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Lieblingsrezept vom Lammertzhof

Tomatensugo mit Bruschetta-Gewürz von Heuschrecke

Bioland-Hof Lammertzhof von Heinrich Hannen und Petra Graute-Hannen
Bioland-Hof Lammertzhof von Heinrich Hannen und Petra Graute-Hannen
Hofansicht
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Der Hofladen
Der Hofladen
Die Belegschaft ...
Die Belegschaft ...
... und die jungen Helfer
... und die jungen Helfer
Bruschetta da Roberto von Heuschrecke (gibt auch ein scharfes Arrabbiata da Roberto). Roberto ist unser Schwager, Inhaber des Eiscafe-Bistros Segalla und begnadeter Koch. Er entwickelte mit uns die beiden Rezepturen.
Bruschetta da Roberto von Heuschrecke (gibt auch ein scharfes Arrabbiata da Roberto). Roberto ist unser Schwager, Inhaber des Eiscafe-Bistros Segalla und begnadeter Koch. Er entwickelte mit uns die beiden Rezepturen.
Der Biolandhof Lammertzhof von Heinrich Hannen und Petra Graute-Hannen in Kaarst ist schon seit Jahrzehnten Kunde bei uns.
Unter ihren MitarbeiterInnen hat Petra nun eine Lieblingsrezept-Aktion ausgerufen: jede/r soll seine liebsten Produkte beschreiben, mit Rezepten. Diese werden im Laden veröffentlicht - für die KundInnen.
Petra erzählte uns schon seit mehreren Jahren, wenn wir sie auf Messen trafen, von ihrem tollen Sugo-Rezept mit unserer Gewürzmischung "Bruschetta da Roberto". Anlässlich der Lieblings-Aktion hat sie es nun für uns aufgeschrieben:

 

"Name: Petra Graute-Hannen

Arbeitsbereich: Einkauf, Verkauf, Planung, Leitung, Mitarbeiterführung …… und Inhaberin.   

Mein Lieblingsprodukt im Hofladen ist „Bruschetta da Roberto“ von Heuschrecke (in Köln), weil ...
... es Tomatengerichten eine besondere Note gibt.
Weil die Firma Heuschrecke eine tolle Arbeit leistet, beeindruckendes Wissen und Einkaufskontakte für Kräuter und Gewürze hat und dabei noch authentische Kreationen bringt mit Gesicht: Roberto ist ein Verwandter der Eigentümer Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner."

 

Mein Lieblingsrezept: Tomatensugo

 

Zutaten (Für 4Personen):

  • 1 kg kleine Tomaten (Amoroso)
  • ca.  60 g getrocknete  Tomaten
  • ½ Bund Lauchzwiebeln oder 2 Schalotten
  • 2-3 El gutes Olivenöl (mein Favorit von SanVicario) evtl. auch von dem Tomatenöl etwas dazu
  • 1Knoblauchzehe
  • ca. 1 El Bruschetta da Roberto
  • einen kräftigen Schuss Sherry (ca. 50 ml)
  • 1 El Zucker
  • Fleur de Sel oder auch Kräutersalz (mediterran, von Heuschrecke)
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • frischer Basilikum

 

Zubereitung:


Die Bundzwiebel /Schalotte klein schneiden, die Tomaten halbieren und das Innere aushöhlen (geht auch ohne, wenn man sich aber die Arbeit macht, schmeckt die Sugo intensiver). Eventuell je nach Größe der Tomaten noch kleiner schreiben.

 

Dann das Öl erhitzen und die Zwiebeln/Schalotten und die getrockneten Tomaten anbraten.

 

Den Knoblauch zerdrücken und ebenfalls zufügen.

 

Anschließend die frischen Tomaten, das Bruschettagewürz und den Sherry zugeben. den Zucker oben drüber streuen und zugedeckt erst auf großer Flamme aufbrutscheln, dann klein stellen und langsam weich dünsten und einköcheln lassen.

 

Am Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Sugo mit frischem Basilikum bestreuen.


Dazu gute italienische Pasta (z.B. Orecchiette oder Cicatelli von San Viario. Als Ergänzung  bzw. sättigender wird es noch mit roten Linsen auf italienische Art: Dazu kleingeschnittene Zwiebel und Knoblauch in gutem Olivenöl zuerst andünsten, die Linsen zufügen dann wie ein Risotto immer wieder mit kleinen Mengen Gemüsebrühe (oder Hühnerbrühe, wer es mag) angießen und weich dünsten.

 

Auf dem Teller gibt man einen Schuss gutes Olivenöl obendrauf.

 

 

Guten Appetit !!

 

wünscht Petra Graute-Hannen

Opens external link in new windowhttp://www.lammertzhof.info/

 

 

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Tags: lammertzhof, bioland-hof, bio-gemüse, bio-gewürze, bruschetta da roberto, sugo, tomaten, rezept
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Baobab-Hibiscus-Eis

Rezept vom Eiscafé Segalla: Veganes Baobab-Hibiscus-Eis

Baobab-Fruchtpulver, bio, vom Kleinbauernprojekt KAITE/ Organic Africa in Zimbabwe
Hibiscus abwiegen
Hibiscus, bio, von einem Frauenprojekt in Burkina Faso
Baobab-Pulver abwiegen...
Hibiscus abwiegen
... und Johannisbrotkernmehl dazuwiegen
Baobab-Pulver abwiegen...
Die Hibiscusblüten in gut 1l Wasser 15 min köcheln lassen.
... und Johannisbrotkernmehl dazuwiegen
Alle Zutaten in dem heißen Sud verrühren.
Die Hibiscusblüten in gut 1l Wasser 15 min köcheln lassen. Abkühlen lassen.
In die Eismaschine geben.
Alle Zutaten verrühren.
Das Baobab-Hibiscus-Eis hat ein tolles Rosa.
In die Eismaschine geben.
Beim Musterziehen auf der Eisoberfläche sieht man die schimmernde, cremige Textur,.
Das Baobab-Hibiscus-Eis hat ein tolles Rosa.
Bio-Baobab vom Kleinbauernprojekt Kaite/ Organic Africa in Zimbabwe
Beim Musterziehen auf der Eisoberfläche sieht man die schimmernde, cremige Textur.
Bio-Hibiscus aus einem Frauenprojekt in Burkina Faso


Unser Schwager Roberto, auch bekannt durch seine Rezepte für Arrabbiata und Bruschetta da Roberto für Heuschrecke (Opens internal link in current windowRezepte von Roberto), ist mit viel Liebe seit ca. 30 Jahren Inhaber des Eiscafés Segalla in Brühl-Vochem. Er hat eine gute Hand für Neuentwicklungen von Rezepturen mit hochwertigen Zutaten, und auf Familienfesten spinnen wir gerne rum, was man z.B. mit neuen Heuschrecke-Kräutern oder Gewürzen noch anstellen könnte.

 

 

Nach unserer Zimbabwe-Reise, wo Baobab-Fruchtpulver und Hibiscus ein großes Thema waren, kamen wir und Roberto auf die Idee, diese beiden sehr sauren und fruchtigen Zutaten zusammenzubringen, in einem Fruchteis (was zusammen wächst, passt auch überraschend oft sehr gut zusammen). Einen supererfrischenden Knaller für den Sommer hatten wir im Sinn.

 

Überraschend war, dass das Baobab-Hibiscus-Eis eine sehr cremige, fast sahnige Textur durch den hohen Pektingehalt des Baobab-Pulvers bekam. Besonders VegetarierInnen und VeganerInnen lieben diese neue Eissorte.

 

 

Roberto hat für uns den Herstellungsprozess fotografiert und das Rezept verraten. Für Haushaltsmengen bitte alles durch 4 teilen (muss nicht aufs halbe Gramm genau sein ...).

 

 

 

 

Baobab-Hibiscus-Eis (vegan)

 

Zutaten:

 
(für ca. 3,8 l Eis - entsprechend kürzen, z.B. durch 4 teilen)

 

  • 60 gr Hibiscus
  • 105 gr Baobab-Fruchtpulver
  • 7 gr Johannisbrotkernmehl
  • 1,1 kg Zucker (z.B. heller Rohrohrzucker)
  • 2,7 l Wasser 

 

 

Zubereitung:

 

Von den 2,7l Wasser etwa die Hälfte abnehmen und darin 60g Hibiscus 15min köcheln lassen.

Den heißen Sud in eine große Schüssel geben, und die anderen Zutaten sowie den Rest des Wassers unterrühren (heiß wegen der Keimreduktion - wichtig für Eisdielen. Die professionellen Eismaschinen können zu bis 70°C heiße Flüssigkeiten verarbeiten.).

Dann in die Eismaschine geben - fertig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Roberto Segalla, Eiscafé & Bistro


 

Roberto Segalla ist begnadeter Eismann und Koch, unser Schwager, Italiener, Familienvater.
In seinem Eiscafé und Bistro gibt es neben Eis und leckerem Wein auch kleine Gerichte zu essen. Sie sind alle einfach und natürlich zubereitet, haben aber einen besonderen Pfiff durch Robertos Tricks.

 

Siehe auch: Opens external link in new windowhttps://www.facebook.com/Eiscaf%C3%A9-Segalla-129862173728587/


Alle Zutaten sind in Bio-Qualität in Ihrem Naturkostladen erhältlich!

 

 

 

 

 

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Tags: eis, baobab, hibiskus, bio-kräuter, bio-gewürze, eiscafe segalla, brühl-vochem
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Im Winter: Sanddorn-Curry

Aromatisch - Fruchtig - Mild: Sanddorn-Curry


Bio Gewürze von Heuschrecke: Sanddorn-Curry
Dieses Jahr beginnen wir mit einem exotischen Sanddorn-Curry für unsere Curry-Freunde.
Es besteht zu großen Teilen aus Sanddorn und Curryblättern, welche ihm einen unvergleichlich aromatischen und leicht fruchtigen Geschmack geben.

 

Die Idee: Unsere Kunden wünschten sich mal ein fruchtiges Curry. Wir selber wollten schon immer ein Curry mit echtem Curryblatt in unserem Sortiment sehen. Dazu bietet sich der Sanddorn an, da er einerseits ein ähnliches, mit dem herben Curryblatt harmonisierendes Geschmackbild hat und andererseits die gewünschte fruchtig-säuerliche Note mit sich bringt, die diesem Curry seine Einzigartigkeit verleiht.
Abgerundet wird der Geschmack mit den feinen Noten von Zimt und Nelke, welche dem Curry eine leicht-afrikanische Geschmacksnuance geben. Würziger Lorbeer sowie Koriander, der eigentlich in keinem Curry fehlen sollte, vollenden das Rezept.
Mal ganz marketingorientiert ausgedrückt: Insgesamt ergibt sich so eine Rezeptur, die auf den ersten Blick dem herkömmlichen Curry nur leicht ähnelt, aber geschmacklich selbigem in nichts nachsteht. Im Gegenteil - seine mild-herbe Fruchtigkeit verleiht Gerichten einen einzigartigen Geschmack, den man mit "normalen" Curryrezepturen vermissen würde.

Noch eine Besonderheit: Sanddorn-Curry kommt komplett ohne Schärfe aus.

 

Zutaten: Sanddorntrester, Curryblatt gemahlen, Zimt, Lorbeer, Koriander, Curcuma, Nelke



Verwendung: Das Sanddorn-Curry passt hervorragend zu allen Kohlsorten. Gerade in hellen Soßen harmoniert es perfekt mit dem typischen Kohlgeschmack und bietet so eine tolle Möglichkeit, in den Herbst und Wintermonaten Kohl noch mal anders zu erleben. Natürlich passt es zu allen möglichen (vegetarischen) Hülsenfrüchte-Eintöpfen, aber auch zu dunklen Fleischeintöpfen und zu exotischen Tomatengerichten. Oder man nutzt es als Ersatz für andere Currys, um den Gerichten einen leicht abweichenden Geschmack zu verleihen.

 



Noch etwas: Es gibt Gewürzmischungen, die in kleiner Dosis ein sonst „traditionell“ gekocht und gewürztes Gericht noch mal anders zum Leben erwecken. Dazu zählen z.B. unser Chinagewürz, unser Harissa-Gewürz, aber auch das Sanddorn-Curry.

 


 

Rezepttipp: Wirsing mit Sanddorn-Curry


Zutaten:

 

1 kleinerer Wirsing-Kopf
1/4 Apfel (Wer mag, noch ein paar Rosinen)
1 mittelgroße Zwiebel
1 gute Handvoll Pilze, z.B. Kräutersaitling
gutes Salz (sehr edel: unser Urmeersalz, Hallstatt-Salz oder Fleur de Sel)
Shoyu (Sojasauce)
Olivenöl
Soyacuisine (Sojasahne)
1-2 TL Sanddorncurry

 

Zubereitung:



Apfelviertel, Pilze und Zwiebel klein schneiden und in 4-5 EL Olivenöl andünsten, dabei schon salzen. Nach einer Weile ca. 1TL Sanddorncurry einrühren (und ggfs. die Rosinen). Den inzwischen in feine Streifen geschnittenen Wirsing hinzugeben, ca. 100ml Wasser hinzu, damit nichts anbrennt, und dünsten, bis er gar ist.
Dann ca. 200ml Sojasahne und 2 EL Shoyu einrühren, kurz köcheln lassen und noch mal abschmecken mit Sanddorn-Curry und ggfs. etwas weiterem Salz und einem Spritzer Zitrone.
Dazu passen kräftiger (z.B. roter) Reis oder Spätzle.

 

Wir wünschen guten Appetit!

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Tags: biogewürze, sanddorn, curry, rezept, curryblatt, winter
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Hibiscusmarmelade

Farbe, Säure, Kirsch-Beeren-Düfte

 

Bio-Hibiscus aus einem Frauenprojekt in Burkina FasoAls wir im letzten Sommer in Darjeeling bei Prem Tamang (von der Firma TPTI, unserem Partner für Darjeeling Tee) beim Frühstück saßen, fragte er uns, warum es bei uns keine Hibiscusmarmelade (Rosella) gäbe.

 

Das war der Anlass, wieder einmal Ingrid von SOBO zu einer Rezept-Challenge anzustacheln. Jeder startete mit einem Pfund Hibiscus in seiner Experimentierküche.

 

Von Evi (siehe unsere Rubrik Mikrokosmos, ihre Pilzbeschreibungen) bekam ich Pflaumen und Quitten - damit waren meine Themen gesetzt. Ingrid bewahrte bis zum Schluss Stillschweigen darüber, was sie vorhatte.

 

Für die Pflaumen, die als Marmelade ja immer etwas Unterstützung brauchen (üblicherweise Gewürze), war die Hibiscus-Ergänzung perfekt. Zunächst habe ich etwa 2kg entsteinte Pflaumen nur mit etwas Wasser weich gedünstet, parallel etwa 250ml Hibiscus-Sud (aus ca 40g Hibiscus) gekocht (eine Weile köcheln lassen), und diesen zu den Pflaumen gegeben - außerdem 1 EL Baobab-Pulver (Baobabpulver bieten wir vom Kleinbauernprojekt KAITE aus Simbabwe an). Dann erst kam die entsprechende Menge Gelierzucker hinzu und das Ganze wurde zur Marmelade gekocht. Mmmh, der Hibiscus gibt eine sehr intensive Kirschsaft-Beerennote hinzu - die Säure ist da, aber verbirgt sich hinter der Süße - sehr knackig.

 

Mein zweites Hibiscus-Experiment mit Quitte war weniger ergiebig. Die typischen Quitteneigenschaften wurden durch die Hibiscusaromen zu stark überdeckt, hier bleibe ich lieber bei meinen vorherigen Experimenten mit Orangenschale, Vanille, Rosenwasser ...

Bio-Hibiscus Burkina Faso von Heuschrecke 

Auf der nächsten Messe drückte mir Ingrid zwei Gläser in die Hand. Ihre Zitronen-Hibiscus-Marmelade war ein Farben- und Aromenspiel - rote Zitronenmarmelade (!!) mit präsenten, herben Zitrusnoten, dazu die Hibiscus-Säure - sehr erfrischend.

Der Knüller war aber Ingrids Feigen-Hibiscus-Senf. Sehr ausgewogen, nicht scharf, süß-fruchtig. Wir haben ihn am liebsten zu würzigem Bergkäse gegessen.

Hier folgen nun die genauen Rezepte für Ingrids Marmelade und Senf:

 

 

 

 

 

 

 

 

Zitronen-Hibiskus-Marmelade

Ingrids Zitronen-Hibiscus-Marmelade

ZUTATEN:
80 g Hibiskusblüten
1000 ml Wasser
800 g BIO-Zitronen (fertig geputzt, d.h. waschen, evt. braune Stellen sparsam und die spitzen Enden an beiden Seiten abschneiden – nicht schälen!)
600 g Agavensirup/Honig (auch beides gemischt)
300 g Zucker  
½ TL Fleur de Sel
Ca. 11 g Fruchtgel von Arche (ca. ½ Päckchen; die Zitronen haben eine starke Gelierkraft!)


ZUBEREITUNG:
Zuerst die Hibiskusblüten mit 1000 ml kochendem Wasser übergießen und ca. 10 Min. stehen lassen. Dann durch ein Teenetz abseihen und gut ausdrücken – es sollte ca. 750 ml Tee ergeben.
Die Zitronen kleinschneiden und mit Süßungsmitteln, Salz und dem Fruchtgel in einen hohen großen Topf gegeben. Alles mit einem Pürierstab gründlich pürieren.
Den Hibiskustee unter die pürierten Zitronen mischen (nicht vor dem Pürieren!)  und das Ganze ein paar Std. (z.B. über Nacht) ziehen lassen.
Dann die Marmelade zum Kochen bringen, unter Rühren 3 Min. sprudelnd kochen lassen und sofort in sterilisierte Gläser füllen. Die Gläser schnell verschließen und für 5 Min. auf den Kopf stellen.
Angebrochene Gläser im Kühlschrank aufbewahren.




Feigen-Hibiskus-Senf

frische Hibiscusblüte
ZUTATEN:
80 g Hibiskusblüten
3 (frische) Lorbeerblätter
700 ml kochendes Wasser
250 g getrocknete, kleingeschnittene Feigen
30 ml (Sherry- oder Rotwein-) Essig
¼ - ½ TL Salz, etwas Pfeffer
Etwas frisch gemörserten grünen Pfeffer
120 g festen Honig
100 g (Himbeer-) Agavensirup
11 g Fruchtgel von Arche
etwas geriebenen Ingwer
60 g fein gemahlene gelbe Senfkörner

ZUBEREITUNG:
Hibiskusblüten und Lorbeerblätter mit dem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen und dann durch ein Teenetz in einen Topf abseihen – Teeblätter dabei gut ausdrücken. Lorbeerblätter dem Sud wieder zufügen. Das Ganze zum Kochen bringen und in einem großen hohen Topf über die Feigen gießen, zugedeckt ca. 3-4 Std. durchziehen lassen.
Essig, Salz & Pfeffer, Honig & Sirup und das Fruchtgel zu den Feigen geben und alles zusammen fein pürieren. Langsam zum Kochen bringen, 3 Min. sprudelnd kochen lassen, dann von der Platte nehmen. Den Senf und Ingwer nach Geschmack (je mehr, desto schärfer:-) zugeben und noch einmal aufkochen lassen. Sofort in sterilisierte Gläser füllen, fest verschließen und für 5 Min. auf den Kopf stellen.
Nach dem Anbruch kühl aufbewahren.

 

Gutes Gelingen wünschen

Ursula Stübner ... und Ingrid Küttelwesch

 

 

 

 



Ingrid Küttelwesch

Ingrid hatte vor einigen Jahren Praktikum bei uns gemacht, und bringt seitdem unsere Gewürze mit den Produkten von SOBO zusammen. Unter anderem entwickelt sie die SOBO-Dessertcremes zum Kalt-Anrühren. Die Marmeladen sind zum Vergnügen zwischendurch entstanden.
SOBO ist eine alte Kölner Naturkost-Firma. Inhaber Uli Bergholz hat damals, so glauben wir, die Sojaschnetzel für Deutschland "erfunden". Später hat er dann wahrscheinlich den Pudding  erfunden, und vor Kurzem vermutlich auch noch die Gummibärchen.
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.sobo-naturkost.de

 

 

 

 

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Tags: hibiscus, marmelade, senf, bio kräuter, bio gewürze, sobo
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Kille Enna: The taste of a scent

Düfte trinken - Kille Ennas edle Aromaextrakte aus kontrolliert biologischem Anbau

Kille Ennas Bio-Aromen An dieser Stelle erschienen bereits viele Rezepte der dänischen Spitzenköchin, Autorin und Fotografin Kille Enna. Von ihren zahlreichen Kochbüchern gibt es zwei auf Deutsch: 'Der echte Geschmack', Christian Verlag GmbH, München, und 'Unser Essen - natürlich', ein Projekt von Ikea of Sweden.

In ganz jungen Jahren leitete Kille Enna ein Spitzenrestaurant in London. Mit den Jahren wandte sich sie immer mehr dem Wesentlichen zu, den Aromen, Essenzen, Eigenarten der "Rohstoffe". In ihren Kochbüchern entdeckten wir zwischen vollständigen Gerichten auch kleine, betörend einfache, aber sehr sinnliche Rezepte, wo sie ohne Scheu vor Verrücktheiten den Frucht- oder Gemüsesorten mit Hilfe von ungewöhnlich ausgesuchten Gewürzen zu Höhenflügen verhilft (diese gefielen uns als Aroma-Spezialisten am besten).

Seit 2010 durften wir ein wenig den Prozess ihres Aroma-Projekts verfolgen - seit Ende 2014 gibt es die ersten 4 Bio-Aromaessenzen unter der Bezeichnung "The taste of a scent" auf dem Markt. Es sind hochwertige, ungewöhnlich klare und präsente Extrakte zur Veredlung von gutem Trinkwasser.

Wir fanden die ganze Geschichte so spannend - wie entwickelt sich eine renommierte Spitzenköchin weg vom Kochen hin zur fast alchimistischen Erfinderin (sie hat auch Prozesse neu erfunden) von Essenzen - und haben Kille Enna gebeten, in einer Art Interview unsere neugierigen Fragen zu beantworten (was sie gerne getan hat). Die Original-Antworten waren auf englisch, die deutschen Übersetzungen stammen von uns und sind von Kille gegengelesen. Und jetzt viel Vergnügen beim Eintauchen in eine Welt der Düfte:

 

 

 

 

 

KILLE ENNA IM GESPRÂCH MIT HEUSCHRECKE NATURKOST


1)

H: Wir als Bio-Gewürzfirma Heuschrecke haben Dich ungefähr 2010 kennengelernt. Damals hast Du uns von Deinen Plänen (und Leidenschaft) erzählt, die Aromen von Gewürzen so hochwertig zu extrahieren, dass man damit ohne Zusatze und Chemie aromatisieren kann. 
Du bist bekannt als Spitzenköchin und bei etlichen Deiner Rezepten (aus z.B. dem Kochbuch "Der echte Geschmack"), fällt deutlich auf, dass Du Gemüse, Früchte und Gewürze so kombinierst, dass ein neuer, überraschender Aroma-Ausdruck herauskommt. Auch, dass Du wie auf einer Farbpalette mit Aromen und den Übergängen dazwischen spielst. Wann und wie hast Du Deine Affinität zu Aromen entdeckt?

Kille Enna: Design-Entwürfe, Wasserfarben

 

 

K: Im Jahr 2007 hatte ich mein fünftes Kochbuch "Killes Krydderier" (Killes Gewürze) geschrieben. Eine 350 Seiten starke Widmung an das, was ich liebe. Mit mehr als 200 Rezepten, 50 Gewürz-Geschichten und meiner Faszination für Chili. Beim Schreiben dieses Buches war es schon so, als ob Teile eines Puzzles an ihren Platz zu fallen begannen.

Ich nehme Gewürze auf die gleiche Weise wahr wie der Rest von Euch  andere Menschen wahrnimmt, und wenn ich über sie spreche, verleihe ich ihnen Eigenschaften wie "sehr fleißig", "absolut unmöglich" oder "sehr eigensinnig“. Sie sind meine Gegenüber. Sie sind diejenigen, die Forderungen  und Fragen stellen, und die alles geschehen lassen. Ohne Kräuter, Wurzeln, Samen, Rinden und Blumen kann ich mich nicht ausdrücken. Sie sind meine Muttersprache.


Zudem war ich noch nie nur daran interessiert, Gerichte zu kochen, die  einfach gut schmecken und schön zu essen sind. Sondern daran, meine eigenen Grenzen zu sprengen, was zusammen kombiniert werden könnte. Kontraste zu finden, die  Duft- und Geschmackserlebnisse hervorrufen – diese Erfahrungen berühren mich zutiefst, und manchmal bin ich richtig  glücklich, wenn etwas Neues entsteht. Es ist zweifellos eine Sucht. Du  jagst die ganze Zeit diesem Gefühl nach. Es ist ein Gefühl der Zufriedenheit, die mit Ruhe und Frieden gefüllt ist. Es macht mich ruhig, stolz und glücklich.


Ich habe mehr als die Hälfte meines Lebens mit Kochen verbracht. Ich habe Kilos an Kuchen gestapelt. Unglaubliche Mengen an Nahrung an meine Nachbarn gegeben, weil der Würze nicht so funktionierte, wie ich es erwartet hatte. Und den Rest der Experimente in den Müll geworfen. Ich war frustriert, enttäuscht und verblüfft über die Ergebnisse und  Geschmackseindrücke. Dadurch haben sich so viele Referenzeindrücke in meinem Gedächtnis gespeichert, dass ich sie leicht wieder wecken und nutzen kann.

 


2)

H: Du hast bereits eine Karriere in der Spitzengastronomie erlebt und bist Autorin vielfältiger Kochbücher.
Nun gehst Du ja einen Schritt weiter, sozusagen vom Grobstofflichen der Gerichte ins Feinstoffliche der Essenzen. Wie war für Dich der Anlass/Moment, wo sich die Idee und der Plan herauskristallisierte? Wie waren die ersten Schritte - war es Neuland oder vertrautes Gebiet?

 

Kille Enna: Prototypen

 

K: Verschiedene Dinge sind passiert, bevor ich alle Fäden verknüpfen und mich vollständig auf  mein Aroma-Projekt konzentrieren konnte …


 (Das habe ich auf meiner Website geschrieben:) Die Geschichte von Kille Enna Aroma beginnt mit einem Buch. 'Das Parfum' von Patrick Süskind war ungelesen weggeräumt, fast zwanzig Jahre lang, auf dem Dachboden. Als ich dort aufräumte, um Platz zu schaffen, fiel mir zwischen Stapeln von Kochbüchern und alten Food-Zeitschriften ein Wort ins Auge: Parfüm. Mit meiner Leidenschaft für komplexe Geschmackskompositionen und Gerüche öffnete ich das Buch und begann zu lesen, und hörte tagelang nicht auf.

 Jede Nacht führte mich das Buch hinweg nach Paris und Grasse,  der Hauptfigur Jean-Baptiste Grenouille folgend -  der sich augenscheinlich an Jungfrauen heranpirschte und sie ermordete - in einer ständigen Jagd nach dem perfekten Duft. Für mich ist die Faszination des Romans die Traurigkeit eines Menschen, dem jeglicher persönliche Geruch fehlt -  aber noch mehr war es die Faszination der Frage, mal so formuliert: Wie kannst Du einen Duft von dem einfangen, was Du liebst?


 Mir wurde meine eigene Sehnsucht klar, diese Frage zu beantworten, aber meine eigene Vergangenheit in der Kochkunst, wo ich mit den Rohstoffen der Haute Cuisine gearbeitet habe, hinderte mich daran, den Geruchssinn vom Geschmackssinn und den Duft vom Geschmack zu trennen. Mein Bestreben aber war viel größer, als nur ein weiteres Parfüm zu erfinden. Es sollte nichts weniger sein, als einen Duft  „einzufangen“, um ihn zu schmecken. Es sollte der Geschmack von einem Duft sein.

Im Jahr 2010 verbrachten mein Mann und ich Weihnachten und Neujahr in Obersee in Österreich in einer kleinen Holzhütte am See mit meinem Freund Georg Schweisfurth. Jeden Abend standen Georg und ich in der Küche und redeten über Grenouille, während wir kochten. Er nannte mich die ganze Zeit 'Mein kleiner Grenouille', und  seine Familie hat an keinem Abend vor 22 Uhr etwas zu Essen bekommen, weil wir so viel über Essen und Aromen diskutiert haben. Dies war auch das Jahr, bevor wir "Der echte Geschmack" zusammen machten. Ein Buch, das ich schon in Dänemark mit 24 Porträts von Bio-Bauern veröffentlicht hatte, die ich bewunderte, und mit Hunderten von saisonalen Rezepten, abgestimmt auf die Pflanzen, die sie anbauten. In der deutschen Version trug Georg seine eigenen deutschen Öko-Porträts bei.

Kille Enna: Design-Entwürfe, WasserfarbenZwischen Weihnachten und Neujahr ging ich  hin und kaufte eine Schachtel mit vier kleinen Parfüm-Flaschen im Hermès-Shop in Salzburg. Die schönen, eckigen Flacons, in Verbindung mit meiner neu gefundenen Wertschätzung des Süskind - Universums, begannen meine Phantasie einzunehmen ...

Dann habe ich Heuschrecke entdeckt, und ihre unglaublich vielfältige Gewürz- und Kräuter-Palette. Ich hätte nie gedacht, dass sich jemand so etwas auf Lager legen würde. Ich machte meine erste Bestellung, und wurde süchtig. Ich habe kleine Briefe von Ursula mit interessanten Gewürzen erhalten. Ich hatte keine Ahnung, was ich mit ihnen anfangen sollte. Das ist vielleicht das Beste, was Ihr jemals für mich tun konntet. Nicht zu wissen, was ich von einem Kraut oder Gewürz erwarten konnte. Was für ein Abenteuer. Im Laufe der Jahre bestellte ich weiter 50g-weise,  sagen wir mal, 60 verschiedene Arten von Kräutern und Gewürzen von Heuschrecke. Jedes Mal, egal ob eine E-Mail von Ursula kam, um mich zu fragen, wie die Dinge mit den Extrakten liefen, oder ob eine neue Wurzel in einem kleinen Umschlag ankam, die ich noch nie gesehen hatte – die Gefühle waren immer gemischt. Beides, Freude und Trauer. Freude, weil ich wusste, dass es das ist, was ich mit meinem Leben tun sollte, und Traurigkeit, weil ich es noch nicht tat, weil mir klar war - es würde meine ganze Aufmerksamkeit einfordern.

Jahre des Ausprobierens, des Vergleichens und auch einfach nur Wartens auf die Entwicklung der natürlichen Geschmacksqualitäten der Extrakte folgten. Ein fortlaufender Prozess von Einsamkeit, Konzentration und Spannung pur. Dieser Prozess fand in meinem Studio in Südschweden statt  - eine abgeschieden gelegene,  sensorische Bibliothek, gefüllt mit unzähligen Vintage-Prototypen, die dabei waren, sich in neue, feine Aromen zu verwandeln.

Ich wusste auch, dass, wenn ich ganz in dieses Aroma Projekt einsteigen würde, es den Abschied vom Kochen bedeutete. Ich würde nicht in der Lage sein, beides in Einklang zu bringen. Ich hatte schon - durch die letzten 7 Jahre – mehr und mehr mein Interesse am Kochen verloren. Die Faszination für diese ganze neue Palette an Düften und Geschmäckern hatte genau den Platz eingenommen. Sie überschatteten alles, was ich tat, und alle anderen Aufgaben wurden langweilig und unwichtig.

Dann kam IKEA auf mich zu und bot mir die Möglichkeit, ein Kochbuch über Nachhaltigkeit in der Küche "Unser Essen - Natürlich" zu schreiben, und damit genug Geld, um auf eigene Faust  das Aroma-Projekt starten zu können.  Ich beschloss: das ist es.  2014 baute ich von A bis Z das gesamte Aroma Projekt auf  und sagte alle anderen Auftragsangebote in diesem Jahr ab. Im Dezember 2014 brachte ich die ersten 4 Aromen heraus.

 






3)

H: Aus der Ferne haben wir mitbekommen, dass dann eine intensive Phase des Entwickelns und Experimentierens stattfand. Kann man sich das so vorstellen  (wir stellen uns das so vor ... ), dass Du einmal im Bereich der handwerklichen Technik experimentiert hast, und andererseits tief in die Thematik der Aromen von pflanzlichen Rohstoffen eingetaucht bist? Wie hast Du diese Zeit erlebt? Was hast Du entdeckt?

 Kille Enna: Cardamom-Lavendel-Essenz

 

K: Ich fing ganz von vorne an. Vorher hatte ich noch nie Extrakte hergestellt. Ich begann, ein paar Bücher zu diesem Thema zu lesen. Aber ich war weder überzeugt, noch verstand ich den gesamten Prozess. Es ergab keinen Sinn für mich. Also gab ich das Lesen auf, folgte stattdessen meinem Bauchgefühl und vertraute meinen Instinkten.

Dann nahm ich Kontakt zu einem Freund auf, den ich von Pernod Ricard in Dänemark her kannte. Ich wollte wissen, wie genau sie alles Mögliche mit Düften und Aromen herstellten. Mein Freund schlug vor, dass ich das doch einfach selber entwickeln sollte, und als ich ihm fünf Monate später eine Handvoll von Extrakten gab, hob er den Kopf und fragte mich genau die Fragen, die mich davon überzeugten, dass ich auf dem richtigen Weg. war Aber es kostete eine Menge Aufwand, 7 Jahre, und alle meine Ersparnisse, bevor ich das erreicht hatte, was ich wollte.

Das ist der einzige Grund, warum ich heute mit meinem Extrakten so zufrieden bin. Ich habe viele Mühen gehabt. Nichts ging einfach so glatt. Vieles davon war ein Kampf. Ich bin mein eigener strengster Kritiker und versuche immer, den wahren Sinn in dem, was ich tue, herauszufinden. Je besser ich bei etwas werde, umso größer wird das Dilemma, weil ich ständig weiterlernen will. Mich entwickeln. Weiterkommen. Deshalb ich bin so glücklich mit meinen Extrakten. Es ist sowohl die härteste Arbeit als auch das totale Paradies, ständig in und um meine Aromen und Düfte zu sein. Es ist so anspruchsvoll, dass ich abends früh ins Bett gehen muss. Aber es ist ruhig. Es ist nicht hektisch. Ich bin einfach nur da, komponiere und erinnere mich. Es gibt nichts, was ich nicht mag. Jeden einzelnen Schritt des Weges. Von Anfang bis Ende. Es erinnert mich daran, als ich mit 15 Jahren mit dem Kochen begann. Es ist, als ob Du ein ganz neues Leben vor Dir hast. Es ist endlos. 









4)

H: Ende 2014 war es soweit - Du hast Dich aus einem Riesen-Forschungs-Repertoire (so stellen wir uns Dein Versuchsküche/Laboratorium vor - mit vielen, z.T. seltenen und ungewöhnlichen Pflanzen) für 4 verschiedene "Scent & Flavour" - Essenzen zur Aromatisierung von Wasser zum Parfum-ähnlichen Trinkwasser entschieden, die Du dann im edlen Flacon in hochwertigem Design auf den Markt gebracht hast. Eine langjährige Idee erblickt das Licht der Welt - und sicher ein festlicher Augenblick mit einer Feier?

 

 Kille Enna, Fotograf Chris MOO Cowan, Makeup-Artist Dorita Nissen: künstlerische Darstellung Cardamom-Lavendel

K: Ich bin jemand, der, wenn er mit einem Projekt zu 3/4 fertig ist,  dann beginnt, alles zu sehen, was noch optimiert, modifiziert oder das Projekt verbessern könnte. Für mich ist es deshalb immer wichtig, mich rückzuversichern, dass die Projekte, die ich mache, auch wirklich ein Erfolg werden. Denn dann habe ich die Möglichkeit, sie auf eine noch höhere Ebene zu bringen. Es ist ja nicht so, dass ich nicht zufrieden bin. Die Zufriedenheit und die Party, wenn Du so willst, liegen darin, dass ich das, was ich liebe, jeden Tag tue. Wenn ich ein Buch beende oder die Extrakte fertig habe, kommt erstmal ein massives Loch. Was das genaue Gegenteil einer festlichen Feier ist. Unabhängig davon, ob Du sehr gute Kritiken oder Besprechungen gehabt hast. Das wird die Situation nicht ändern.

Du hattest dich für Monate am Ort Deiner Träume befunden, der Dich in jeder Hinsicht mit endlosem Frieden, Freude und Herausforderungen  versorgt hat. Auf einmal besteht dieser Platz nicht mehr. Weil Du Deinen Traum hast Wirklichkeit werden lassen. Für mich ist es immer widersprüchlich gewesen,  irgendetwas zu veröffentlichen, was ich geschaffen hatte.

 




5)

H: Als Dein Päckchen aus Schweden ankam, waren wir sehr überrascht - wir durften die 4 Sorten Bio-Aroma zur Veredlung von Wasser probieren. Uns hat erstaunt, wie präsent die Aromen in dem 30%Vol-Extrakt erscheinen. Ohne jetzt Deine Produktionsgeheimnisse zu verraten - welche alchemistischen Prozesse machen die Aromen so hochwertig und konzentriert? Wie wir Dich kennen, ist es mehr als ein Alkoholextrakt. Der Zeitfaktor in der Entwicklung und Art der Reifung spielt bestimmt auch eine große Rolle, vermuten wir /denken wir uns - ?

 

 

K: Ich verwende nur rohes Pflanzenmaterial, weil dann keiner vor mir da war und Teile des Materials abgespalten oder aussortiert hat. Ich verwende vor allem rohe Pflanzenmaterialien von außergewöhnlich hoher Qualität. Dazu extreme Temperaturschwankungen und mehrere Monate Reifezeit. Ich habe einige sehr drastische Temperaturverschiebungen in den Prozess “geschneidert”, und bin überzeugt, dass das meine Aromen in mehr als einem Sinne wunderschön macht.

 


6)

H: Du beschreibst Deine Essenzen als "neuen Weg, Wasser zu trinken". Auch das hat uns begeistert. Es ist für Aroma-LiebhaberInnen (Tee, Wein) eine vergleichsweise ebenbürtige, koffein-/teein- und alkoholarme Alternative ( - je nach Dosierung enthält das Glas ca. 0,5 bis 0,75% Vol, also etwa wie Saft). Im Eindruck bleibt die erfrischende Klarheit von Wasser - die Aromakomposition schwebt darüber und füllt sehr angenehm - präsent, aber nicht aufdringlich - den Mundraum. Wie ist diese Anwendungs-Idee entstanden?

 

 

K: Ich habe seit fast 8 Jahren keinen Alkohol mehr getrunken. Außerdem ist Wasser das schwierigste Material, um damit zu arbeiten, weil es kaum einen zugesetzten Extrakt wie meine fixiert. Wasser ist auch ein Element, das flüchtig ist. Diese Herausforderung mag ich sehr.
Es wäre anders mit üblichen ätherischen Ölen, sie fügen sich leicht in alles ein. Sie werden als sehr langanhaltend wahrgenommen.

Darüber hinaus wollte ich den 'Geschmack eines Geruchs' zeigen. Und das völlig rein und unverfälscht. Eine vertraute Natur-Erfahrung von Wurzeln, Samen, Blumen, Kräutern und Rinden, die keine Hilfen durch Zusatz-Stoffe oder Effekte erfährt. Indem Du den Geruch vom Geschmack trennst, bist Du endlosen, reinen Geruchvergnügen ausgesetzt.
Einer Sinneserfahrung, zu der wir keinen Zugang auf dem Markt haben. Weil es immer hinzugefügte Zusätze, Zucker, Fruchtsäfte oder Milchprodukte zu kalten Getränken gibt. Unvermutet blendest Du Dich selbst davon aus, was vom Extraktgeruch übrig geblieben ist, und wie es eigentlich wirklich schmeckt. Du wirst in die Irre geführt. Der Grund, warum man diese Effekte hinzufügt, ist natürlich, dass der Extrakt, den sie verwenden, sich an die Fettmoleküle hängt und sich an sie bindet, und dann das gesamte Geschmackserlebnis größer ist. 

Wenn Du Wasser zu meinen Extrakten hinzufügst, wird etwas Aufrichtiges aus Deinem Glas emporsteigen. Eine verflüssigter empfindsamer und zarter Geschmack. Ich möchte Euch gerne die Natur näherbringen und dafür ist Wasser der reinste und vollkommenste Vermittler. Ich mag den flüchtigen perfekten Augenblick.

 


7)

H: Du hast Dich für 4 Sorten entschieden: "Damaszener-Rose / Heidekraut", "Rosmarin / Ingwer", "Cardamom / Lavendel", sowie ungewöhnlicherweise "Süßholz" (nicht süß, sondern holzig-aromatisch).
Die Rezepturen sind, im Gegensatz zum Aufbau eines Parfüms, sehr schlicht. Nach unserem Eindruck erreichst Du damit eine Klarheit und fast aromatherapeutische Qualität.
Wie kam es zu der Entscheidung für diese Schlichtheit? Was empfindest Du beim Zusammenfügen der 2 Themenpflanzen, vielleicht noch untermalt durch eine dritte Pflanze? Wie siehst Du das Aromenspiel vor Deinen inneren Augen? Wie sind Deine inneren Bilder, die zur Entscheidung für 2 oder 3 bestimmte Gewürzpflanzen führen?

 

 Kille Enna. die 4 Sorten Bio-Aromaessenzen The tast of a scent

K: Ich wollte vier völlig unterschiedliche Kompositionen in meiner ersten Aroma-Kollektion haben. Sie sollten nicht „überkomponiert“ sein. Nicht zu extrem. Ich kann nicht erklären, warum -  aber es schien mir genau richtig, mit den 4 Aromen zu starten, die ich ausgewählt hatte.
Ihr Duft und ihre Aromen sind sehr rein und klar. Aber andererseits  faszinieren mich auch dramatische Gangart-Wechsel im Essen. Deshalb habe ich alle Aromen zusammensetzt - mit Ausnahme der Süßholzwurzel, die in einer eigenen Liga ist - so wird der Duft als reine Wildheit erlebt und die Aromen sind subtil und zart.

Es ist sehr schwierig, so einfach zu bleiben, wie ich es im Stil meiner Extrakte bin. Denn wenn meine pflanzlichen Rohstoffe nicht auf ihrem Höhepunkt sind, dann funktioniert meine Sinnes-Erfahrung nicht.
Darüber hinaus habe ich immer angestrebt, so etwas wie ein eigenständiges drittes Aroma oder vollständigen dritten Duft zu bilden, der sich aus der Kombination ergibt. Nicht jedes Pflanzenmaterial lässt das zu. So muss ich stets eine ganze Reihe von Prototypen herstellen und schauen, ob dieses Gefühl, oder diese chemische Reaktion, wenn Du so willst, in den Pflanzenmaterialien tatsächlich angelegt ist, und auch in der Kombination, die ich ausgewählt habe.

Ein Beispiel ist das Ingwer-Rosmarin Aroma. Es dauerte fast 4 Jahre, um es richtig hinzubekommen. Ich habe Ingwer mit allem, was man sich auf  dieser Erde vorstellen kann, kombiniert. Nichts schien mir „ins Herz getroffen“. Auf jedem Fall nicht stark genug.
Direkt neben den Ingwer-Pflanzen in Uganda wachsen Rosmarin-Büsche in der roten Erde, die für mich geerntet werden. Im selben Feld, direkt nebeneinander. Eines Tages dachte ich, mal schauen. Warum nicht einfach nehmen, was natürlich zusammen wächst. Beim Kochen kann das funktionieren. Aber in einen Fall, wo Du sowohl einen interessanten Duft als auch Geschmack präsentieren möchtest, ist diese Denkweise sehr ungewöhnlich, und würde fast nie aufgehen.

Dann stellte ich den ersten Prototyp her. Sofort spürte ich etwas, was mir vorher noch nicht begegnet war. Danach folgten vielleicht 12-15 weitere Prototypen, wobei ich Menge, Zeit und Temperatur variierte, und schließlich hatte ich es. Das, was ich mir vorgestellt hatte, ging in Erfüllung. Ich kann es nicht mit Worten, Bildern und was noch alles zum Ausdruck bringen. Das ist ein Gefühl, und ich weiß genau, wenn es mich trifft. Ich bekomme eine Gänsehaut, und meine Augen werden leer. Das ist in der Tat die Art, wie ich alle meine Aromen bewerte. Da ich die Einzige bin,  die sie verkostet und schließlich freigibt.

Die Kombination mit Ingwer-Rosmarin ist eine kleine Sensation, auf die ich sehr stolz bin. Da gibt es einen fast karamellisierten Geruch, der dort entstanden ist. Es ist fast unmöglich, ihn aus diesen beiden Zutaten in Wasser und Alkohol herauszubekommen. Es ist ästhetische Schönheit, aber es liegt außerdem diese unglaubliche natürliche Anmutung darin.

 


8)

H: Die Kille Enna - Bio-Aromen sind in Deinem Shop und in ausgewählten Geschäften erhältlich, zum Preis von 118,- EUR/50ml (Stand 2014/2015). Auf ein Glas umgerechnet kostet das Getränk ca. 4,- EUR und entspricht ungefähr einem guten Glas Wein. Empfiehlst Du noch andere Anwendungsmöglichkeiten (Mixgetränke, Desserts ...), bzw. hast Du noch Tipps? Oder sind die Essenzen ganz puristisch für Wasser gedacht?

 

 Kille Enna, Fotograf Chris MOO Cowan, Makeup-Artist Dorita Nissen: künstlerische Darstellung Rosmarin-Ingwer

 

K: Ich liebe Wasser. Ich finde, dass das Material, magisch, einfach und wunderschön ist. Aber ich kann meinen Kardamom-Lavendel-Extrakt auch gut in ein Glas Reismilch sprühen. Es schmeckt köstlich ... es ist wie im Nahen Osten zu sein. Einige meiner Freunde sprühen den Ingwer-Rosmarin-Extrakt in ein Glas heißes Wasser als Kräutertee. Eine sehr feine Marzipan-Firma testete, in einen Teil ihrer Marzipanrohmasse ein paar Stöße meines Rosen-Heidekrautblüten-Extrakts zu geben. Es war sehr zart und hob tatsächlich die Mandelgeschmack in ihrem Marzipan hervor.

Die tatsächliche Dosis ist von Mensch zu Mensch sehr individuell. Einige nehmen nur 8-10 Sprühstöße auf ein kleines Glas Wasser. Im Moment benutze ich meine Extrakte als leichten Aperitif vor dem Essen, während ich ein gutes Buch lese, oder für Business-Meetings. Aber ja ... ich entwickle meine Extrakte für Wasser – das ermöglicht, Natur rein und unverfälscht kennenzulernen.

 

Sie werden nicht stundenlang haften bleiben, weil sie so rein sind, aber natürlich kannst Du sie auch als Parfüm für den Körper verwenden. Vor allem auf dem Handgelenk.

 

9)

H: Ausblick - wir sind ja natürlich sehr /gar nicht neugierig: wird es weitere, ähnliche Essenzen von Dir geben? Oder neue Überraschungen?

 

K: Ich arbeite derzeit an einem Zitronenextrakt ohne Zitronenschale. Dieser ist besonders schwierig. Dann spiele ich mit Gingko, Vetiver, Bucco und Rhabarberwurzel und einigen der sehr aromatischen Pfeffersorten, die es gibt. Darüber hinaus gibt es bereits eine Reihe von Private-Label-Projekten, an denen ich arbeite.

2015 ist ein wichtiges und sehr anspruchsvolles Jahr für mich. Es ist der Anfang eines wahr gewordenen Traums. Manchmal kann das Leben sehr einfach und unkompliziert sein. Wenn Du etwas findest, was Dich auf allen Ebenen anregt und Dir eine totale Zufriedenheit gibt. Du musst es nur tun, egal, was es ist. Du hast keine Wahl mehr.

 

10)

H: Und noch die Frage für Kunstexperten: Ist das Kunst?

 

K: Ich habe länger als 25 Jahre professionell gekocht. Vor 8-10 Jahren fühlte ich, dass ich endlich meinen eigenen Kochstil entwickelt hatte. Aber auch heute würde ich  alle meine Kompositionen und mit meinem Namen versehenen Gerichte noch nicht als Kunst betrachten. Aber 'Kille Enna – The taste of a scent ' ist ein Kunstprojekt.

 

 

 

 

 

 

 


 

Kille Enna Portait by Monica Bach

 

Kille Enna, Spitzenköchin, Entwicklung und Herstellung der Bio-Aroma-Essenzen "The taste of a scent", Buchautorin und Fotografin, lebt in Ystad.

Sie wird in Schweden und Dänemark fast wie ein "Idol für die naturbelassene Küche" verehrt, (siehe auch unser Portrait: Opens internal link in current windowKille Enna, Spitzenköchin, Fotografin, Autorin ).
 

Mehr über Kille Enna, sowie eigener Webshop für die Essenzen:   Öffnet externen Link in neuem Fensterkilleenna.com
Antwort-Texte und Fotos © Kille Enna

Fragentexte und Übersetzung: Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper

 

Buchtipps auf deutsch:
Kille Enna und Georg Schweisfurth: Der echte Geschmack. Christian Verlag GmbH, München Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.christian-verlag.de . Rezepte nach Jahreszeiten, mit wunderschönen Fotos von Kille Enna.
Unser Essen - natürlich. © STABIL. Projekt und Produktion: Ikea of Sweden. Fotos, Texte und Rezepte: Kille Enna. 2013. Bezugsquelle über die IKEA-Einrichtungshäuser












 

 

 

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