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Biobauern versus Agroindustrie

Froh sein über jeden Biobauer ...

Wildsammlungsprojekt Terra Magnifica, Kroatien: Holunder-Sammlung
Hagebutten
Berberitzen
Kornblumenblüten: pink - red - blue
Bergbohnenkraut
Salbei
Bärlauch
Sammlerinnen
Wacholder
Wasserminze
Gründer von Terra Magnifica Roman Turk, Blütenbauer Drago, Heuschrecke-Gründer Heinz-Dieter Gasper

 

... aber das mit der Rückstandsfreiheit ist in den letzten 40 Jahren von der Landwirtschaftspolitik weltweit vermasselt worden.

 

 

Die Revision der EU-Bio-Verordnung steht nun bevor. In unserem Blog haben wir schon öfter darüber berichtet, warum Bio nicht automatisch Rückstandsfreiheit heißen kann. Seit einigen Jahre beobachten wir eine dramatische Zunahme des Pestizid-Grundrauschens in der Umwelt aus der konventionellen Landwirtschaft. So gab es letztes Jahr und auch bisher in diesem Jahr zum Beispiel keine Ernten aus biozertifizierter Wildsammlung für Schachtelhalm, Löwenzahn und Klatschmohn aufgrund hoher Glyphosatkontaminanationen aus Grundwasser und Luft. Brennnessel, Kamille und viele weitere unserer traditionellen Kräuter könnten folgen. In Übersee-Ländern gibt es dieselbe Problematik für Bio-Kleinbauern, sei es aus behördlichen Spritzungen zur Malariabekämpfung oder aus Intensivanbau von Baumwolle etc.

 


Im folgenden nun die Presseerklärung unseres Branchenverbandes Bundesverband Naturkost Naturwaren zur neuen EU-Öko-Verordnung, mit einem Einschub von uns zur besonderen Situation von Kräutern, Gewürzen und Tee.

 

 

 


 

 

 

BNN: Trilog-Kompromiss zur EU-Öko-Verordnung nicht akzeptabel

So nicht – sonst endet Bio in der Nische

 


Der in Brüssel abgestimmte Entwurf für eine neue EU-Öko-Verordnung hat das Potenzial, das auch von der Bundesregierung gewünschte Wachstum des Biomarkts auszubremsen. Positiv zu vermerken ist, dass der „Bio-Grenzwert“ vom Tisch ist. Allerdings wurden stattdessen in Artikel 20 Regelungen aufgenommen, die bei kleinsten Spuren von bei Bio unerlaubten Stoffen sowohl von Unternehmen als auch Kontrollstellen und -behörden eine lange Reihe von überzogenen Maßnahmen fordern.

 

„Es wird weiter ignoriert, dass Spurenfunde auch bei Bio möglich sind, solange großflächig Ackergifte eingesetzt werden“, kritisiert BNN-Geschäftsführerin Elke Röder. Das führe zu einer Flut an sinnlosen Untersuchungen, unangemessenen Warensperrungen und blockiere vor allem die notwendigen Kontrollkapazitäten für echte Betrugsfälle. „Am Ende könnte der Dokumentations-und Kontrollaufwand Landwirte von der Umstellung auf Bio abschrecken“, warnt Röder.


Ein Fachgutachten im Auftrag des BNN zeigt, dass Jahr für Jahr auf jedem Quadratkilometer landwirtschaftlicher Fläche im Schnitt 258 Kilogramm Agrochemikalien eingesetzt werden. Am Beispiel von konventionellem Weichweizen lässt sich beziffern, dass pro Kilogramm konventionellem Lebensmittel 452 Milligramm Pestizide zum Einsatz kommen. „Ausgerechnet Bio-Landwirte und Bio-Verarbeiter, die chemisch-synthetische Pestizide nicht einsetzen und ablehnen, werden für Rückstände aus der konventionellen Landwirtschaft verantwortlich gemacht“, stellt Röder fest. „Wir können nur immer wieder betonen: Bio-Anbau kann nicht unter der Glasglocke stattfinden.“

 

Trotz des weitverbreiteten Einsatzes von Ackergiften in der konventionellen Landwirtschaft ist die Belastung von Bio-Produkten im Schnitt um den Faktor 100 niedriger als bei konventionellen. Das zeigen zum Beispiel die Analysen des staatlichen Ökomonitorings in Baden-Württemberg und die Ergebnisse aus dem BNN-Monitoring für Obst und Gemüse.
„Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt darf dem Trilog-Kompromiss nicht zustimmen und muss darauf drängen, dass Artikel 20 praxisnah gestaltet wird“, fordert BNN-Geschäftsführerin Elke Röder. Außerdem sei es entscheidend, den Pestizideinsatz in der EU zu verringern.

 

 

  • Pestizid-Grundrauschen - Als Importeur, der gut vernetzt mit Anbauern und Kollegen ist, bekommen wir das steigende Grundrauschen an Pestiziden und Umweltkontaminanten bei Bio-Rohstoffen bedrohlich hautnah mit.
    Der Aufwand, Bio-Ware mit unverschuldeten Kontaminationen für den Bio-Markt zu retten (und um die uns bekannten Bio-Bauern zu schützen, was für Importeure auch eine nicht zu unterschätzende Pflichtaufgabe ist), wird immer aufwändiger und riskanter.

    Die Opens external link in new windowBNN-Orientierungswerte, die noch am ehesten die Realität abbilden und auch jeweils wegen neuer Erkenntnisse angepasst werden, verlieren jetzt schon ihre Akzeptanz bei den Landesbehörden. Die vorgesehene Meldepflicht der neuen EU-Öko-Gesetzgebung wird keinen Raum mehr lassen - selbst Kontaminationsspuren gerade an der Messgrenze können zur Sperrung und Dezertifizierung führen.


    Das bringt die Produktgruppen Kräutern, Gewürzen und Tee in eine besondere Situation, da sie zum großen Teil als Schadstoffsammler fungieren (Boden-Reinigungskräfte, eben Detox), und durch die Trocknung eine relative Anreicherung zu höheren Werten führt (hier auch Trockenfrüchte). Aussicht: eine wachsende Anzahl von Wildsammlungs-(Heil-)Kräuter wird es nur noch begrenzt oder gar nicht in Bio-Qualität geben (Acker-Schachtelhalm, Löwenzahn, Brennnessel, Sauerampfer usw.); Tendenz: jährlich steigende Belastung, es müssen neue Sammlungsgebiete weit abseits konventioneller Landwirtschaft, weitab von Bächen, Flüsse und Gewässern getestet werden usw.. 
    Wie also umgehen mit Kontaminationsbelastungen? Das Wichtigste schützen: unsere Bio-Bauern und -Bäuerinnen, die selbst keine Pestizide
    in die Umwelt geben.

 


Den Videoclip #EndlichVerständlich „Warum Pestizide im Ökolandbau zum Problem werden können, obwohl sie nicht eingesetzt werden“ mit Kirsten Arp, Leiterin des BNN-Monitorings für Obst und Gemüse, finden Sie Opens external link in new windowhier.


Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. │ Katja Niedzwezky

 

Der Bundesverband Naturkost Naturwaren e.V. vertritt die Unternehmen der Naturkost- und Naturwarenbranche. Der Verband verabschiedet besondere Qualitätsrichtlinien für den Naturkost-Fachhandel (aktuell über 400 Verkaufsstellen), die über die gesetzlichen Anforderungen für Bio-Produkte hinausgehen. Die BNN-Mitgliedsunternehmen beschäftigen insgesamt rund 18.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter über 1.000 Auszubildende. Der Naturkost-Facheinzelhandel erzielte 2016 in Deutschland ein Umsatzvolumen von 3,21 Milliarden Euro mit Bio-Lebensmitteln und Naturkosmetik.

 




Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner

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Tags: eu-bio-revision, bnn, eu-öko-verordnung, eu-trilog-kommission, ofis-datenbank
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Qualität bei Kräutern und Gewürzen

Was bedeutet Qualität bei Kräutern und Gewürzen? Unsere Firmenphilosophie.

Heuschrecke Gewürze, Kräuter und Tees im Bioladen
Heuschrecke Gewürze, Kräuter und Tees im Bioladen
Demeter-Cardamom von SOFA-Kleinbauern in Sri Lanka
Demeter-Cardamom von SOFA-Kleinbauern in Sri Lanka
Bärlauch Wildsammlung, Terra Magnifica, Kroatien
Bärlauch Wildsammlung, Terra Magnifica, Kroatien
Malvenernte bei Terra Magnifica in Kroatien
Malvenernte bei Terra Magnifica in Kroatien
Gewürzprapika, Kleinbauern in Ungarn, Premium-Region Szeged
Gewürzprapika, Kleinbauern in Ungarn, Premium-Region Szeged
Korianderanbau am Weltkulturerbe Mittelrhein, Biolandbauer Alfred Hammann
Korianderanbau am Weltkulturerbe Mittelrhein, Biolandbauer Alfred Hammann
Anbau Schabzigerklee, Biolandhof Tannenhof
Anbau Schabzigerklee, Biolandhof Tannenhof
Urwaldpfeffer in Kannampady, Kerala in Indien, Sahyadri Spice Farmers (Bio-Kleinbauern)
Urwaldpfeffer in Kannampady, Kerala in Indien, Sahyadri Spice Farmers (Bio-Kleinbauern)
Eine unserer Standmühlen. Wir arbeiten ohne Anlagen.
Eine unserer Standmühlen. Wir arbeiten ohne Anlagen.
Pulvrige Gewürze werden von Hand abgefüllt. Hier Cayenne.
Pulvrige Gewürze werden von Hand abgefüllt. Hier Cayenne.
Ganze Gewürze und Kräuter füllen wir halbautomatisch auf der Präziblitz ab.
Ganze Gewürze und Kräuter füllen wir halbautomatisch auf der Präziblitz ab.
  • Bio-Anbau & Sozial-Ethik

  • Organoleptik, Sensorik

  • Regionalität, Lieferantenbeziehungen

  • Werterhaltende Weiterverarbeitung

 

 

Was beinhaltet eigentlich der Begriff Qualität bei Kräutern und Gewürzen? Unsere Kriterien für Qualität sind Bestandteil der Heuschrecke - Firmenphilosophie.
Für unsere Marke Heuschrecke wählen wir jeweils die beste verfügbare Qualität aus. Was heißt das für uns?

Übergreifend und unabdingbar ist natürlich der kontrolliert biologischen Anbau und die Zertifizierung nach der EG-Bio-Verordnung, eng damit verbunden ethisches und sozialverträgliches Handeln. Darüber hinaus gilt  für uns Folgendes:


Kriterium Nr. 1 - Organoleptik (Sensorik)


Der Geschmack ist für uns entscheidend: ist die Ware aromatisch? Stimmt der ätherische Ölgehalt, ist er vielleicht sogar besser als der Durchschnitt? Ist der Geschmack nachhaltig? Gibt es unsaubere Nebentöne (muffig) - weshalb die Ware verworfen wird?

Meistens sind Bio-Gewürze sowieso viel intensiver im Geschmack als konventionelle Pendants. Aber aus unserer fast 40-jährige Erfahrung wissen wir, wie oder wo genau die Unterschiede zwischen Massen - und Premiumware liegen.
Wir kaufen aus sorgfältig ausgewählten Herkünften, bevorzugt von Klein- und mittelständischen Bauern. Zusammen mit der schonenden Manufaktur-Verarbeitung bei uns im Haus erzielen wir bei vielen Produkten überdurchschnittliche Wirkstoffgehalte bis hin zu Spitzenwerten.


Laboranalysen veranlassen wir durchgängig bei Osteuropa / Balkan/Übersee-Ware bzw. stichproben-artig bei heimischer Ware und langjährigen Partnern. Wir nehmen teil am Monitoring-Programm des Bundesverbands Naturkost Naturwaren für Trockenprodukte.

Mit großer Besorgnis beobachten wir seit ca. 5 Jahren ein rapide zunehmendes Grundrauschen an Pestiziden in der Umwelt (seitdem sich der Klimawandel in der Landwirtschaft stark bemerkbar macht, und  infolge der Siegeszüge der Agro-Gentec-Industrie). Die Schadstoffe sind natürlich in Bio-Produkten, besonders in den getrockneten Gewürzen, Kräutern und Tees, wiederzufinden. Der Kampf gegen die unverschuldeten Kontaminationen und deshalb drohenden De-Zertifizierungen ist leider nicht immer zu gewinnen. In unseren Augen ist es das Wichtigste, dass die Biobauern durchhalten, dass die Bio-Fläche weiter wächst, letztlich relativ weniger Gifte in die Umwelt gelangen - Bio überall !!.


Kriterium Nr. 2 - Optik


Ist die Farbe schön grün, bzw. typisch - oder gibt es Farbschäden durch schlechte Trocknung und Lagerung?
Eine gute Optik geht meist einher mit einem besseren Geschmack - sowie Kräuter und Gewürze mit optischen Mängeln oft (aber nicht immer) Geschmackseinbußen mit sich bringen.

Unser besonderer Stolz bezüglich Optik ist unser ungarisches Paprika mit intensiven Rotwerten, unser aromatischer Safran aus dem Iran mit hoher Färbekraft, und unsere duftige Kamille mit den weißen Kelchblättern. Bei Blüten - Ringelblumen, Kornblumen, Rosenblüten, Sonnenblumenblüten - ist die Optik sogar noch wichtiger als der Geschmack.


Kriterium Nr. 3 - Regionalität


Regionalität bedeutet für uns das Vermeiden von unnötigen Transporten. Wo es möglich und sinnvoll ist, kaufen wir in Deutschland und nahen europäischen Ländern ein.

Wir arbeiten hier mit Kräuterbauern zusammen, die hervorragende Qualität produzieren, z.B. Koriander und Salbei vom Mittelrhein, Pfefferminze aus dem nordhessischen Bergland, Thymian aus Sachsen-Anh. oder Thüringen, Kümmel von der Mittelweser oder Sachsen usw..
Vorteil im Handel: Kommunikation regional ist auch meist einfacher, und unsere Wünsche bezüglich Qualitäten werden besser angenommen.


Kriterium Nr. 4 - Traditionelle Herkünfte


Tradition und Kultur bringen Know How mit sich.
Die Böden und das Klima sind in bestimmten Regionen für bestimmte Gewürze oder Kräuter besonders gut geeignet.  Beispiele: Paprika aus Ungarn, Basilikum aus Süditalien, Lindenblüten aus der Haute-Provence.

Dazu gehört das Fachwissen der Bauern um die richtigen Pflanzenvarietäten, die - möglichst widerstandsfähig - besonders gut in die Region passen, und die Geheimnisse um die richtige Ernte und Weiterverarbeitung (Erntezeitpunkt, Trocknen, Schneiden/Mahlen).

Das führt uns zu weiteren wichtigen Partnern von uns: die Kleinbauernprojekte PDS in Kerala / Indien, und SOFA in Sri Lanka. Hier bekommen wir die traditionellen exotischen Gewürze her, z.B. Muskat, Pfeffer, Curcuma, Nelken. Die Bauernfamilien, die in der Urwald-Landschaft typischerweise 1ha Land biologisch bewirtschaften, leisten mit dem Anbau traditioneller Sorten in Mischwirtschaft einen wichtigen Beitrag zum Landschafts- und Umweltschutz, sowie zum Erhalt des Artenreichtums. Ein Kleinbauernprojekt garantiert ca. 2000 Familien den Lebensunterhalt und die soziale Absicherung.


Kriterium Nr. 5 - Lieferantenbeziehung


Wir streben langfristige Lieferantenverbindungen an, und vermeiden es, auf der Suche nach Schnäppchen hin und her zu hüpfen nach berüchtigter "Heuschrecken Art".
Langfristige Beziehungen bringen Vertrauen und Zuverlässigkeit mit. Es entstehen persönliche Verbindungen, man schützt sich gegenseitig, fordert und fördert zugleich. Es findet gegenseitige Beratung statt: über Qualität der Ware, Marktlage, Vermarktungsmöglichkeiten und -strategien.


Unsere Prioritäten beim Einkauf:

  • Wo möglich und sinnvoll, kaufen wir regional ein: bei deutschen und europäischen Bioland- u. Demeter-Kräuterhöfen.

  • Wir unterstützen das Wildsammlungsprojekt Terra Magnifica in Kroatien. Die bio-zertifizierte Wildsammlung ist aktive Landschaftspflege und Umweltschutz, und erhält traditionelle Sozialstrukturen auf dem Land.

  • Übersee- Gewürze kaufen wir bevorzugt bei biozertifizierten Kleinbauernprojekten ein, z.B. in Indien, Nepal, Sri Lanka und Afrika. Auch hier wird durch die kleineren Strukturen und Feldeinheiten das traditionelle soziale Gefüge erhalten, und aktiv Landschaftsschutz betrieben. Der Erhalt der ursprünglichen Landschaften und die schonende, nachhaltige Bewirtschaftung schützen auch bei uns das Klima.



Kriterium Nr. 6 - Weiterverarbeitung und Abfüllung der Ware


Um den Wert der Wirkstoffe, v.a. der Aromen, zu erhalten, kaufen wir die Kräuter und Gewürze möglichst im Grobschnitt oder als ganze Ware ein.
Für die Bauern ist dies aufwändiger, da sie sorgfältiger ernten und sortieren müssen. (In Feinschnittware kann man mehr Stängel usw. einarbeiten - man sieht es nicht mehr ...). Einen gewissen Anteil an Blattrippen und dünnen Blattstängeln müssen wir jedoch in Kauf nehmen, dieser kann nicht maschinell entfernt werden.

In den großen Blattstückchen bleiben die Wirkstoffe gut geschützt - deshalb geben wir unsere Produkte gerne, wo möglich, genauso an unsere Kunden weiter.
In unserem Betrieb wird von Hand oder mit halbautomatischen Abfüllmaschinen (Präziblitz) gearbeitet, sodass wir die grobgeschnittene oder ganze Blatt-Ware werterhaltend verpacken können. Auf einer vollautomatischen Abfüllanlage wäre das nicht möglich, diese könnte nur Feinschnitte verarbeiten.

Für unsere pulvrigen Gewürze und Gewürzmischungen (z.B. unsere berühmten Currys) vermahlen wir die Ware zeitnah zum Verkauf in unserer eigenen Mühle, nicht zu Staub, sondern nur "pixelfein". So bleibt das Aroma länger frisch.

In der Küche ist die Anwendung von etwas gröberen Küchenkräutern zwar "unbequemer" (wenn man den Anspruch an schnelle Convenience-Küche hat) - dafür bekommt der Koch/ die Köchin optimales Aroma und einen höheren Wirkstoffgehalt. Zum Kochen die gröberen Kräuter wie Estragon, Basilikum etc. am besten in der Hand zerreiben oder im Mörser zerkleinern (störende Stängel herausfischen).


Kriterium Nr. 7 - Preise

Zunächst gilt: die Preise müssen natürlich für beide Seiten akzeptabel sein -  sonst können weder die Anbauer weiterproduzieren, noch die Händler die Ware vermarkten.

Bei Kräutern und Gewürzen unserer Marke Heuschrecke wählen wir hohe Qualitäten: wo es geht die höherpreisigen regionalen Herkünfte, Ware aus kleinbäuerlicher Landwirtschaft oder Wildsammlung, die alle aufwändiger in der Herstellung sind und dann auch entsprechend mehr kosten dürfen.

Glücklicherweise sind Gewürze, Kräuter und Tee nicht so preissensible Produktgruppen wie z.B. Molkereiprodukte - und auf das Tütchen bezogen bezahlt man im Endpreis für gute Qualität vielleicht noch 20 - 30 Cent mehr, die sich angesichts des Geschmacks aber lohnen. Wir wünschen uns schließlich, dass die KundInnen auch gerne wiederkommen.

 

 


 

Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner. Foto: QNZE Werbe- und Produktionsagentur Wir sind:
Heinz-Dieter Gasper
Gründer und Geschäftsführer der Heuschrecke Naturkost GmbH, mit 40jähriger Erfahrung im Handel mit Bio-Kräutern u. Gewürzen.
Ursula Stübner
Seit bald 30 Jahren bei Heuschrecke, in der Geschäftsleitung -
- und das Heuschrecke-Team in Büro, Produktion und Versand.

Heuschrecke-Tees und Gewürze erhalten Sie im Naturkostladen/-versand.

 

 

 

 

 

 

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Tags: qualität, bio-gewürz, bio-kräuter, heuschrecke, manufaktur, biobauern, demeter, kleinbauernprojekte
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BioFach 2017

BioFach-Messe und Trust-Organic-Small-Farmers-Konferenz

Wenn wir Montags auf der BioFach anreisen, steht unser schwerer Bauholz-Stand dank Messebau24 bereits - ein Zugeständnis an unser Alter. Wir räumen dann nur noch Material und Ware etc. ein - immerhin mit 3 Paletten auch wie der erste Umzug eines Studenten in ein 30m²-Zimmer. Zur Stärkung erstmal ein Mate-Tee.
Wenn wir Montags auf der BioFach anreisen, steht unser schwerer Bauholz-Stand dank Messebau24 bereits - ein Zugeständnis an unser Alter. Wir räumen dann nur noch Material und Ware etc. ein - immerhin mit 3 Paletten auch wie der erste Umzug eines Studenten in ein 30m²-Zimmer. Zur Stärkung erstmal ein Mate-Tee.


Am Vorabend der BioFach Messe findet traditionell unsere Trust-Organic-Small-Farmers-Konferenz statt, dieses Jahr die 11.
Am Vorabend der BioFach Messe findet traditionell unsere Trust-Organic-Small-Farmers-Konferenz statt, 2017 im 11. Jahr. Wir werden noch ein ausführliches Protokoll dazu schreiben. Hier nur kurz:
Es treffen sich VetreterInnen der Kleinbauernprojekte PDS/Indien, SOFA/BioFoods aus Sri Lanka, die Wupperthal Coop aus Südafrika, Organic Africa aus Simbabwe (dieses Mal leider nicht, Flug verspätet), TPI aus Darjeeling und Terra Magnifica aus Kroatien, sowie Importeure aus Deutschland, Kanada und Frankreich.
Es treffen sich VetreterInnen der Kleinbauernprojekte PDS/Indien, SOFA/BioFoods aus Sri Lanka, die Wupperthal Coop aus Südafrika, Organic Africa aus Simbabwe (dieses Mal leider nicht, Flug verspätet), TPI aus Darjeeling und Terra Magnifica aus Kroatien, sowie Importeure aus Deutschland, Kanada und Frankreich.
Nach einem Sharing geht es weiter mit einer Diskussion über die steigende Umweltbelastung durch Agro-Industrie-Spritzmittel und Umweltkontaminanten - ein brennendes Thema.
Nach einem Sharing geht es weiter mit einer Diskussion über die steigende Umweltbelastung durch Agro-Industrie-Spritzmittel und Umweltkontaminanten - ein brennendes Thema.
Roman Turk von Terra Magnifica hat ein auf Kräuter und Gewürze spezialisiertes Labor gegründet und präsentiert nun seine Untersuchungsergebnisse von nun über 3 Jahren und mehreren tausend Analysen.
Roman Turk von Terra Magnifica hat ein auf Kräuter und Gewürze spezialisiertes Labor gegründet und präsentiert nun seine Untersuchungsergebnisse von nun über 3 Jahren und mehreren tausend Analysen.
Die Produktgruppen Kräuter und Gewürze sind im Vergleich zu Getreide und Frischware in einer besonderen Situation, da sie oft Schadstoffe aus Boden, Wasser und Luft sammeln, also eine reinigende Funktion haben. Wenn sie dann noch getrocknet analysiert werden, und der Trocknungsfaktor nicht berücksichtigt wird, überschreiten sie eigentlich schon in der Regel die BNN-Orientierungswerte. Die Interpretation der Spuren, die nicht die Biobauern verschuldet haben, wird gerade verschärft. Es kann sein, dass dann gut 50% der Bio-Gewürze und Kräuter deklassifiziert werden - ein Desaster gegenüber den Biobauern.
Die Produktgruppen Kräuter und Gewürze sind im Vergleich zu Getreide und Frischware in einer besonderen Situation, da sie oft Schadstoffe aus Boden, Wasser und Luft sammeln, also eine reinigende Funktion haben. Wenn sie dann noch getrocknet analysiert werden, und der Trocknungsfaktor nicht berücksichtigt wird, überschreiten sie eigentlich schon in der Regel die BNN-Orientierungswerte. Die Interpretation der Spuren, die nicht die Biobauern verschuldet haben, wird gerade in einigen Bundesländern, auch in einigen EU-Ländern, verschärft. Es kann sein, dass dann gut 50% der Bio-Gewürze und Kräuter deklassifiziert werden - ein Desaster gegenüber den Biobauern.
Beim gemeinsamen Abendessen der Tust-Organic-Small-Farmers-Mitglieder wird weiter diskutiert...
Beim gemeinsamen Abendessen der Tust-Organic-Small-Farmers-Mitglieder wird weiter diskutiert...
... und Geschichten ausgetauscht.


... und Geschichten ausgetauscht.



Der erste Messemorgen. Alles, was gestern Baustelle war, erstrahlt im Glanz.
Der erste Messemorgen. Alles, was gestern Baustelle war, erstrahlt im Glanz.
Unsere Messe-Neuheit ist eine kleine Demeter-Range an Gewürzen, davon viel von unseren Übersee-Kleinbauernpartnern. Hier Sunil und Jomon von PDS / Indien vor "ihren" Produkten.
Unsere Messe-Neuheit ist eine kleine Demeter-Range an Gewürzen, davon viel von unseren Übersee-Kleinbauernpartnern. Hier Sunil und Jomon von PDS / Indien vor "ihren" Produkten.
Und hier Bernard, Präsident der Small organic Farmer Association in Sri Lanka. Von dort kommen z.B. alle Muskatprodukte. Es ist wichtig für sie zu sehen, wie das, was sie angebaut und geerntet haben, hier präsentiert und geschätzt wird.
Und hier Bernard, Präsident der Small organic Farmer Association in Sri Lanka. Von dort kommen z.B. alle Muskatprodukte. Es ist wichtig für sie zu sehen, wie das, was sie angebaut und geerntet haben, hier präsentiert und geschätzt wird.
Tara und Shanta, 2 Schwestern, vom Kanchanjangha Tea Estate. Ihr Vater hatte die Teefarm 1984 als Genossenschaft gegründet. Hier werden auch Tees der umliegenden Kleinbauernkooperativen verarbeitet. Wir bieten z.B. einen Small Farmers-Nepal Tee an.
Tara und Shanta, 2 Schwestern, vom Kanchanjangha Tea Estate. Ihr Vater hatte die Teefarm 1984 als Genossenschaft gegründet. Hier werden auch Tees der umliegenden Kleinbauernkooperativen verarbeitet. Wir bieten z.B. einen Small Farmers-Nepal Tee an.
Prem Tamang von Tea Promoters India. TPI verwaltet 7 Bio-Teegärten in Darjeeling, Dooars und Assam, und verarbeitet außerdem partnerschaftlich den Tee von 5 Kleinbauernkooperativen. Wir haben auf dieser BioFach einen Kleinbauerndarjeeling von Mineral Spring vorgestellt.
Prem Tamang von Tea Promoters India. TPI verwaltet 7 Bio-Teegärten in Darjeeling, Dooars und Assam, und verarbeitet außerdem partnerschaftlich den Tee von 5 Kleinbauernkooperativen. Wir haben auf dieser BioFach einen Kleinbauerndarjeeling von Mineral Spring vorgestellt.
Da wir innerhalb des NRW-Gemeinschaftsstandes ausstellen, kommen wir jedes Jahr in den Genuss eines Besuchs von unserem grünen Umweltminister Johannes Remmel. Dieses Jahr hatten wir ihn zu einem Gespräch über das steigende Grundrauschen an Pestiziden und Umweltgiften in Bio-Gewürzem und -Kräutern gebeten - sodass evtl. bald das Bio, wie wir es kennen, nicht mehr möglich sein wird. Er nahm sich viel Zeit dafür und versprach Diskussion darüber auf Regierungsebene.
Da wir innerhalb des NRW-Gemeinschaftsstandes ausstellen, kommen wir jedes Jahr in den Genuss eines Besuchs von unserem grünen Umweltminister Johannes Remmel. Dieses Jahr hatten wir ihn zu einem Gespräch über das steigende Grundrauschen an Pestiziden und Umweltgiften in Bio-Gewürzem und -Kräutern gebeten - und über unsere Sorge, dass evtl. bald das Bio, wie wir es kennen, nicht mehr möglich sein wird. Er nahm sich viel Zeit dafür und versprach Diskussion darüber auf Regierungsebene.
Kurz vor dem Abbau - unser Messeteam - unsere langjährigen Messe-Hostessen Claudia und Angela, unser neuer Mitarbeiter Ferdinand und wir beide.
Bei uns steht auch Kim Axmann von der Kimango Farm in Tansania. Hier bekommen wir tolles Zitronengras, Moringa und ein mittelscharfes Bird Eye-Chili her.
Der Abbau hat 3 Stunden gedauert.
Kurz vor dem Abbau - unser Messeteam - unsere langjährigen Messe-Hostessen Claudia und Angela, unser neuer Mitarbeiter Ferdinand und wir beide.
Das anschließende wunderbaren Abendessen mit Partnern und Freunden aus 6 Ländern war dann wie wohlverdientes Chillen.
Der Abbau hat 3 Stunden gedauert.
Das anschließende wunderbare Abendessen mit Partnern und Freunden aus 6 Ländern und 4 Kontinenten war dann wie wohlverdientes Chillen.
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Tags: biofach, trust organic small farmers, bio-gewürze, bio-kräuter, bio-tee
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Demeter in Übersee

... die schönste, kreativste und individuellste Art und Weise, wie man im eigenen Betrieb zur Zukunft der Erde am besten beitragen kann...

Heuschrecke - Demeter - Gewürze
Seit August 2016 haben wir einen Demeter-Vertrag, sodass wir unsere Demeter-Gewürze und –Kräuter jetzt explizit ausloben und kennzeichnen können. In unserer kleinen Demeter-Linie gibt es nun ca. 20 Gewürze und Kräuter.


Warum machen wir das ? Warum jetzt? Eine zusätzliche Zertifizierung ist für einen kleinen Spezialisten wie uns natürlich immer mit viel Aufwand verbunden, und wahrscheinlich wird es sich unterm Strich nicht rechnen. Was uns überzeugt hat ist die Begeisterung unserer Kleinbauernpartner in den Übersee-Ländern, die schon länger am Demeter-„Ball“ sind.

 

Wir konnten auf mehreren Kontinenten schon begutachten, mit wieviel Liebe die Präparate hergestellt werden. Unsere Bauern empfinden – wie sie erzählen – durch die naturnahe und sinnliche Methode eine stärkere Verbindung zu ihren Vorfahren. Sie können beobachten, dass in den ganzen Klimawandel-Phänomenen die Demeter-Setzlinge stärker sind und besser überleben.


Neben den Kleinbauernprojekten PDS/ Sahyadri Spice Farmers in Indien und SOFA / Biofoods in Sri Lanka (von dort haben wir schon lange die Demeter-Qualitäten importiert) könnte es ab Mitte 2017 Demeter Rooibusch von unseren Wupperthalern geben. Auch in China (Fairbiotea-Teefarm Qingshan) und bei TPI (verschiedene Darjeeling-Teegärten, u.a. Singell) wird geschult, geforscht und z.T. angewandt, obwohl noch nicht zertifiziert.

 

Wenn man den Zukunftsforschern glauben mag, wird unsere Nahrungsmittelproduktion unter Bevölkerungswachstum und Bodenverlusten durch Klimawandel / Übernutzung in mittlerer Zukunft eine Schlacht sein zwischen gentechnischen Verfahren (CrisprCas) und urbanem Anbau unter Kunstlicht bei ressourcensparenden Wasserkreisläufen in mehrstöckigen Anbau-Gebäuden. Da ist die Demeter-Landwirtschaft ein echter Lichtblick – wir hätten gerne, dass sie sich noch etwas über die Welt verbreitet.

Derzeit führen wir folgende Produkte in Demeter-Qualität: Bockshornklee, Cardamom gemahlen, Curcuma, Ingwer gemahlen, Knoblauch Granulat, Liebstöckel, Muskatblüte gemahlen, Muskatnuss ganz, Muskatnuss gemahlen, Nanaminze, Nelken ganz, Pfeffer 'Tellicherry' schwarz ganz, Pfeffer schwarz gemahlen, Pfeffer weiß ganz, Pfeffer weiß gemahlen, Schnittlauch, Schwarzkümmel, Zimt Ceylon gemahlen, Zimtstangen Ceylon, Zitronenmelisse. (Bezugsquellen: Bioläden)

 

 

Was ist das Wichtigste an Demeter?

 

Der biodynamische Landbau bezieht die geistige oder spirituelle Dimension der Erde mit ein - die Verbindung von Erde, Pflanzen und Tiere zum Kosmos und den anderen Planeten. Demeter-Landbau bedeutet Artenvielfalt und gesunde Kreisläufe. Dünge- und Pflanzenbehandlungsmittel werden dynamisiert (wie in der Homöopathie). Viele Bauern in Übersee machen dies selbst, andere besorgen sich die fertigen Präparate.

 

 Jan-Kees Luijerink mit Demeter-Kräuterbauer Peter Heuner vom Krebsbachhof, vor Johanniskraut

"Der biodynamische Landbau ist die schönste, kreativste und individuellste Art und Weise, wie man im eigenen Betrieb zur allgemeinen, langfristigen Entwicklung der Erde als Träger der Menschheit in Zukunft am besten beitragen kann."

Jan-Kees Luijerink, langjähriger Inhaber des Demeter-Kräuterhofs "Het blauwe Huis" in Holland.
 

 

"Now I can see the plants singing and dancing in the wind".

Barend Salomo, Vorstand der Wupperthal Original Rooibos Cooperative, Westkap, Südafrika

 

 

"TPI believes that Biodynamic Agriculture in tea cultivation aligns to the rhythm of the Universe. This holistic farming system helps harness cosmic forces, releases them into the soil to make it vibrant and living."

Binod Mohan, Tea Promoters India

 

 

Fotos: Qingshan-Farm - von Fairbiotea; Wupperthal, Südafrika - von Christine Nachmann/ Jardins de Gaya; SOFA Sri Lanka - teilweise von BioFoods, alle anderen Fotos - von Heuschrecke.

 

 

 

Biodynamischer Tee-Anbau in Derjeeling, in den Bio-Teegärten Singell und Selimbong. Wahrscheinlich kann bald zertifiziert werden.
Die Präparate werden hier selbst hergestellt.


















Demeter-Schulung auf der Fairbiotea-Farm Qingshan.
"Der Berater kommt aus Indien und heißt Jakes Jayakaran und er ist von Demeter autorisiert. Außerdem gibt es in China noch einen Anthroposophischen Verein, für den der Leiter von Ceres China Ding Wei (früher Leiter IMO China) arbeitet. Er fungiert als eine Art Übersetzer der Beratung. Und dann haben wir dort noch unseren Berater Pablo Gonzales, der sich um das Kompostforschungsprojekt und die Kompostproduktion kümmert. Ob das mit der Demeter Zertifizierung letztlich funktionieren wird kann ich noch nicht sagen. Es gibt derzeit einen ungelösten Konflikt. Die Chinesen möchten erst eine Probeumstellung auf 7 ha machen, aber Demeter besteht auf einer Umstellung der gesamten Farm. Ich sehe das entspannt ob es denn eine Demeter Zertifizierung gibt oder nicht, die Beratung wird zu einem besseren Verständnis und einer Vertiefung des ökologischen Landbaues führen." Wolfgang Wilhelm, Gründer von Fairbiotea (www.fairbiotea.de)








Die Wupperthal Original Rooibos Cooperative im Westkap, Südafrika, hat letztes Jahr in einem Dorf mit biodynamischem Landbau begonnen.
Barend Salomo sagt, dass die biodynamische Methode die Kleinbauern glücklich mache. Sie verbinde sie in ihrer Ganzheitlichkeit mit den Vorvätern.
Wenn wir Glück haben, gibt es 2017 den ersten Demeter-Rooibos. Dies ist auch unserer Trust-Organic-Small-Farmer-Kollegin Arlette Rohmer von der französischen Tee-Firma Les Jardins de Gaia zu verdanken, die die Cooperative immer wieder zur Biodynamie ermutigt hat.
Demeter heißt übrigens nicht automatisch schadstofffrei. Was die Chemie und Agroindustrie in die Umwelt gebracht haben, kann kein Bauer auslöschen. Hier liegt die Lösung bei der Industrie bzw. bei der Politik. Demeter tut etwas für die Gesundheit der Pflanzen.
Aus Sri Lanka und Indien beziehen wir schon lange Demeter-Bulk-Ware. Die Kleinbauern dort sind so vertraut mit Demeter, dass man nicht meinen sollte, dass diese Methode aus Deutschland stammt. Sie fügt sich erstaunlich gut ein in die örtlichen Gegebenheiten, und wirkt sich günstig auf die Probleme des Klimawandels aus.
Unsere Kleinbauernpartner PDS / Sahyadri Spice Farmers in Indien, und SOFA / Biofoods in Sri Lanka gaben letzendlich den Anstoß zu unserer Zertifizierung.
Dr. Sarath Ranaweera von Biofoods hat letztes Jahr die Gründung der ersten Biodynamic Association in Sri Lanka mit initiiert.
Hier in den letzten 4 Bildern ist noch die Demeter-Kompost- und die Präparate-Herstellung der Sahyadri Spice Farmers / PDS in Kerala, Indien zu sehen.
Es ist ein gutes Gefühl, aber auch ein großer Aufwand, den die Kleinbauern im Demeter-Anbau stemmen.
Wichtiger als wir hier vielleicht denken ist es ihnen, ein gutes Feed Back von ihren Hauptmärkten, den westlichen Bio-Märkten zu bekommen.
Einfach die Nachricht, dass die Übersee-Demeter-Produkte hier wirklich gefragt werden, und dass das Durchhalten des Aufwandes von uns geschätzt wird.
Demeter ist mehr als nur gute Produkte - es bewahrt auch die kosmische Energie in Mutter Erde, ein kleiner Lichtblick im Agroindustriestress.
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Tags: demeter, biodynamischer landbau, bio-gewürze, kleinbauernprojekte, übersee
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Bio-Rohstoffe - verschiedene Entwicklungen betreffen auch die Bio-Branche

Gegen Dumping auf den Bio-Rohstoffmärkten, und für eine gesunde Zukunft des Bio-Anbaus und Handels

english version

 
Liebe LeserInnen
 
Es war nicht unsere Absicht, 2x hintereinander in unserem Blog so ernst zu sein, aber das Thema Bio-Rohstoffe, überhaupt Lebensmittelrohstoffe, braucht eine kritische Begleitung auch durch die KonsumentInnen. Im nächsten Beitrag werden wir wieder über etwas sehr Positives berichten, den Demeter-Anbau in Übersee-Ländern.
 
Die Bio-Rohstoffsituation ist bereits jetzt geprägt durch Ernteverluste, Preisdumping, Deklassifizierungen wegen Grenzwertüberschreitungen, Qualitäts- und Landverlusten, sowie Konkurrenz mit der konventionellen Lebensmittelwirtschaft, die ihr Profil mit Bio-Rohstoffen aufhübschen will.

Zunehmend wird Bio-Landwirtschaft für die Bio-Anbauer riskant, der Lebensunterhalt wird immer schwieriger unter o.g. Faktoren.

Wir haben hier alle Punkte zusammengetragen, die uns als traditionelle Bio-Importeure im Moment hoch besorgen und sogar vermuten lassen, dass es das Bio, wofür wir angetreten sind, nicht mehr lange geben wird. Vorab ging dieser Text an altgediente Bio-Importeure und -Hersteller, sowie Bio-Kontrolleure und Verbände. Deren Feed back bestätigt uns in jeder Hinsicht; auch dahingehend, mit einer größeren Bio-Öffentlichkeit unsere Besorgnis zu teilen.
Kollegen, die nicht selbst importieren, mögen den beschriebenen Schwierigkeiten noch nicht so stark begegnen. Aber auch Bio-KonsumentInnen sollten darauf vorbereitet sein, dass Bio etwas anderes ist als bestmögliche Schadstofffreiheit zum billigsten Preis.

 

Die Fotos zeigen Anbau, Ernte und Verarbeitung unserer Bio-Vanille von Kleinbauern im Madagaskar.

 

 

 

1. Die Rohstoff-Situation in der Biobranche

 

1.1.Mengen

Tendenz: sehr viele Lebensmittel aus Drittländern werden knapp - die Einheimischen leisten sich öfter die guten Qualitäten, die früher in den reichen Westen exportiert wurden. In einer Reihe von Ländern gibt es Mindestqualitätsstandards, ab denen erst exportiert werden darf (z.B. Spice Board of India).

1.2. Preise 

Der Druck durch die Einstellung der großen Lebensmittelketten, jede Preiserhöhung aus dem Ursprung zu ignorieren, greift schon länger auch auf die Bio-Lebensmittelindustrie / -Filialisten über. 
In der Folge werden, falls diese Rohstoffpreissteigerungen nicht durch innerbetriebliche Rationalisierungsmaßnahmen (z.B. Personal durch Maschinen ersetzen) neutralisiert werden können, sich die Qualitäten in verschiedener Hinsicht schleichend verschlechtern, da der Preisdruck auf die vorgelagerten Hersteller und Produzenten abgewälzt werden muss.

1.2.1. Preisdruck auf die Bioproduzenten 

Auch dort werden Ausweichreaktionen die Folge sein und sind es schon. Bio ist mit Mehrarbeit verbunden - wird die nicht honoriert, passiert Folgendes:

1.2.2. Herbizide statt Hackarbeit
Glyphosateinsatz ist wesentlich billiger und effektiver als Bodenbearbeitung. Nur wenn man den Bioanbauern eine 'Prämie' (bzw. korrekte Entlohnung) zusagt, kann er auf illegale Maßnahme verzichten (ehrliches persönliches Bio-Engagement natürlich vorausgesetzt).

1.2.3. Landflucht
(Klein-) Bäuerliche Bio-Landwirtschaft ist laut Weltagrarbericht die einzige Chance, genügend Nahrungsmittel auf kontinuierlich bewirtschafteter Agrarfläche zu erzeugen. Dazu braucht sie generationen-übergreifende Kontinuität. Wenn es sich nicht mehr lohnt für den potentiellen Jungbauern/bäuerin, wird der Betrieb aufgegeben - auch mangels Wertschätzung der Bodenständigkeit.

2. Produktqualität, Wertigkeit

 

2.1. Wertschätzung ist qualitätserhaltend

Fenchel ist nicht gleich Fenchel, wie Tafelwein nicht gleich Grand Cru - Hochgewächs ist. Bekommen die Betroffenen in der Biokette nicht den Auftrag oder die Chance über eine entsprechende Wertschätzung und Bezahlung, dann verschwinden die guten Bioqualitäten und die engagierten Qualitäts-Biobauern.

2.2. Bio-Ware versickert im konventionellen Markt

Zögern die Biobeteiligten in der Wertschöpfungskette ein deutliches Signal zu geben, auf jeden Fall bei Engpässen (sei es wetterbedingt, oder durch politische Unruhen usw.), mit fast jedem verlangten Preis mitgehen zu wollen, wird die Ware blitzschnell von cleveren konventionellen Aufkäufern (auch spekulativ...) vor Ort per lachendem Bargeld abgegrast. Der Biomarkt guckt in die Röhre. Dazu ein Zitat aus der Ernteprognose 2017 für Bio-Vanille:

"Viel Bio Vanille wird den Bauern aufgrund der starken Nachfrage von neuen Händlern als konventionell abgekauft. Bei den hohen Preisen ist es für die Bauern oft zweitrangig, ob sie als konventionell oder Bio verkaufen. Entscheidenden sind andere Faktoren wie der finanzielle Bedarf etc.
Mit den weiter steigenden Preisen werden sich die Exportmengen noch weiter verringern. Gleichzeitig hat sich die Nachfrage nach Bio Vanille nur geringfügig reduziert trotz der hohen Preise. Im Biobereich können aufgrund geringer Alternativen nicht im selben Umfang Rezepturen angepasst werden wie im konventionellen Bereichen.
Die großen konventionellen Exporteure kaufen sehr offensiv grüne Vanille ein. Im letzten Jahr sind diese zu spät in den grünen Vanilleeinkauf gestartet und konnten deshalb ihren Bedarf nicht decken. Deswegen sind ihre Lagerhäuser leer. Wir vermuten, dass diese noch Verpflichtungen aus dem Vorjahr zu erfüllen haben und wegen Ihrer geringen Lagerbestände nun offensiv einkaufen müssen.
Der Einkauf der präparierten Vanille hat im Hauptanbaugebiet begonnen und ein Preisrückgang ist nicht zu erkennen.
Kunden bezahlen bereits für konventionelle Verarbeitungsvanille >400 EUR/kg. Bio Vanille ist derzeit nicht verfügbar.
Seit Beginn der Ernte am 10.07.2016 haben die Einkaufspreise bereits wieder um 60% zugenommen. Um die Vanille vor Dieben zu schützen oder aus finanziellen Nöten wurde die grüne Vanille oft zu früh geerntet, was bei der Verarbeitung zu deutlich höheren Gewichtsverlusten führt sowie zu Qualitätseinbussen. Es wird deshalb von deutlich schlechteren Vanillingehalten gesprochen."



2.3.. Bio für kurzfristigen Ertrag

Wird nicht systematisch der Boden über Kompost für den Substanz- und Nährstoffverlust durch Anbau, Bearbeitung und Ernten regeneriert, entstehen massive Schäden, und in der Folge Ertragseinbußen durch Krankheiten und Ernterückgänge.
Kompost macht viel Arbeit, diese muss langfristig als bezahlbar vereinbart werden.

2.4. Schulung, Kontrolle

Die Strukturen, von denen wir seit 40 Biojahren profitieren, die von hiesigen Verbänden wie Demeter, Bioland, Naturland usw. mit aufgebaut wurden, existieren im Rest der Welt nicht naturgegeben.
Der Prozess, dieses Wissen dorthin zu transferieren, wo es fehlt, kostet genauso hohe Preiszuschläge wie eine Vorort-Biokontrolle, die ihrem Namen gerecht wird.
Das Downgrading von Kontrollaufwand, hervorgerufen durch einen Preiskampf der Inspektoren vor Ort, verlagert die Bio-Kontrolle in unsere Labore, die dann ggfs. feststellen: eine effektive Bio-Kontrolle hat anscheinend nicht stattgefunden. Die preiswerte Kontrolle wird dann ziemlich preistreibend, wenn die Ware anschließend deklassifiziert werden muss.

2.5. Neokoloniale Attitüden

So, wie wir die Welt außerhalb dieser bizarren, nordeuropäischen Bio-Lebensmittel-Kontrollmanie kennen gelernt haben, benehmen wir Biogutmensch-Importeure uns teilweise nicht viel anders als die Kolonialmächte in den letzten 500 Jahren. Wir stülpen eine EU-basierte Bio-Verordnung über Landschaften/ Kulturen mit anderen Bedingungen und Bedürfnissen. Das System beruht auf Überwachung, nicht Beratung oder Reparatur.
Wir werden in eine ethisch problematische Rolle als Vertreter einer Biolebensmittel-Wegwerf-Deklassifizierungs-Offensive hineindriften, wenn unsere Branche nicht reichliche Investitionen mit den Bio-(Klein-)bauern dieser Bioentwicklungsländer vereinbart, damit wir wirklich gesicherte Qualitäten bekommen. IFS-Papiere abheften fördert da nichts. (IFS = International Food Standard, der Kontrolltrend der Lebensmittelindustrie und auch der Mini-Biohersteller, der begrenzt sinnvoll wertvolle Ressourcen bindet.).

2.6. Verschwendung von IFS-, Qualitätssicherungs-, Nachhaltigkeits- und Sozialstandard Etats
In Nordeuropa verschlingt sich durch die papiertigernden Food-, Nachhaltigkeits- und Sozial-Standardisierungen viel Geld einfach selbst. Um Qualität nachhaltig und gerecht zu sichern, müsste aber dieses Geld, und noch ein mehrfaches davon, in die Ursprungsländer unserer Bio-Rohstoffe transferiert werden, um dort Probleme zu lösen.
Stattdessen delegieren wir das Risiko immer weiter zurück - bis auf die Bauern - , indem wir uns untereinander schönschreibend immer aufwändigere Rohstoff-Ablassbriefe um die Ohren hauen...
... und die uns politisch und kulturell fremden, aber eigenständigen Gesellschaften, die erstmal von uns allein gelassen da stehen - überwacht, aber nicht partnerschaftlich beraten - werden wohl auf die Dauer bockig.
In einer sich abzeichnenden Lebensmittelunterversorgung (auch in Bio!) sichern wir uns keine Lieferanten für die Lebensmittelzukunft, wenn wir nicht mehr Emphase für diese uns fremden Gesellschaften in jeder Form mitbringen.

3. Kontaminanten, Herbizide und andere Schadstoffe, und ihre Grenzwerte

 

3.1. Umweltverschmutzung


3.1.1. Plastik
Plastiktütenschnipsel überall in Wasser und Boden, und wahrscheinlich im Biolachs, Meersalz, und was noch ubiquitär über Nahrungsmittelketten überall enthalten ist: Wann kommt der Grenzwert, wie viele Mikroplastikteilchen in Biolebensmittel (bzw. überhaupt in Lebensmittel) zulässig sind? Es gibt noch keine bezahlbaren Standard-Analyseverfahren für Nanoplastik. Man traut sich noch nicht heran, weil dies Lebensmittel unbezahlbar macht. (Oder man stellt gleich Lebensmittel aus recyceltem PET her?). Kommentar eines renommierten Umweltlabors: Wir werden Plastik in der Nahrung tolerieren müssen.

3.1.2. PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) und Anthrachinon
Das sind Stoffe wie Naphtalin, Röststoffe (z.B. beim Grillen), usw..
Luftumwälzung bei Warmlufttrocknung hat zur Folge, dass z.B. Kräuter und Gewürze die allgemein vorhandene Umweltbelastung aus der Luft filtern und im Produkt anreichern.
Viel, wenn nicht fast alles an diesen Deklassifizierungs-Grenzwerten und damit Biolebensmittelverschwendung verdanken wir der industriellen Revolution, ihren politischen und sonstigen Folgen wie die des deregulierten Neokapitalismus, dem Neoliberalismus der G20 Staaten usw..
Wir messen mit empfindlichsten Methoden wie sehr dieser Planet schon versaut ist.
Die Chancen für saubere Biolebensmittel werden von Jahr zu Jahr geringer, selbst wenn wir versuchen, die Bioverarbeitung in der Hinsicht schadstofffreier zu gestalten.

3.1.3.    Mineralölderivate - MOSH (POSH) und MOAH
Nicht ganz überraschend findet man ubiqitär diese Rückstände in konventionellen und Bio-Lebensmittel: Über leckende landwirtschaftliche Maschinen, Umweltverbrechen, ungeregelte Abgasreinigungen, Druckfarben, Feinstaub usw. können relevante Einträge gemessen werden.
Unmittelbarer Kontakt mit Biolebensmitteln kann über Recycling-Karton- und Papierverpackung, Plastikverpackungen, mineralölhaltige Inkjet- und Druckfarben erfolgen. In unserer Branche ist der Umstieg auf "Frischholzkarton" (aus gefällten Bäumen, aber nachhaltiger Landwirtschaft ...) und auf mineralölfreie Druckfarben seit einigen Jahren erfolgt.
Ein Teil der Vorschläge in Richtung Verpackungsbarrieren (Alu-bedampfte Folien...), widersprechen allerdings genauso dem Ökogedanken wie der Umstieg auf Frischholzkartons.

3.2.    PA und TA Unkrautmanagement

Pyrrolizidine und Tropinalkaloide, z.B. Jakobskreuzkraut und Stechapfel
'Gift'pflanzen unter Lebensmittel muss in kleinbäuerlicher Landwirtschaft kein Problem sein, solange sachkundige Bauern unterwegs sind. Tiere weichen ihnen aus, das Ziel der Pflanzen - Schutz gegen Frassfeinde aller Art - wird erreicht.
Unkundiger, großflächiger Anbau ist für Biolebensmittel recht gefährlich. Es müssen ausreichend geschulte Arbeitskräfte in den Felder unterwegs sein, und die Mehrkosten getragen werden. Übrigens: Jakobskreuzkraut-Saatgut wurde von der hiesigen Autobahnverwaltung gerne als Randbegrünung ausgebracht, deshalb ist es unnatürlich stark verbreitet.

3.3. Herbizide: Glyphosat und andere

Selbst wenn sich die EU-Kommission irgendwann gegen die weitere Zulassung entscheidet, wird die Konzentration in Umwelt, unserem Urin und auf den Bio-Landwirtschaftsflächen steigen. 
In den Nicht-EU-Ländern der Welt wird sich nichts bessern. In einigen Weltgegenden müssen sich der Bio-Landwirt und seine Käufer bereits mit Kontaminationswerten jenseits von 0,1 mg/kg auseinandersetzen. Die selbst auferlegte Vereinbarung der Biobranche im Branchenverband BNN ist 0,01mg/kg als Orientierungswert (darüber muss recherchiert werden, ob es Biobetrug oder unfreiwillige Kontamination ist, und die Kontrollstellen und Behörden werden eingeschaltet).
Bei anderen Herbiziden ist die Situation etwas weniger recherchiert. Ein Glyphosat-Zulassungswiderruf wird diesen den 'Marktzugang' enorm erleichtern und das Problem verlagern.

3.4.    DDT, DEET, Permethrin

Die Analytik fördert sie wieder zu Tage:
Die vermeintliche Ächtung von DDT durch UN-Organisationen wird in diversen Länder ignoriert. Behördliche und NGO-Aktivitäten in Malaria-Gebieten, die Bevölkerung, Dörfer und z.T. ganze Landstriche prophylaktisch mit DDT (preiswert!) zu besprühen, sowie DEET (Autan) Repellents und Permethrin (Kontaktgift gegen Moskitos) getränkte Netze zu verteilen, sind verständlich (lebensrettend).
Der Kampf gegen die Zikamücke wird ähnlich vonstatten gehen - Biolebensmittel bleiben da auf der Strecke und werden deklassifiziert.

4. Knappheiten, Allokation: Standorte, Sorten, Klimawandel

 

4.1. Knappes Land

Die Bodenpreise für landwirtschaftlich nutzbare Flächen sind dem allgemeinen Wettbewerb ausgesetzt, wie die Mietpreise ...
Rechtzeitige Sicherung geeigneter Anbauflächen ist ein weltweiter Wettlauf. Da kann die Bio-Landwirtschaft nur mithalten, wenn der Biobauer auf seinen Flächen ausreichend finanzielle Erträge erzielen kann.
Er muss auch signalisieren können, dass Bio-Landwirtschaft so lukrativ ist, dass Landpreise, Landbesitz, Pachten oder Besitzverhältnisse kein Hinderungsgrund sein müssen, weiter Bioanbau zu machen.

4.2. Saatgut

In der Boomphase des Biobereichs hielten zugunsten sicherer Erträge und besser aussehender Pflanzen (Schrumpelgemüse wollten auch die Bio-Kunden nicht) damals moderne CMS-Hybride auch im Bio-Landbau Einzug. Nun beginnt ein kostspieliges Umdenken. Durch die gleichzeitige Monopolisierung und Patentierung seitens konventioneller Saatgut-Konzerne wird jetzt wieder verstärkte Bio-Saatgutentwicklung vorangetrieben, um die eigenen Alleinstellungsmerkmale zu erhalten. Neues Saatgut ist aber auch dringend notwendig wegen der spürbaren Auswirkungen des Klimawandels.

5. Wertevernichtung

 

5.1. Die Magie des Preiseinstiegs

Die Aldisierung der Biolebensmittel wird sich nicht vermeiden lassen, solange die (Bio-) KonsumentInnen auf Preisvorteil getrimmt sind und von den großen Biofilialisten, Drogerieketten und ihre Biozulieferer etc. darin bestärkt werden.
Das wäre kein Dilemma bzw. würde sich selbst regulieren, wenn diese individuellen Preiskriege nicht über die Hersteller bis auf die Rohstoffebene vertikal weitergereicht würden, sondern horizontal ausgetragen würden.

5.2. Fortschritte in der Analytik

Getrieben von der Illusion, es gäbe in dieser Welt noch irgendetwas wie Schadstofffreiheit, werden ständig neue problematische Inhaltstoffe kritisch quantifiziert, analysiert und auch Bioprodukte durch die Test-Presse an den Pranger gestellt.
In gewissem Umfang sind Verbesserungen in Anbau, Trocknung und Verarbeitung möglich. Auf jeden Fall haben sich die Analytikkosten für ein Lot Ware von um die 300 Euro auf ca. 800 Euro und mehr erhöht.
Für Containerladungen ist das nicht erheblich, aber Kleinbauern-, Wildsammlungsmengen und regionaler 2-3 Hektaranbau werden weiter an Marktfähigkeit verlieren, weil sich der Mehrwert dieser Produkte nicht durchgängig realisieren lässt - bzw. wird riskanter werden, weil mit kompletten Bio-Erntehausfällen wegen Grenzwertüberschreitung gerechnet werden muss.

5.3. Deklassifizierung von Bioprodukten

Diverse Entwicklungen, die zu Deklassifizierungen führen, sind in den vorigen Punkten bereits aufgezählt.

6. Neue EU-Bio-Verordnung

Seit ca. 3 Jahren schwebt die "Drohung" einer neuen EU-Bioverordnung über Bio-Bauern, Verarbeitern und Händlern. Egal wie das nur von teilweiser Sachkenntnis gelenkte Geschacher in Brüssel ausgeht - alle Prognosen vermuten eher eine Verschlechterung der Situation für Bio-Produzenten, und dass es unsere Bio-Zukunft eher behindern wird, indem viele den Zugang zu dem System verlieren.

7.  Mangelnde Bio-Rohstoffe

Zusammengefasst: Bio-Rohstoffe werden relativ immer weniger zur Verfügung stehen. Preissteigerungen werden notwendig sein, um die Rohstoffe zu sichern.
Wir hören von Bio-Bauern, die unter den (oben beschriebenen) schwieriger werdenden Umständen wieder zum konventionellen Anbau zurückkehren, und dass Bauern, die gerne Bio-Anbau machen möchten, kein Land finden.
Auch wenn Bio sich immer weiter von der Schadstofffreiheit entfernt, ist es das Beste, was wir für unseren Planeten tun können. Dazu brauchen wir ein neues Bio-Szenario, das sich auch einer neuen Worst-Case Bio-Verordnung stellen kann, also Biolebensmittel herstellen und verkaufen, ohne dass "Bio" draufsteht -


Spich, Okt. 2016     Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner




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