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Mikrokosmos: Labyrinth
Das Geheimnis des Eichen-Wirrlings
Seit Mitte Dezember geschlossene Schneedecke in unserem Hunsrücker Mittelgebirge, das bedeutet: frischer Wildpilz ist nur als Baumpilz zu haben.
Wir haben Daedalea quercina, den Eichen-Wirrling, ausgesucht, weil er uns mit seiner wirr-labyrinthischen Fruchtschicht beeindruckt.
Man findet den zähen Burschen konsolenförmig angewachsen ganzjährig und häufig mehrjährig an toten Eichenstümpfen, die er allmählich zersetzt (Braunfäule).
Unsere Fotos zeigen zwei verwachsene Fruchtkörper von 4 und 13 cm Breite.
Das vielfach gewundene, korkartige Hymenophor schafft eine immense Oberflächenvergrößerung der sporenbildenden Schicht, d.h. zum Arterhalt setzt er auf Masse, wir finden's trotzdem Klasse!
Eva Wandelt, Lothar Claußnitzer
Bilder mit Klickvergrößerung
Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt).
In loser Folge werden wir auf dieser Seite Schönes, Kurioses, Interessantes, Essbares, Würziges anhand von einfachen Digi-Mikrofotos aus dem wilden Pilz-und Pflanzenreich vorstellen und erläutern.
Fotos © Evi Wandelt / Lothar Claussnitzer
Mikrokosmos: Eisblumen und ...
... letzte Pilze im Eis
Gutes Neues Jahr 2010!
Draussen herrscht Eiseskälte: jegliches Pilzwachstum ist zum Erliegen gekommem, die Eisblumen am Fenster hinterlassen nur Luftblasen im Schmelzwasser unterm Mikroskop. 

... !

An vorjährigen dürren, aus dem Schnee ragenden Wald-Brustwurzstängeln finden wir kleine, harte Brustwurz-Kugelpilze (Leptosphaeria doliolum), die der Kälte trotzen und erst im Frühjahr ihre Sporen in Schläuchen entwickeln werden.
Wir frieren alle und warten auf die Wärme!
Eva Wandelt, Lothar Claußnitzer
Bilder mit Klickvergrößerung
Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt).
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Fotos © Evi Wandelt / Lothar Claussnitzer
Mikrokosmos: Erdsterne
Weihnachtliche Sterne, himmel - und erdwärts

Weißt Du wie viel Sternlein stehen - im Wald und auf der Heide?
Das heisst, man muss den Blick nicht unbedingt himmelwärts richten, um Sterne zu sehen: es gibt tatsächlich in der Natur sternförmige Pilze, und zu Weihnachten möchten wir Euch mit einem Makrofoto von diesen bodenbewohnenden Kleinoden erfreuen.
Erdsterne heissen sie deshalb auch ganz passend und ihre Gestalt ist unverkennbar sternförmig. Die Sporen wiederholen die Sternform im mikrokosmischen Bereich: sie sind kugelrund und mehr oder weniger gezackt ("warzig").
Die Fruchtkörper sind meist unterirdisch angelegt. Bei der Reife bricht die Aussenschicht sternförmig auf und in der freigelegten inneren Kugel entwickeln sich die Sporen, die bei dem hier abgebildeten Kamm-Erdstern (Geastrum pectinatum) aus einem kleinen gerieften Schnabel austreten, manchmal in regelrechten dunklen "Sternenwölkchen".
Frohe Weihnachten und einen guten Neujahrsanfang wünschen wir Euch.
Bis 2010!
Eva Wandelt, Lothar Claußnitzer
Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt)
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Fotos © Evi Wandelt / Lothar Claussnitzer
Mikrokosmos: Felsketten-Pilzlandschaft unterm Mikroskop
Gurkenschnitzling am Wegesrand
Solch' gigantische "Felsenketten" kann man entdecken, wenn man die Lamellenschneiden eines nicht besonders häufigen, eher unauffälligen, weil oft zwischen Brennnesseln und Kräutern am Wegesrand versteckten Pilzes auf den Objektträger legt: Das sind die sterilen Riesenzellen von Macrocystidia cucumis, dem Gurkenschnitzling.
Er riecht tatsächlich nach frisch geschnitzter Gurke, wenn er jung ist und man die Nase nah an die Lamellen hält. Alt weckt sein strenger Lebertrangeruch bei manchen eher unangenehme Kindheitserinnerungen.
Wer meint, seinen Gurkensalat mit ihm anreichern zu können, hat leider fehlgeschnitzt: leider nicht essbar und roh sollte man Pilze ja ohnehin, bis auf frische Champignons aus dem Handel oder Steinpilze, nicht verspeisen.
Liebe Grüße Evi und Lothar
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Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt)
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Fotos © Evi Wandelt / Lothar Claussnitzer
Mikrokosmos: Herbst, Hochzeit für Pilze.
Leder-Täubling und Rübenstieliger Risspilz
Es ist Herbst, Hochzeit zum Sammeln wilder Speisepilze, Hochzeit auch für (Hobby-)Mykologen, für die essbare Pilze eher nebensächlich sind, denn die Mikromerkmale von Pilzen sind ihnen oft viel wichtiger: zweifelsfrei lassen sich die allermeisten Pilze nämlich nur anhand von diesen bestimmen.
Nach den Sporen, also nach den Vermehrungseinheiten der (Groß-) Pilze, wird in jedem genauen Bestimmungsschlüssel gefragt. Per Augenschein lässt sich die Sporenfarbe nach dem Aussporen meist recht gut erkennen, aber Größe, Form, Inhalt (z.B. Vakuolen) oder Ornamentierung von Sporen sind nur mit 1000facher Vergrößerung im Mikroskop sichtbar. Manchmal bedarf es noch einer Anfärbetechnik, um Warzen, Stacheln, Netze auf den Sporen sichtbar zu machen.
Wir haben von Russula sericatula, einem Leder-Täubling, ein digitales Sporenbild angefertigt und die Sporen in µ (= 1/1000 mm) vermessen.
Das Ornament wurde mit Melzer Reagenz, einer Jod-haltigen Lösung, die die im Ornament enthaltenen Zucker blauschwarz anfärbt, so deutlich, dass man sogar die Länge der meist isoliert stehenden, hier und da etwas verbundenen oder auch verlängerten Warzen mit >1µ angeben kann.
Natürlich sehen alle ziemlich rundlichen Sporen etwas anders aus: das liegt daran, dass in der im Bild fokussierten Ebene von jeder Spore ein etwas anderer Schnitt in den Blick gerät. An dem herausstehenden Nippel waren die Sporen ursprünglich an der Ständerzelle in der Fruchtschicht (hier: der Lamelle) angeheftet, bis sie von ihr abgeschleudert wurden.
Genug der Wissenschaft: der Mikrokosmos ist ein ästhetisches Vergnügen, das man auch ohne Wissen rein visuell genießen kann, oder?
Deshalb noch ein zweites Mikrofoto diesmal von den Lamellenseiten des Rübenstieligen Risspilzes (Inocybe napipes). Über das ganze Bild sind die kleinen, höckerigen Sporen verteilt, die ca. 30 % aller europäischen Risspilze aufweisen: allerdings hat auch hier jede Risspilzart etwas andere Höckersporen und manche sind langgestreckt wie ein bräunliches Öko-Gummibärchen.
Auffallend aber sind die spindeligen bis keuligen dickwandigen sterilen Zellen, die hier im Hyphengeflecht liegen: die meisten Risspilze haben diese Sonderzellen an ihrer Lamellenschneide und /oder an den Lamellenseiten.
Gegen solche Besonderheiten sind die Mikromerkmale von Steinpilzen eher langweilig. Aber den nehmen wir natürlich aus anderen Gründen mit, wenn wir ihn im Walde stehen sehen!!
Bildvergrößerung - einmal draufklicken.
Genug für heute von den Hobbymykologen und Pilzsachverständigen (DGfM) Eva Wandelt (Biologin) und Lothar Claussnitzer (Streuobst-Landwirt)
In loser Folge werden wir auf dieser Seite Schönes, Kurioses, Interessantes, Essbares, Würziges anhand von einfachen Digi-Mikrofotos aus dem wilden Pilz-und Pflanzenreich vorstellen und erläutern.












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