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Unsere Gewürzmühlen

Düfte schweben durch den Raum

Bio-Gewürze: Unsere Himel-Mühle Bio-Gewürze: Unsere Himel-Mühle


Die ganze Firma wird von Düften durchzogen. Von einem Tag auf den anderen kann sich komplett ihr Charakter verändern, je nachdem, ob wir atemwegserweiternden Cardamom, appetitanregendes Curry, inspirierend zitronige Lemonmyrtle oder weich einhüllende Orangenschale mahlen, usw.

Ein bisschen zieht der Duft in die Kleider, auf jeden Fall hören wir auf dem Nachhauseweg in der S-Bahn ständig - hier riecht es aber nach Pfeffer, oder - ich krieg auf einmal so Hunger, hier riecht's so nach Gewürzen ...


 

 

Bio-Gewürze: Unsere Himel-Mühle, LorbeerBio-Gewürze: Unsere Himel-Mühle, Lorbeer
Das Grundrauschen riechen wir selber nicht mehr - der Körper/Geist adaptiert zum Glück ständig wiederkehrende Eindrücke wie Gerüche oder Geräusche.
Aber wenn wir die Rechnungen eintüten, und an den Lieferscheinen riechen, wissen wir oft ohne zu lesen, was die Verarbeiterkunden - frisch gemahlen - bekommen haben.

Wenn ein Naturkost-Hersteller Muster bestellt für eine neue Produktidee, stellen wir uns vor, dass heute alle Liebesbriefe, jedenfalls die, die noch in Echtpapier im Briefkasten liegen, dann nach Zitrone, Sternanis, oder wenn sie Pech haben, nach Knoblauch riechen.

 

 

 

 

Bio-Gewürze: Unsere Neuero-MühleBio-Gewürze: Unsere Neuero-Mühle
Bis auf wenige Ausnahmen, die Spezialmühlen erfordern, mahlen wir alles bei uns im Haus. Ausnahmen sind z.B. Zimt (starke Staubentwicklung), Chili (muss eine "dichte" Mühle sein wegen der Schärfe), Muskat (wird auf kryogenischen (gekühlten) Mühlen gemahlen wegen des hohen Fettgehalts).


Wir mahlen bei uns alle klassischen Gewürze, natürlich alle unsere Gewürzmischungen, die Kräutergrundlagen für unsere Kräutersalze, aber auch spezielle Aufträge, z.B. für Bäcker (Orangen- und Zitronenschalen, die immer erst auf Auftrag gemahlen werden, damit sie ganz frisch sind, und auch nicht zu fein, da der Duft sonst sofort verfliegt), oder spezielle Kräutermischungen für Hersteller von Naturheil- und Nahrungsergänzungsmitteln.





Bio-Gewürze: Unsere Neuero-Mühle
Bei einigen Produkten ist Fingerspitzengefühl nötig, damit die Sache nicht in Brand gerät (Zitrusschalen, oder sehr faserige Kräuter). Beeren, die noch relativ feucht sind, würden die Messer nur verschmieren - diese können nur in Mischung mit anderem vermahlen werden. Manches läuft je nach gewünschtem Feinheitsgrad mehrmals durch die Mühle, und wird anschließend sogar noch gesiebt, was im Endeffekt schonender für das Produkt ist, als es direkt staubfein zu mahlen.







 


Bio-Gewürze: Unsere Neuero-Mühle
Die Typik unserer Mühlen bzw. unserer gemahlenen Gewürze ist, dass sie nicht staubfein werden sollen, sondern eine gewisse Körnigkeit bewahren. Das hat den Vorteil, dass die Aromen besser geschützt sind, und die Gewürze auch nach einem Jahr noch schmecken. Diese Art des Mahlens wird von einigen Kunden sehr geschätzt.













So kann's auch gehen. Rote Bete mit zu starker Staubentwicklung mahlen wir nicht mehr selber.So kann's auch gehen. Rote Bete mit zu starker Staubentwicklung mahlen wir nicht mehr selber.
Die "echten" Profi-Mühlenanlagen sind nicht immer das Richtige für aromatische Produkte. Da gibt es schon mal richtige Überraschungen, wenn wir uns in den Wettbewerb mit dem superfeinen Standard stellen: besonders nach längerer Lagerung sind unsere Gewürze mit den etwas gröberen Pixeln noch deutlich intensiver. Natürlich ist unsere Mahlerei aufwendiger und teurer, aber solange das Ergebnis so geschätzt wird, machen wir so weiter.







Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner




Kräuter und Gewürze aus kontrolliert biologischem Anbau von Heuschrecke finden Sie in Ihrem Naturkostladen oder im Bio-Versandhandel. Außerdem beliefern wir viele bekannte Naturkost-Hersteller mit unseren Gewürzen für ihre Produkte.

Bilder mit Klickvergrößerung



Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 1
Tags: bio-gewürze, mühlen, düfte, gerüche, qualität, körnigkeit, staubfein, intensität
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Das neue EU-Bio-Logo

EU-Siegel für alle Bio-Produkte ab 1.7.2010

 

Das neue EU-Bio-LogoNach 17 Jahre EG-Bio-Verordnung bekommen Bio-Produkte nun ein verpflichtendes, einheitliches Bio-Logo.

Seit ca. 3 Jahren wird es vorbereitet, seit ca. einem Monat gibt es endlich alle Druckvorlagen, und am 1.7.2010 geht's offiziell los (mit Übergangsfristen); richtig professionell ist anders, aber bei mindestens 27 Souverains wohl normal.

Das Logo besteht aus einem aus Sternen stilisiertem Blatt, und zwei Zusatz-Textzeilen, worin der Kontrollstellen-Code genannt wird, sowie ganz grob der Ursprung der Zutaten: EU, Nicht-EU, oder gemischt EU und Nicht-EU-Landwirtschaft.



Diese Herkunftsangaben sind leider kein echter Fortschritt, allerdings für viele Großbetriebe und die konventionellen Betriebe mit einem kleinen Bioanteil schon eine kleine Herausforderung, da diese bei ihren großen Chargen selbst bei Monoprodukten kein eindeutiges Herkunftsland angeben können/wollen. Es ist zu erwarten (so haben wir schon einige Stimmen gehört), dass sicherheitshalber die Formulierung "EU-/Nicht-EU-Landwirtschaft" der Renner wird.
Bei allen Mischprodukten verständlich, denn Bio-Rohstoffe sind knapp und u.U. gibt es dieselbe Zutat schon mal aus der EU, beim nächsten Mal aus einem Nicht-EU-Land ...


Für uns, die wir gerne das genaue Land, und wo möglich, auch den konkreten Bauern angeben, eine Unterforderung des Möglichen. Keine Angst, wir geben bei allen Monogewürzen, -Kräutern und -Tees weiter Land und Leute an.


Jetzt könnte man sich fragen, was die Unterscheidung zwischen EU- und Nicht-EU-Landwirtschaft aussagen soll. Zudem sind einige europäischen Länder (noch) nicht in der EU, sodass z.B. die Schweiz, Kroatien (da kommt der größte Teil unserer Kräuter her) oder Norwegen bei den Übersee-Ländern wie China in einer Gruppe sind.
Nun gut, da es ein EU-Logo ist, muss das wohl mit der Abgrenzung sein ... (Jägerzaun ...).



Dann gibt es ja schon seit 2001 das (freiwillige) Öffnet externen Link in neuem Fensterstaatliche deutsche Bio-Siegel, auf Betreiben von der damaligen grünen Landwirtschafts- und Verbraucherschutz-Ministerin Renate Künast entwickelt und überaus erfolgreich eingeführt. Wir Pioniere der Naturkostbranche dachten damals - na ja, das wird ein Discountersiegel, um das Discountbio etwas salonfähiger zu machen, die anerkannten Naturkostmarken im Bioladen brauchen das nicht.
Von wegen. Mit seinem sehr guten, klaren Design und dem Signalwort "Bio" hat es sich überall in den Köpfen verankert. Es gibt sogar eine aktuelle neurologische Uni-Studie darüber: das deutsche Bio-Siegel steht in großer Breite für Gesundheit und Umweltbewusstsein und aktiviert im Gehirn das Belohnungszentrum, sich selbst etwas Gutes zu tun. Nochmal ein ausdrückliches Lob an Frau Künast ( Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.renate-kuenast.de/ )!


Theoretisch könnte jetzt auf das deutsche Siegel verzichtet werden, doch das unbekannte EU-Bio-Logo strahlt dieses Vertrauen noch nicht aus, zudem erklärt es sich nicht selbst. Deshalb werden wir weiterhin beide Siegel nebeneinander stellen.


Bei unserem Gewürz-, Kräuter- und Teesortiment finden Sie nun auf dem Rücketikett folgende drei Varianten:

Bio-Siegel auf den Heuschrecke-Rückretiketten, Variante 1Bio-Siegel auf den Heuschrecke-Rückretiketten, Variante 2Bio-Siegel auf den Heuschrecke-Rückretiketten, Variante 3


So sieht zum Beispiel jetzt das Rücketikett einer Gewürzmischung aus:

Rücketikett Gewürzmischung Curry extra, kbA, von Heuschrecke



Ganz schön viel Pflichttext, leider weniger Raum für Informationstext, und kleine - aber noch einigermaßen lesbare - Schrift.

Bei Mischungen geben wir (wo es noch draufpasst) zusätzlich zur Angabe "EU-/Nicht-EU-Landwirtschaft" die Länderangabe Deutschland an, da wir die letzte wichtige Aufbereitungshandlung, nämlich Mahlen und Mischen, hier bei uns machen. Wir stellen alle Gewürz-, Kräutertee- und Teemischungen nach eigenen, selbstentwickelten Rezepten bei uns im Hause her, mahlen und mischen in kleinen Chargen zeitnah zum Verkauf, was Ihnen eine gute Frische und ein schönes Aroma garantiert.

Bei Mono-Gewürzen, -Kräutern und -Tees schreiben wir wie bisher zusätzlich das konkrete Land, und, wo es ein Lieferantenportrait auf unserer Internetseite gibt, den konkreten Anbauer und Ort hin.

Diese Lieferanten-Beschreibungen und Reiseberichte finden Sie dann hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/lieferantenportraits.htm (oder einfach in der linken blauen Leiste den Button ‚Unsere Lieferanten' anwählen).




Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner

Vorgeröstete Gewürze veredeln unsere Currys

Die feine Note im Curry

Herstellung von Currypaste in Kerala, Indien

 

 


In Indien macht sich jeder Haushalt seine Curry- oder Garam Masala-Mischung selbst. Teilweise aus frischen Zutaten, die fein gemörsert werden, oder aus getrockneten Gewürzen. Diese werden in der Pfanne vorgeröstet, was einen warmen, vollmundigen, appetitanregenden Geschmack ergibt.
Auch die Bitterstoffe der Gewürze werden so abgerundet.
















Biobäckerei Frank Stöve: Bockshornklee rösten

Einzelne "prägende" Zutaten unserer Curry- und Garam Masala - Mischungen lassen wir deshalb rösten, in einer kleinen Biobäckerei der ersten Stunde in Köln.



Zu Beginn der Heuschrecke, als die Mengen noch nicht so groß waren, röstete unser Koch den Bockshornklee für "Curry scharf" und "Curry extra" in der Pfanne. Der hungrig machende Duft durchzog die Firma und lockte die MitarbeiterInnen an.

 

 






Biobäckerei Frank Stöve: Rösten von BockshornkleeBiobäckerei Frank Stöve: Rösten von Bockshornklee

Die Mengen wurden größer und weitere Sorten, Kreuzkümmel und Koriander, kamen hinzu für unsere Garam Masala-Mischung.

Seit über 10 Jahren röstet Biobäcker Frank Stöve nun unsere Gewürze.

 

 

 












Biobäckerei Frank Stöve: Rösten von BockshornkleeBiobäckerei Frank Stöve: Rösten von Bockshornklee

 

Frank Stöve ist nicht nur Brot- und Kuchenprofi (Legende: gedeckter Apfel der Urfelder Kornstube) , sondern auch Spezialist im Rösten.

Hier auf den Bildern sieht man, gleichmäßig aufgetragen, Bockshornklee auf den Backblechen.






 






Biobäckerei Frank Stöve: Rösten von BockshornkleeBiobäckerei Frank Stöve: Rösten von Bockshornklee
Die Röstzeiten bewegen sich je nach Sorte zwischen einigen Minuten und einer knappen halben Stunde, und die Temperaturen zwischen ca. 180° und 230°C - es hängt vom ätherischen Ölgehalt und der Beschaffenheit des Gewürzes ab. Bockshornklee ist kompakt, hart und hat wenig entzündliches ätherisches Öl - so röstet er etwas länger bei stärkerer Hitze.
Andere Gewürze, wie Kreuzkümmel, sind feiner bei hohem ätherischen Ölgehalt, deshalb schneller entzündlich, und haben somit eine kürzere Röstzeit bei niedrigeren Temperaturen.










Biobäckerei Frank Stöve: Rösten von BockshornkleeBiobäckerei Frank Stöve: Rösten von Bockshornklee
Aber ohne Intuition und einem guten Gefühl für die diffizile Materie geht es nicht.

Die letzten Minuten steht Frank Stöve neben den Blechen, die zwischendrin auch noch einmal gedreht, und auch die hinteren nach vorne geholt werden um eine gleichmäßige Röstung zu erhalten. Es gibt einen Punkt zwischen "Hitzewabern" und Rauchpunkt, wo das Gewürz perfekt ist. Ein wenig, manchmal Sekunden, zulange gezögert, und es wirkt nur noch verbrannt.










Biobäckerei Frank Stöve: Rösten von BockshornkleeBiobäckerei Frank Stöve: Rösten von Bockshornklee



Jedes neue Gewürz muss auf seine Eigenschaften neu getestet werden. Bei unseren Versuchen mit Frank, einen gebrannten Löwenzahnkaffee nach altem Stil herzustellen - wobei man beim Rösten wirklich bis zum Rauchpunkt gehen muss - gibt es schonmal dünne Nerven - ob die Nachbarn die Rauchschwaden noch akzeptieren oder schon die Feuerwehr rufen ... Aber das Ergebnis war schön schwarz und lecker, eben traditioneller Muckefuck.





 







Fotos mit Klickvergrößerung

 



Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner




Unsere Gewürzmischungen mit z.T. vorgerösteten Zutaten:
Garam Masala von Heuschrecke, bio!

  • Curry scharf, gemahlen, kbA.
    Zutaten: Senf, Curcuma, Koriander, Cayenne Pfeffer, Liebstöckel, Bockshornklee geröstet,  Kreuzkümmel, Knoblauch, Pfeffer schwarz, Cassia-Zimt, Lorbeer, Cardamom
  • Curry extra, gemahlen, mittlere Schärfe, kbA.
    Zutaten: Curcuma, Koriander, Senf, Meersalz#, Knoblauch, Kümmel, Ingwer, Fenchel, Bockshornklee geröstet, Kreuzkümmel, Basilikum, Oregano, Rosmarin, Thymian, Cayenne Pfeffer, Liebstöckel, Pfeffer, Salbei
  • Garam Masala, gemahlen, kbA.
    Zutaten: Kreuzkümmel geröstet, Koriander geröstet, Lorbeer, Pfeffer schwarz, Cardamom, Nelke, Muskatblüte, Zimt Cassia, Langer Pfeffer "Pippali", Chili, Senf schwarz



    © Fotos Biobäckerei Frank Stöve: Naomi Sugiyama


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Tags: bio gewürze, rösten, biobäckerei frank stöve, curry, garam masala
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Hintergrund: Stevia, aktuelle Situation.

Jahresbericht 2008/09: Stevia zwischen Freiheit und Markt-Monopol

 

Wir danken Herrn Steiner von PRO STEVIA SCHWEIZ, Verfasser dieses Berichts, dass er ihn uns zur Verfügung gestellt hat. Kontakt zu PRO STEVIA SCHWEIZ: siehe unten.





Ist Stevia nun zugelassen oder nicht? Eine tägliche Frage für Pro Stevia. Doch die Antwort ist immer noch nicht einfach. Zu den Fakten:

  • In der EU ist Stevia im Prinzip weiterhin nicht zugelassen! 
  • Ausnahme ist Frankreich, dort erhielt ein Rebaudiosid A 97 % eine auf 2 Jahre beschränkte Zulassung.
  • In der Schweiz ist wie seit Jahren die Zugabe von 1 bis 2 % Stevia in Teemischungen erlaubt.
  • Neu ist in der Schweiz beim BAG auf Gesuch hin eine provisorische Zulassung für Steviol-Glykoside erhältlich, sofern sie mindestens 95 % Reinheit aufweisen und den JECFA-Spezifikationen entsprechen.
  • Via diese neue Zulassungs-Möglichkeit hat das BAG bis Ende 2009 total 37 Produkte (Steviol-Glykoside oder Rebaudiosid A) zugelassen. Diese erstrecken sich von Stevia flüssig über Pulver, Tabs, Getränke, Tomaten-Ketchup, Assugrin Steviasweet, Groovia, Schokolade, Glace, Kräuterbonbons, Getreidestängel bis Hefesüssgebäck.

 

 

Begriffs-Klärung

Stevia-Pflanze:     Stevia rebaudiana Bertoni, eine Pflanze mit rund 300 Inhaltsstoffen, vorwiegend aus den Gruppen der Terpene und Flavonoide
Süssstoffe:    Stevioside, Rebaudioside A, C, D und E, Dulcoside A
Steviol-Glykoside:     Extrakte der Stevioside-Diterpenglykoside. Glykoside sind organische chemische Verbindungen der allgemeinen Struktur R-O-Z, bei denen ein Alkohol (R-OH) über eine glycosidische Bindung mit einem Zuckerteil (Z) verbunden ist.
Reb A 97:    Extrakt aus Rebaudiana A mit 97 % Reinheit


Coca-Cola steigt ein

Seit 2002 mischt Cargill, ein amerikanisches Familienunternehmen mit 116,6 Milliarden US-$ Umsatz (2009) kräftig im Reb A-Markt mit. Cargill sucht einen Ersatz für die HFCS (High Fructose Corn Syrup), dessen Verbrauch seit 2002 in den USA um 12,7 % zurück ging. Der Konzern ist selber einer der weltweiten Hauptproduzenten für HFCS. Cargill will auch der amerikanischen Bevölkerung Rechnung tragen, welche zu 2/3 künstlichen Süssstoffen misstraut. Cargill hat mit Coca-Cola einen Exklusivliefervertag von Reb A 97 bis ins Jahr 2030 abgeschlossen. So weit so gut. Alles passt in die gegenwärtige Stimmung, in der naturnahes, gesundes und dennoch hippes Konsumieren angesagt ist.



Reb A 97 ist ein Pseudo-Stevia

Ist aber ein Reb A 97 noch ein natürlicher Süssstoff? Dr. Jakob Ley von Symrise, dem viertgrössten Duft- und Aromahersteller der Welt, sagt ganz klar, dass Reb A 97 nichts mehr mit Stevia zu tun hat. Wir müssen also entweder von Stevia (Blätter) oder von Reb A (und wohl auch Steviol-Glycosiden) sprechen. Die Produkte von Cargill und Merisant enthalten auch Isomere (spiegelverkehrte Moleküle) und Artefakte. Neuere Stevia-Züchtungen von Cargill sollen auch Rebaudioside F enthalten, die aller Wahrscheinlichkeit nach durch gentechnisch veränderte Pflanzen erzeugt werden.
Ein weiteres Problemfeld sind die verschiedensten Extraktionsverfahren, bei denen teilweise Kalk, Eisen und Aluminium eingesetzt werden. Bei den vom BAG zugelassen Extrakten haben wir keine Ahnung, wie die Extrakte und aus welchem Pflanzenmaterial sie gewonnen wurden. Dazu kommen noch die Träger- und Haltbarkeitsstoffe, die nicht immer natürlichen Ursprungs sind.



Warten auf Strassburg

Die Problemlösung wäre eigentlich die Zulassung der Steviablätter. Doch gemäss Herrn Andreas Klepsch von der EU-Kommission ist vorläufig mit keiner Zulassung von Blättern zu rechnen. Der Europäische Gerichtshof Strassburg wird dieses Jahr noch eine Anfrage des Verwaltungsgerichtshofes München beantworten müssen, ob Stevia der Novel-Food-Verordnung untersteht oder nicht. Erste Stellungsnahmen lassen nichts Gutes erhoffen. Doch noch lebt die Hoffnung: Wenn Strassburg Stevia nicht unter die Novel-Food-Verordnung stellt, sind die Blätter ohne weitere Studien zugelassen - das wäre eigentlich die logische Befreiung von Stevia aus überflüssigen Einschränkungen.
Gleichzeitig ist ein Gesuch von Cargill für Reb A 97 bei der EU hängig. Hier stehen wir zwischen zwei Extremen. Wenn die EU-Kommission dem Antrag Cargill stattgeben würde, und gleichzeitig die Novel-Food-Einschränkungen bleiben, könnte im schlimmsten Fall nur Reb A 97 in Europa zugelassen sein. Auch die provisorischen Zulassungen für Steviol-Glykoside würden hinfällig. Bis Ende Jahr wissen wir vielleicht, ob sich die Vernunft oder die Macht durchgesetzt hat.



Pro Stevia für Wahlfreiheit

Der Konsument hat nur eine Wahlfreiheit, wenn auch die Blätter zugelassen sind. Dann kann er zwischen einem natürlichen und einem eher unnatürlichen, dafür einfach anwendbaren, Süssstoff wählen. Die grossen Player haben jedoch kein Interesse an der Zulassung der Pflanze, denn sie versprechen sich vom Extrakt-Markt Milliardenumsätze.
Leider spielen die Medien eine unglückliche Rolle. Wenn sie von Stevia schreiben, heben sie grösstenteils die Vorzüge der Pflanze hervor. Von den positiven Effekten ist aber in einem Extrakt kaum mehr etwas vorhanden. Auch wenn Villars eine Schokolade mit 4 % Zucker und Reb A auf den Markt bringt und gleichzeitig in höchsten Tönen die Vorteile von Stevia rebaudiana-Blättern lobt - zum Beispiel plaquehemmende Wirkung - ist dies schlicht Irreführung des Konsumenten.



Ausbeutung der Bauern

Dazu kommt das agropolitische Problemfeld: Wenn die Blätter nicht zugelassen werden, wird sich für diese kein Markt entwickeln. Die Bauern müssen dann gentechnisch veränderte Pflanzen anbauen, die der Agrokonzern liefert. Die Ernte müssen sie wiederum dem Konzern abliefern - gegen ein Trinkgeld. Cargill hat sich in Paraguay bereits 50'000 Hektaren Land gesichert, auf dem Stevia angebaut werden könnte.
Ich möchte eigentlich nicht, dass sich indische Zustände in Südamerika wiederholen. Indische Kleinbauern sind öfters nicht in der Lage, die Kredite, die sie in Form von Saatgut und Pestiziden von den Agromultis erhalten haben, mit der Ernte zurück zu bezahlen. Dies führte bereits tausende von Menschen in den Ruin oder gar Suizid. Der indische Staat wollte das Problem bekämpfen und sprach den Hinterbliebenen eine Entschädigung von US $ 3'000 zu, was einige verzweifelte Bauern zusätzlich in den Freitod trieb, damit die Familie wenigstens zu dieser Zahlung kam. Wenn wir die Milleniumsziele der UNO, die Armut bis 2015 zu halbieren, ernst nehmen wollen, dürfen wir solche Praktiken nicht dulden.

 


Kurt Steiner
02/10

 

PRO STEVIA SCHWEIZ
Postfach
3000 Bern 23
T: 031 971 68 12
E: info at prostevia.ch
I: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.prostevia.ch
PC 30-216790-6 

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Tags: stevia, stevia rebaudiana
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Hintergrund: BioFach 2010 - Nachlese

BioFach Messe 2010: Fairer Handel Kernthema


 

 

Für die, die sie bisher noch nicht kannten: Die Biofach-Messe (eine reine Fachmesse) findet jedes Jahr im Februar in Nürnberg statt und gilt als Weltleitmesse für Bio-Produkte. Zugelassen sind nur einwandfrei biozertifizierte Lebensmittel, zertifizierte Naturkosmetik und Naturkleidung.

BioFach Nürnberg: Heuschrecke-Stand im NRW-Gemeinschaftsstand



Nach der Verlegung der Biofach Tage auf Mi - Sa anstatt wie bisher Do - So, und der angekündigten gelichteten Reihen der Aussteller- und Besucherzahlen waren wir natürlich gespannt, wie viel tatsächlich los sein würde.
Am Ende der Messe waren wir zufrieden. Es war ruhiger, aber wir hatten mehr Besuche am Stand als letztes Jahr, ein angenehmes Paradoxon...





 

 


Unsere Themen dieses Jahr waren:
BioFach Nürnberg: Heuschrecke-Stand: Neue Kinder- und Jugendtee

  • Kinder- und Jugendtees, wo wir altbewährte und ganz neue Teemischungen mit unse ren mittlerweile bekannt-schrägen Namen vorstellten und verkosteten,
  • alle Gewürzmischungen gab es in der Verkostung
  • unter dem Titel "Komische Kräuter" zeigten wir - zum Anfassen und Schnuppern - seltene Tee- und Gewürzpflanzen, z.T. Spezialitäten aus dem Ayurveda,
  • edle Natursalze (unter 97,5% NaCl, und damit gesetzlich nicht unter Speisesalz fallen) konnten probiert werden, wie Fleur de Sel, Hallstattsalz und Urmeersalz,
  •  und wir stellten das Thema ‚Fair Handeln' heraus. In Fotoalben konnten BesucherInnen unsere Bauern in Indien und Sri Lanka wenigstens über Bilder kennenlernen.





 

Erfreulicherweise war das Thema Fairer Handel ein BioFach Nürnberg: Heuschrecke-Stand: Trust Organic Small FarmersKernthema der Messe: die Halle 5 war als "Fair-Halle" deklariert, und man traf dort Verbände und Initiativen, Fair-zertifizierte Bio-Unternehmen und Bio-Projekte, z.B. Kleinbauernprojekte aus der ganzen Welt (z.T. mit viel Flair - wie der Afrika-Gemeinschaftsstand).


Die Kommunikations-, Netzwerk- und Marketing-Initiative "Trust Organic Small Farmers" (TOSF) zur Förderung von Bio-Kleinbauernprojekten (Heuschrecke ist Gründungsmitglied) war erstmals mit einem Stand vertreten. Der kleine Stand unter der Leitung von Harald Gruber und Dr. llse Preiss (beide Journalisten, TOSF ist unter dem Dach der von ihnen gegründeten Comundialis-Stiftung) weckte Neugierde und konkretes Interesse an einer Mitgliedschaft bei einigen europäischen Öko-Unternehmen, sowie bei Kleinbauern-Initiativen aus Kroatien, Laos, Vietnam und Indonesien.


Hinter der Gründung von "Trust Organic Small Farmers" stand u.A. der Gedanke, dass Bio-Kleinbauernprojekte, wie nicht nur viele Wissenschaftler, sondern auch der UN-Weltagrarbericht betonen, unabdingbar für die Welternährung und Erhalt der Umwelt sind, und deshalb bei der drohenden Durch-Industrialisierung der Landwirtschaft (Thema Gentechnik und Patentierung von Saaten und Nahrungspflanzen) besonders zu schützen sind. Am Vorabend der Messe fand die 4. Konferenz von "Trust Organic Small Farmers" statt - darüber berichten wir in den nächsten Wochen ausführlich.


Da diese internationale Messe neben dem bekannten Gesicht, nämlich der Beziehung Lieferant/Hersteller - Kunde und der Präsentation von Produkten, noch ein anderes hat, nämlich Vernetzung von Lieferanten, Herstellern und Anbauern untereinander, fand auch unter uns Ausstellern ein stetiges Hin- und Hergewandere statt. Neue Projekte wurden ausgeheckt, A von B mit C bekannt gemacht, wodurch neue Win-Win-Situationen entstehen sollen, eine global-lebendige, oft familiäre Atmosphäre aufrechterhalten.



Die Präsenz von Halle 5 machte es schön deutlich: Bio geht nicht ohne Fair. Und "Fair Handel" verlangt auch, Konkurrenzdenken zu überdenken. Neue Wege dafür, hier wieder die Stichworte Kommunikation und Vernetzung, zu erfinden und auszutesten wird die nächste wichtige Aufgabe für die Naturkostbranche.  

 

Nach 30 Jahren im Bio-Geschäft liegt für uns das Augenmerk wieder wie am Anfang auf Kommunikation - und im Besonderen auf partnerschaftlichen Netzwerken. Darin sind wir weiß Gott nicht müde geworden, lassen uns weiter begeistern. (Es gibt allerdings auch die andere Seite, scharenweise Bio-Leerverkäufer, Händler, keine Produzenten, typischerweise aus Indien, Ägypten und Osteuropa, wo man nur davon ausgehen kann, dass die "Bioware" kurzzeitig vom konventionellen Markt "ausgeliehen" sein könnte. Gut, da profitiert man von der langjährigen Erfahrung und der Analytik, die dem "Umwidmen" im Moment gewachsen zu sein scheint...)
Wenn es auch gelingt, eine gute öffentliche Kommunikation zu installieren, nehmen auch EndverbraucherInnen gedanklich mehr an der Produktion ihrer Bio-Lebensmittel teil. So ist auch die derzeitige Bio-Kodex-Diskussion des Bundesverbands Naturkost Naturwaren sehr sinnvoll.

 

Wir stellen natürlich auch auf den kleineren und deshalb leichter zu bearbeitenden Fachmessen BioNord (Hannover) und BioSüd (Augsburg) aus. Doch trotzdem ein Appell an die Naturkostfachgeschäfte: es lohnt sich weiterhin (wenigstens alle 2 Jahre), auch die BioFach Messe zu besuchen, um an der Globalität und Vielfalt teilzuhaben, und den ausstellenden Anbauern, Winzern usw., z.T. von weit her, "Referenz zu erweisen".





Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper







BioFach Nürnberg: Heuschrecke-Stand im Aufbau BioFach Nürnberg: Heuschrecke-Stand im Aufbau



BioFach Nürnberg: Heuschrecke-Stand im AufbauBioFach Nürnberg: Heuschrecke-Stand im Aufbau 






BioFach Nürnberg: Heuschrecke-Stand im Aufbau

BioFach Nürnberg: Heuschrecke-Stand im Aufbau




























BioFach Nürnberg: Heuschrecke-Stand im Aufbau BioFach Nürnberg: Heuschrecke-Stand im Aufbau














BioFach Nürnberg: Heuschrecke-Stand: Edle Natursalze BioFach Nürnberg: Heuschrecke-Stand: die Komischen Kräuter

















BioFach Nürnberg: Heuschrecke-Stand: alle Neuheiten auf einen BlickBioFach Nürnberg: Heuschrecke-Stand: die Gewürzmischungen
 









  

 





















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Tags: biofach, messe, bio, kommunikation, vernetzung, tosf, trust organic small farmers, fair, fairer handel
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