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Hintergrund: BioFach 2010 - Nachlese
BioFach Messe 2010: Fairer Handel Kernthema
Für die, die sie bisher noch nicht kannten: Die Biofach-Messe (eine reine Fachmesse) findet jedes Jahr im Februar in Nürnberg statt und gilt als Weltleitmesse für Bio-Produkte. Zugelassen sind nur einwandfrei biozertifizierte Lebensmittel, zertifizierte Naturkosmetik und Naturkleidung.

Nach der Verlegung der Biofach Tage auf Mi - Sa anstatt wie bisher Do - So, und der angekündigten gelichteten Reihen der Aussteller- und Besucherzahlen waren wir natürlich gespannt, wie viel tatsächlich los sein würde.
Am Ende der Messe waren wir zufrieden. Es war ruhiger, aber wir hatten mehr Besuche am Stand als letztes Jahr, ein angenehmes Paradoxon...
Unsere Themen dieses Jahr waren: 
- Kinder- und Jugendtees, wo wir altbewährte und ganz neue Teemischungen mit unse ren mittlerweile bekannt-schrägen Namen vorstellten und verkosteten,
- alle Gewürzmischungen gab es in der Verkostung
- unter dem Titel "Komische Kräuter" zeigten wir - zum Anfassen und Schnuppern - seltene Tee- und Gewürzpflanzen, z.T. Spezialitäten aus dem Ayurveda,
- edle Natursalze (unter 97,5% NaCl, und damit gesetzlich nicht unter Speisesalz fallen) konnten probiert werden, wie Fleur de Sel, Hallstattsalz und Urmeersalz,
- und wir stellten das Thema ‚Fair Handeln' heraus. In Fotoalben konnten BesucherInnen unsere Bauern in Indien und Sri Lanka wenigstens über Bilder kennenlernen.
Erfreulicherweise war das Thema Fairer Handel ein
Kernthema der Messe: die Halle 5 war als "Fair-Halle" deklariert, und man traf dort Verbände und Initiativen, Fair-zertifizierte Bio-Unternehmen und Bio-Projekte, z.B. Kleinbauernprojekte aus der ganzen Welt (z.T. mit viel Flair - wie der Afrika-Gemeinschaftsstand).
Die Kommunikations-, Netzwerk- und Marketing-Initiative "Trust Organic Small Farmers" (TOSF) zur Förderung von Bio-Kleinbauernprojekten (Heuschrecke ist Gründungsmitglied) war erstmals mit einem Stand vertreten. Der kleine Stand unter der Leitung von Harald Gruber und Dr. llse Preiss (beide Journalisten, TOSF ist unter dem Dach der von ihnen gegründeten Comundialis-Stiftung) weckte Neugierde und konkretes Interesse an einer Mitgliedschaft bei einigen europäischen Öko-Unternehmen, sowie bei Kleinbauern-Initiativen aus Kroatien, Laos, Vietnam und Indonesien.
Hinter der Gründung von "Trust Organic Small Farmers" stand u.A. der Gedanke, dass Bio-Kleinbauernprojekte, wie nicht nur viele Wissenschaftler, sondern auch der UN-Weltagrarbericht betonen, unabdingbar für die Welternährung und Erhalt der Umwelt sind, und deshalb bei der drohenden Durch-Industrialisierung der Landwirtschaft (Thema Gentechnik und Patentierung von Saaten und Nahrungspflanzen) besonders zu schützen sind. Am Vorabend der Messe fand die 4. Konferenz von "Trust Organic Small Farmers" statt - darüber berichten wir in den nächsten Wochen ausführlich.
Da diese internationale Messe neben dem bekannten Gesicht, nämlich der Beziehung Lieferant/Hersteller - Kunde und der Präsentation von Produkten, noch ein anderes hat, nämlich Vernetzung von Lieferanten, Herstellern und Anbauern untereinander, fand auch unter uns Ausstellern ein stetiges Hin- und Hergewandere statt. Neue Projekte wurden ausgeheckt, A von B mit C bekannt gemacht, wodurch neue Win-Win-Situationen entstehen sollen, eine global-lebendige, oft familiäre Atmosphäre aufrechterhalten.
Die Präsenz von Halle 5 machte es schön deutlich: Bio geht nicht ohne Fair. Und "Fair Handel" verlangt auch, Konkurrenzdenken zu überdenken. Neue Wege dafür, hier wieder die Stichworte Kommunikation und Vernetzung, zu erfinden und auszutesten wird die nächste wichtige Aufgabe für die Naturkostbranche.
Nach 30 Jahren im Bio-Geschäft liegt für uns das Augenmerk wieder wie am Anfang auf Kommunikation - und im Besonderen auf partnerschaftlichen Netzwerken. Darin sind wir weiß Gott nicht müde geworden, lassen uns weiter begeistern. (Es gibt allerdings auch die andere Seite, scharenweise Bio-Leerverkäufer, Händler, keine Produzenten, typischerweise aus Indien, Ägypten und Osteuropa, wo man nur davon ausgehen kann, dass die "Bioware" kurzzeitig vom konventionellen Markt "ausgeliehen" sein könnte. Gut, da profitiert man von der langjährigen Erfahrung und der Analytik, die dem "Umwidmen" im Moment gewachsen zu sein scheint...)
Wenn es auch gelingt, eine gute öffentliche Kommunikation zu installieren, nehmen auch EndverbraucherInnen gedanklich mehr an der Produktion ihrer Bio-Lebensmittel teil. So ist auch die derzeitige Bio-Kodex-Diskussion des Bundesverbands Naturkost Naturwaren sehr sinnvoll.
Wir stellen natürlich auch auf den kleineren und deshalb leichter zu bearbeitenden Fachmessen BioNord (Hannover) und BioSüd (Augsburg) aus. Doch trotzdem ein Appell an die Naturkostfachgeschäfte: es lohnt sich weiterhin (wenigstens alle 2 Jahre), auch die BioFach Messe zu besuchen, um an der Globalität und Vielfalt teilzuhaben, und den ausstellenden Anbauern, Winzern usw., z.T. von weit her, "Referenz zu erweisen".
Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper
Hintergrund: BioFach - Weltleitmesse für Bioprodukte
BioFach - Anreisen: Vor einigen Jahren und wie jedes Jahr ...
Wenn wir im winterlich-vereisten Nürnberg zwei Tage vor Messebeginn (mit der Bahn) ankommen - während zuhause (in Köln) alle, manchmal schon frühlingshaft, Karneval feiern - ist die spannendste Frage: ist der Messestand (per Spedition) tatsächlich und heil angekommen? Bisher hatten wir Glück, toi toi toi, - das ist jedenfalls der Alptraum aller Aussteller, zerbrochene oder fehlende Paletten und Kisten.
Um 15 Uhr treffen wir in der zugigen, eiskalten, lärmenden, baustellenhaften Halle 7 ein - der einzige Messestand, der dann (2 Tage vor Messebeginn!) schon fix und fertig ist, ist Beutelsbacher (jedes Jahr, ganz akkurat bestückt mit lückenlosen Saftflaschen, was in der umgebenden Baustelle jedes Mal einen Reiz darstellt, eine herauszunehmen. Tut natürlich keiner, alles brave Ökos, die Messebauer.).
In der chaotischen Umgebung finden wir unsere Paletten fast per Nase. Sie duften besonders stark nach dem bekannten, typischen Kräuter- und Gewürzmix in unserer Firma. Dann kann es ja losgehen.
In unserem Stand, Teil des NRW-Gemeinschaftsstands, liegt schon der Teppich (noch mit Schonfolie), und wir können beginnen, als erstes unsere Standwände aufzustellen. Jedes Mal die Überraschung, ob die Messewände den rappelnden Transport heil überstanden haben. Die stecken in einer gewaltigen Kiste, Schrecken aller Hausmessenveranstalter. Meistens lösen sich einige Bildfolien, die mühsam wieder zurechtgefrickelt werden müssen, das nervt. Dann legen wir Stromkabel, schließen Licht an - und kochen uns erst mal einen Tee...
Dann geht es weiter mit den Messemöbeln, Theken, Verkostungstisch, Teekoch-Utensilien aufstellen, so das Grobe eben. Darüber wird es Abend. Falls was fehlt, schnell noch Listen für die Nachzügler in der Firma machen - was in den Rucksack geht.
Am nächsten Tag folgt die Feinarbeit. Ringsrum nehmen die Messestände auch schon Form an. Wir füllen Gewürz- und Teetüten in die Regale unserer Messestellwände. Bürokram wird an die richtigen Stellen sortiert, und die Theken werden dekoriert. Das machen wir ziemlich aufwändig, sodass z.B. alle Gewürzmischungen, oder alle Salze von den Besuchern verkostet werden können, oder seltene Kräuter angefasst und gerochen werden können - wie eine kleine Schule halt. Unser Stand ist so groß wie eine Appartment-Wohnung - 32 qm, und das dauert natürlich, sie einzurichten. Allerdings sind die Mietkosten im Vergleich zur Wohnung ca. 35x so hoch.
Messe ist wie eine Theateraufführung, lange geprobt, viel Bühnenbild (Pappmasché), dann der Auftrii - die Kunden kommen - Applaus und schon mal Buh + Bäh...
Zwischendurch laden die Kolleginnen vom NRW-Ministerium in der "Lounge" zum Gulasch ein, eine Tradition. Auch Tradition, dass Tina und Dennis von Tagtraum vorbeikommen, um die neuesten Neuigkeiten auf dem Kräuter- und Gewürzmarkt durchzusprechen, Kollegentratsch halt - das machen sie gerne vor der eigentlichen Messe, da es dann "ruhiger" ist. Auch andere Hersteller und Rohwarenkunden von uns schauen vorbei (halten uns von der Arbeit ab, was aber manchmal auch ganz nett ist).
Seit 2008 findet am Vortag der Messe die Trust-Organic-Small-Farmers-Konferenz statt, sodass wir uns beeilen müssen. In dieser Initiative sind wir Gründungsmitglied. Es geht darum, Bio-Kleinbauernprojekte durch Kommunikation, Vernetzung und Marketing zu fördern. Auf dieser sehr lebendigen und durchaus streitbaren Konferenz diskutieren Vertreter der Projekte sowie Importeure aus Europa, USA und Australien über Vorstellungen und Vorgehensweisen. Da wir unsere Überseepartner nicht so oft treffen, hat diese Konferenz auch etwas Festliches für alle Beteiligten.
Aber hier soll über das Jahr 2006 berichtet werden. Am Abend sind wir mit Roman verabredet, Lieferant und Freund aus Kroatien, Gründer der Firma Terra Magnifica für Biokräuter aus zertifizierter Wildsammlung. Wir netzwerken mit ihm und einigen anderen Kräuterimporteuren, um Planungen zu machen und Mengen unterzubekommen. Wie jedes Jahr haben wir für ihn eine Kiste Bücher dabei, da er sich seine Amazon-Bestellungen sicherheitshalber lieber nach Deutschland schicken lässt.
Heute Abend wollen wir essen gehen, aber er hat Verspätung. Schließlich trifft er ein, verfroren, und nimmt uns mit seinem jeepartigen Auto mit in die Stadt. Unterwegs erzählt er, dass in Rumänien eine vereiste Höhle erforscht wurde, worin tiefgefrorene Drachen gefunden wurden. Große Flugtiere, die nur ca. 500 Jahre alt sind - sodass wir direkt spekuliert haben, ob irgendwo im Verborgenen sogar noch Drachen leben. Man hat herausgefunden, dass sie in einem ihrer Mägen Helium produzieren, und das Helium in Kammern gespeichert wurde, um fliegen zu können. Die berühmten Feuerstöße entstehen, indem sie auf Feuersteinen kauen, und dabei eine Helium-Wolke ausatmen.
Die Anreise von Roman war nicht weniger abenteuerlich. Hier berichtet er, jetzt 2010, 4 Messen später. Er sagt, er habe noch einige solcher Anturen- (Anreise-)berichte. Die Drachengeschichte hat sich leider als Fake erwiesen - schade, war Warte-Bonus ...
Ursula Stübner und Heinz-Dieter Gasper
Alle meine Biofachanturen (-Anreisen)
....nicht in all diesen Jahren, aber sehr haeufig hatte ich Probleme mit dem Auto waehrend der Fahrt zur Biofach. Meine Freundin hat schon Angst vom Hinfahren mit meinem Autopark.
Einmal hoerte ich auf der Autobahn, irgendwo nach Muenchen, sehr laute Schlaege am Boden meines Gelaendewagens. Glueklicherweise waren es nur ein Paar hundert Meter bis zu einer Ausfahrt. Irgendwie kam ich zur Tankestelle in der Naehe und stellte fest, dass die Kardanwelle auf einer Seite ausgeflogen ist und frei haengt. Ich habe sie dann ganz entfernt und konnte mit Differentialsperre nur mit Vorderantrieb fahren..... aber mit max. ca. 20 km/h.
Es war Freitag Abend und wir entschieden, eine Unterkunft zu finden und morgen mit Reparatur zu kaempfen. Leichter gedacht, als gemacht, alles in derNaehe war voll und wir versuchten, ein Hotel in ca. 10 km entferntem Ort zu erreichen. Nach einigen Minuten bekamen wir die Polizeibegleitung (mit rotierendem Licht), weil es verboten ist, so langsam zu fahren. Aber keine Strafe bekommen - ein guter Zeichen?!
Nach 100-EUR-Naechtigung versuche ich zuerst eine Autowerkstatt und/oder einen Ersatzteilhaendler zu finden, der am Samstag offen hat. Keine Chance. Und der Ersatzteil waere fruehestens am Dienstag zu haben. Einige hundert EUR werden sicher noetig. Ich gebe nicht auf und suche einen "Pfuscher", oder einen Landwirt mit Automechanik - Kenntnissen, denn mein Wagen ist eigentlich ein schneller fahrendes Traktor. Ein Rezepzionist hat sich dann erinnert, dass ich in einem ca. 20 km entferntem Dorf versuchen koennte.
Wir fahren hin und hoffen, dass keiner der verärgerten Fahrer, der uns ueberholt, die Polizei anrufen wird. Vorsichtigerweise lasse ich immer wieder die angesammelte Autos vorbeizufahren. Trotzdem, und trotz meinem damaligen osterreichischem Kennzeichen, huppten andere Fahrer sehr wild, so dass ich alle meine Ilusionen ueber die Deutschen Gentlemen-Fahrer verloren habe.
Und sehe da, das von mir ausgedachte psyhologische Profil ist tatsaechlich vorhanden, der Mann hat sogar 2 gleiche Wagens wie ich habe. Und den Ersatzteil auch, das ist eigentlich ein Kardankreuz das in viele seine Traktoren passt. Er verrechnet sage und schreibe 50 EUR inkl. Arbeit und ich bin so begeistert, dass ich auf doppeltem Betrag insistiere.
Trotz der Warnung des Mechanikers, die beschaedigte Kardanwelle in der "Zivilisation" zu reparieren oder zu ersetzen, fuhr mein Auto bis zu seiner vorzeitigen Pension mit diesem Kardankreuz und ohne empfohlener Reparatur.
Natuerlich gab es andere Problemchen...... darueber aber in der naechsten Folge "Allen meinen Biofachanturen"
Roman Turk, Gründer von Terra Magnifica (Freund und Lieblingslieferant von Heuschrecke), ein biozertifiziertes Anbau- und Wildsammlungsprojekt für Kräuter, mittlerweile eines der größeren Kräuterexport-Unternehmen in Kroatien. Nach dem Krieg wurden die alten Sammlerstrukturen von Roman Turk wieder aufgebaut - dies die soziale Komponente: Terra Magnifica ist eine wichtige Verdienstmöglichkeit in der Nachkriegszeit für die verschiedensten Gruppen von Bauern, Flüchtlingen bis zu Kriegsversehrten, für junge und ganz alte Menschen. Zertifizierte Wildsammlung ist Landschaftspflege und dient dem Umweltschutz.
Siehe auch unser Lieferantenportrait
Terra Magnifica
Winterbesuch, nachts
Der Turmfalke
Im letzten Winter suchte er sich den Platz auf der Neonlampe über unserer Eingangstür als Übernachtungsort aus. Dort ist es etwas windgeschützt und nicht ganz so kalt, aber doch ein freier, erhöhter Platz, und wahrscheinlich rennen nachts ein paar Kleintiere über den Hof.
Im Sommer war er woanders unterwegs, und wir waren gespannt, ob wir ihn nochmal sehen.
Bei der 2. Kältewelle diesen Winters, im Januar, war er wieder da. Ruhig, stoisch, pünktlich ab 18:00. Wenn man sich davor stellt und ihn anschaut, schaut er ohne Bewegung zurück. Wenn man ihn 10 Minuten anstarrt, schaut er 10 Minuten gelassen zurück. Man wird selber ganz entspannt von diesem Blick. Interessant, dass es keine Angst vor Menschen gibt. Er scheint sich auf dem etwa 3m hohen Platz ganz sicher zu fühlen.
Ein schöner Augenblick nach einem hektischen 10-Std.-Arbeitstag mit vielen menschengemachten Business-Verrücktheiten. Endlich Ruhe.
Unsere Produktionsmitarbeiterinnen, die morgens um sechs beginnen, sehen ihn noch und zetern, dass er ihnen auf den Kopf kackt. Ist aber noch nie passiert.
Im Frühling wird er wieder sein Sommerquartier aufsuchen.
Heidis Version:
Der Vogel hält den ganzen Laden hier zusammen. Denn er ist nachts noch aktiv, wenn alle gegangen sind. Passt auf, das die Nager nicht zu übermütig werden.
Nachtwächter ohne Schichtwechselprobleme, ohne Zuschläge, meckert nicht, nun gut - scheißt ein bißchen zuviel auf die Fußmatte (auch das Gewölle kehre ich morgens dann weg). Im Grunde der Wiedereinzug von etwas Natürlichem hier im Industriegebiet - genau wie der Hase, der schonmal über den Hof peest, so wie früher über den Acker hier -
Ist er mal nicht da, der Turmfalke, ist die Ursula traurig, am Ende ...
Schöne Noch-Winterzeit wünschen
Heinz-Dieter (Heidi) Gasper und Ursula Stübner
Hintergrund: Inventur
Was machen die Heuschrecken zwischen den Jahren? Inventur !

Zwischen den Jahren - Übergangszeit - Rauhnächte und rückläufiger Merkur.
Der Jahreswechsel ist die Zeit der Bestandaufnahme - und "wie außen, so innen": parallel beim äußeren Tun klingt auch eine innere Inventur an.
Man kann sich gut abarbeiten an einer Inventur:
Unerledigtes springt einen an, Fehler des vergangenen Jahres werden sichtbar, eine gewisse Ordnung während des Jahres wird nun belohnt.
Das Ideal: Aufgeräumtheit bereitet auf das neue Jahr vor, und das Ende der Inventur ist zufriedene Erfüllung.
Aber erst einmal gibt es jede Menge Arbeit:
Die Zähllisten werden erstellt, als Excel-Tabellen, mit vielen Formeln, sodass die Einzelgewichte aus Brutto und Tara richtig berechnet und zusammengefügt werden.
Das ermöglicht einen guten Abgleich mit den Computerbeständen und vorläufige Korrekturen.
Die MitarbeiterInnen bearbeiten in 7 Teams ihren Bereich:
- Etiketten und Verpackung
- Rohware
- abgepackte Ware (für die Bioläden)


Säcke und Kisten werden einzeln gewogen, Zählbares gezählt.
Mengen und Chargen werden in die Zähllisten eingetragen.
Zwischendrin wird aufgeräumt, gequatscht, possiert, repariert ...


... und entsorgt. Die Aufbewahrungsfrist der 1999er Büro-Unterlagen ist abgelaufen. Pro Jahr prodzieren wir trotz viel EDV-Daten-Archivierung noch 1,5 Paletten Papier.
Sobald ein Bereich fertig gezählt ist, werden die Zählwerte in die Excel-Tabelle eingegeben ...
... und direkt mit den Sollwerten abgeglichen. Hier der Chef persönlich.
Bei relevanten Differenzen geht es zunächst ans Nachzählen - bleibt der Wert, kann man sich nun austoben: Wareneingänge, Umbuchungen, Produktionsprotokolle und Lieferstatistiken überprüfen. Schließlich kommt auch die Bioprüfung und will Erklärungen für mögliche Abweichungen haben.


Viele weitere kleine Aufräumarbeiten finden noch statt, virtuell und materiell.
Das alte Jahr wird sinngemäß weggeputzt und die letzten Weihnachtskekse ebenso.
Das neue Jahr kann kommen.
Alles Gute zum neuen Jahr wünschen
Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner und das Heuschrecke-Team
Fundstücke, organisch, anorganisch
Bildergalerie ... wird fortgeführt
In unserer westlichen, hochindustriellen Welt wächst der Anspruch an "perfekte Lebensmitteln" hygienisch, völlig standardisiert, lange haltbar und schon fertig zubereitet. Der Preis, den die VerbraucherInnen bezahlen, ist der unmerkliche Verlust eines natürlichen Umgangs mit Lebensmitteln. Mittlerweile werden die Einzelzutaten mehrfach sterilisiert und so hoch verarbeitet, dass von natürlicher Vitalität der Nahrung keine Rede mehr sein kann. Dafür sind z.B. einfache Suppenkonserven mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum von 4 Jahren versehen und aufgepeppt durch Zutaten aus dem Labor.
Dagegen sind die "Fundstücke", die der biologische Landbau - egal, ob Sie einen frischen Salat mit Schnecke, einen Apfel mit Wurm, oder eben irgendwo Bio-Kräuter und -Gewürze einkaufen - hin und wieder mit sich bringt, der reinste Streichelzoo, ungiftig, und nur nach unseren westlichen Vorstellungen und auch erst seit der Nachkriegs - Wirtschaftswunderzeit ("alles wird sauber") etwas "ekelerregend", so sagt es der Fachbegriff:
Insekten leben in Pflanzen, Büschen, unter Blättern, in Blüten. Normalerweise welken die geernteten Pflanzen eine Weile, und alles - bzw. fast alles - krabbelt / fliegt dann weg.
Während des Verarbeitungsprozesses werden Reinigungssiebe eingesetzt. Teile, die gleich groß und gleich schwer wie die geernteten Pflanzenteile sind, sind schwierig, herauszubekommen.
In tropischen Ländern mogelt sich auch schonmal jemand in die Kisten und wird dann mitverpackt. Das darf zwar nicht sein, ist aber trotz HACCP-Standard nicht 100%ig auszuschließen.
Wenn Sie feingeschnittene (Teebeutel) und gemahlene Ware einkaufen, sieht man nichts, aber bei unserer grobbelassenen (da werterhaltender) Ware und viel Handarbeit finden wir zwar selten, aber hin und wieder doch noch ein Tierchen.
Und wenn wir Pech haben, findet es der / die EndverbraucherIn. Also - bitte weder Bildzeitung noch Bundesstaatsanwaltschaft informieren, sondern mit der Packung zurückschicken - wir stellen es hier aus und schicken eine neue Packung.
Chinateekäfer mit Spiegelbrille
Gefunden im China-Sencha Tee.
Am Reinigungsieb vorbeigeklettert, nicht aufgepasst, abgerutscht, im Tee gelandet.
Die sanftmütige Kamillebiene
Auf der Blüte geträumt, eingeratzt, mitgeerntet, Abflug verpaßt.
Zitronensteine aus Ghana
Tja, das ist etwas Rätselhaftes. Sie finden sich in jedem Sack Zitronenschalen, die wir für die Bäcker mahlen. Gut, wenn wir sie vorher rausfischen.
Keiner weiß, wie sie in die Säcke kommen.
Aber die Bauern verdienen natürlich etwas mehr Geld, wenn die Säcke schwerer sind. Angenehmer Nebeneffekt.
gesammelt von Ursula Stübner und Heinz-Dieter Gasper



























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