags: violettliche brandstellen-becherling, schlauchpilze, pilzsachverständige
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Gastbeitrag
28.04.2010
12:30

Mikrokosmos: Cyber - Trüffel

Ornamente im Mikrokosmos

Tuber aestivum Sporenkomet

Als wir diese unglaublichen mikroskopischen Bilder von Trüffelsporen  sahen, waren wir begeistert  und entschieden sofort, uns von den Autoren die Erlaubnis zu holen, sie im Mikrokosmos veröffentlichen zu dürfen.












Tuber mesentericum Sporen
Frank Krajewski, Pilzsachverständiger wie wir und tragendes Mitglied des Ahrtrüffel e.V. und Karin Lühr haben  mehrere Bilder vom Lichtmikroskop übereinander gestapelt (so wird die Plastizität erreicht) und bearbeitet.

 

 

 

 


Tuber mesentericum
Deutlich ist zu sehen, dass die Sporen beider Trüffelarten rundlich sind und von einem netzig-gratigen, fast wabenartigem Ornament überzogen sind.


Aktuelle Informationen und die Gründungsgeschichte des Vereins Ahrtrüffel e.V. zur Erhaltung und Förderung der Trüffel in Deutschland kann man über die Homepage Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ahrtrueffel.com und im Trüffelblog  (Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://ahrtrueffel.blogspot.com)  erhalten.


Bei über kulinarische Aspekte hinausgehendem Interesse an diesen eigenartigen Schlauchpilzen ist die Teilnahme am jährlich  in Sinzig abgehaltenen Trüffelsymposium sehr zu empfehlen.






Also, gebt Euch dem Genuss dieser optischen Preziosen hin!!




Eva Wandelt, Lothar Claußnitzer






Bilder mit Klickvergrößerung





Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt).

In loser Folge werden wir auf dieser Seite Schönes, Kurioses, Interessantes, Essbares, Würziges anhand von einfachen Digi-Mikrofotos aus dem wilden Pilz-und Pflanzenreich vorstellen und erläutern.


Fotos ©  Frank Krajewski,  Karin Lühr  

  



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Tags: trüffel, pilze, mikrokosmos
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Gastbeitrag
24.02.2010
09:30

Mikrokosmos: Labyrinth

Das Geheimnis des Eichen-Wirrlings

Seit Mitte Dezember geschlossene Schneedecke in unserem Hunsrücker Mittelgebirge, das bedeutet: frischer Wildpilz ist nur als Baumpilz zu haben.


Wir haben Daedalea quercina, den Eichen-Wirrling, ausgesucht, weil er uns mit seiner wirr-labyrinthischen Fruchtschicht beeindruckt.

Eichen-Wirrling von untenEichen-Wirrling von oben















Eichen-Wirrling FruchtkörperMan findet den zähen Burschen konsolenförmig angewachsen ganzjährig und häufig mehrjährig an toten Eichenstümpfen, die er allmählich zersetzt (Braunfäule).


Unsere Fotos zeigen zwei verwachsene Fruchtkörper von 4 und 13 cm Breite.


Das vielfach gewundene, korkartige Hymenophor schafft eine immense Oberflächenvergrößerung der sporenbildenden Schicht, d.h. zum Arterhalt setzt er auf Masse, wir finden's trotzdem Klasse!




Eva Wandelt, Lothar Claußnitzer






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Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt).

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Fotos ©  Evi Wandelt / Lothar Claussnitzer

 

 

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Tags: eichen-wirrling, labyrinth, baumpilz, pilz
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Gastbeitrag
27.01.2010
09:15

Mikrokosmos: Eisblumen und ...

... letzte Pilze im Eis


Gutes Neues Jahr 2010!

Draussen herrscht Eiseskälte: jegliches Pilzwachstum ist zum Erliegen gekommem, die Eisblumen am Fenster hinterlassen nur Luftblasen im Schmelzwasser unterm Mikroskop.




Eisblumen unterm Mikroskop werden zu LuftblasenEisblumen Jahrgang 2010





 

... !




 

 

 





 

 


Leptosphaeria doliolum


An vorjährigen dürren, aus dem Schnee ragenden Wald-Brustwurzstängeln finden wir kleine, harte Brustwurz-Kugelpilze (Leptosphaeria doliolum), die der Kälte trotzen und erst im Frühjahr ihre Sporen in Schläuchen entwickeln werden.

 

Wir frieren alle und warten auf die Wärme!



Eva Wandelt, Lothar Claußnitzer






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Fotos ©  Evi Wandelt / Lothar Claussnitzer

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Tags: eisblumen, mikrokosmos, luftblasen, brustwurz-kugelpilz
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