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Kultur und Essen, oder Kultur essen
Hallstatt-Salz
Wolf-Dieter Storl, Anthropologe, Ethnobotaniker, Wissenschaftler aber auch Schamane, hat uns mit seinem Buch "Pflanzen der Kelten" (und seinen anderen Büchern) eine interessante Welt geöffnet. Wir haben (so hat er es in seinem Buch auch gemacht) mit keltischen Tees und einer keltische Kräutermischung ganz praktisch nachvollzogen, wie unsere Vorfahren vor 3000 Jahren gewürzt haben könnten, und wie sie über den Sommer, bzw. durch alle Jahreszeiten hindurch ihre Haustees gegen alle Wehwehchen, aber auch um ihre Naturgottheiten zu ehren, zusammengesammelt haben.
Im 19 Jahrhundert wurde im österreichischen Salzkammergut beim Ort Hallstatt eine sensationelle archäologische Entdeckung gemacht: ein ausgedehntes Gräberfeld und Siedlungsfunde aus der frühen Eisenzeit, reich ausgestattet, sodass es genaue Rückschlüsse auf das Leben der Kelten erlaubt.
Diese sehr hochentwickelte Kultur und Epoche wird nach dem dortigen Fundort Hallstattzeit bzw. -kultur genannt (800 - 475 v. Chr.). Die Kelten spielten eine führende Rolle im Salzbergbau. Auch heute wird dasselbe sehr urtümliche Bergkern-Salz noch genauso naturbelassen gewonnen. In der Farbe hellbraun (Eisen, Mangan), im Geschmack kräftig-würzig, NaCl-Gehalt ca. 95,6%. Wir haben es vor kurzem in unser Programm aufgenommen, unter dem Namen "Hallstatt - Salz".
Letzte Woche waren wir im Römisch-Germanischen Museum in Köln, in der Ausstellung über die Völkerwanderungszeit in den ersten Jahrhunderten n.Chr./u.Z.. Die germanischen und andere Stämme machten in dieser Zeit dem römischen Reich ein Ende. Die Schmuck-, Haushalts-, Rüstungs- und Bekleidungs-Gegenstände in den Vitrinen lassen eine anschauliche Verbindung zu einer lebendigen, etwas rauheren Epoche unserer Vorfahren entstehen.
Historische und auch die heutigen Völkerwanderungsbewegungen haben immer noch etwas Rätselhaftes (gab/gibt es wirklich Wellenbewegungen, hochkomplexe Motivationen, Verstärker ???).
Ein Film des afrikanischen Filmfestivals in Köln letzte Woche erzählte etwas über traditionelle Mechanismen in Kamerun (die bis heute funktionieren), wonach die stärksten Männer jeweils von der Gemeinschaft hinaus auf die Jagd zum Wohle aller geschickt wurden, was heute oft "Europa" ist. Immer dieselbe Frage: kommen sie erfolgreich zurück, oder nur zurück?
Aber klar ist: neue (Ein-) Wanderer bringen meist zunächst eine Bereicherung und einen Vitaminstoß für unsere Kultur und industrialisierte Küche mit sich - mediterrane und türkische Küche mit neuen Gewürzen, viel Kreuzkümmel und Oregano, als Fastfood Döner und Lahmacun, der gesünderen Türkenpizza statt "Pommes rut-weiß", und aus Afrika dürfen wir uns auch bald über neue Zutaten und Rezepte freuen.
Wenn man etwas Fremdes isst, versteht man den Fremden besser. Der erste Versuch der Integration.
Ursula Stübner, Heinz-Dieter Gasper
Die keltische Serie: Keltische Kräuterküche, Keltischer Haustee, Keltischer Abendtee, Keltischer Früchtetee, und das Hallstatt Salz. Wollt Ihr auch noch ein keltisches Kräutersalz? Eine Idee gibt es schon ...
Ginsengblüten - Tee
Schön, nicht?
Neu eingetroffen, und ab heute lieferbar:
Ginsengblüten - Tee aus kontrolliert biologischem Anbau, China.
Botanisch: Panax ginseng aus der Familie der Araliaceae (Efeugewächse).
In der chinesischen Kräuter-Literatur wird Ginseng seit dem 1.Jh.n.Chr./u.Z. beschrieben - hier wird aber mündlich überliefertes Wissen aus mehreren 1000 Jahren zusammengefasst. Ginseng ist sowohl in China als auch Korea Bestandteil von Legenden und Märchen.
Der Pflanze und vor allem ihrer Menschengestalt-ähnlichen Wurzel werden magische Kräfte zugeschrieben. Sie gilt als heilig, und den Gottheiten / Naturgeistern nahe.
Im Alltag werden ihre stärkenden und ausgleichenden Eigenschaften geschätzt. Sie soll den Geist ruhig und den Körper leicht machen, und mag dabei helfen, auf eine verantwortungsvolle und besonnene Weise das Leben zu leben. Bei uns wird die Ginseng-Wurzel gerne zur Vitalisierung und Stärkung genutzt.
Hier wollen wir einmal den Ginseng-Tee aus der Blüte vorstellen.
Auch die Blüten haben eine zauberhafte, anmutige Gestalt und geben in feinerer Weise das Wesen der mystischen Pflanze wieder.
Der Teeaufguss der Blüte ist einfach zuzubereiten: ca. 6-8g Blüten auf 1 l kochendes Wasser, 10 min Ziehzeit. Den Tee trinkt man automatisch etwas ehrfurchtsvoll - er schmeckt feinherb-süßlich und ergibt ein angenehmes, zufriedenes, warm durchdrungenes Gefühl.
Bezugsquellen für Heuschrecke-Tees sind Naturkostfachgeschäfte sowie Bio-Versandhandel und -webshops. Bitte dort nachfragen, da der Tee noch ganz neu ist. In absehbarer Zeit werden wir ebenfalls Bio-Ginseng-Wurzeln anbieten können.
Bilder vergrößern = einmal draufklicken.
Ursula Stübner
Teepause: Billiger als Limo und ...
politisch korrekt: Zimtzicke - Tee, bio.
Wieviel kostet 1 Liter Früchtee-Aufguss? Rechenexempel am Beispiel Zimtzicke-Tee:
Pro Liter Tee bzw. Kräuter-/Früchtetee-Aufguss benötigt man je nach Sorte ca. 8g - 10g (Kräutertees) oder 15 - 20g (Früchtetees).
Für einen Liter Aufguss unseres Bio-Früchtetees "Zimtzicke" empfehlen wir eine Menge von 15g. Die 100g Tüte kostet im Bioladen ca. 3,99 Euro - umgerechnet auf 15g Früchtetee-Aufguss entspricht das rund 60 Cent je Liter!
Mit ein klein wenig "Teezeremonie" erhält man also für knapp 60 Cent einen Liter leckeren, gesunden, durstlöschenden Früchtetee, der auch ohne Zugabe von Zucker schmeckt. Im Vergleich: z.B. ein Liter Saft aus kontrolliert biologischem Anbau kostet im Durchschnitt ca. ab 1,90 Euro/Liter aufwärts.
Petra Prescher
Von Heuschrecke: Zimtzicke Tee, extrarot mit einem Hauch Zimt, für Mädchen, die wissen, was sie wollen. Zutaten: Apfel, Hibiscus, Hagebutte, Rote Beete, Orangenschale, Zimt (5%).
Die Zimtzicken: Elena, 14, (Mitte), war auf dem Kindertee-Etikett (rechts) 3 Jahre alt. Rechts Schwester Carla, links Kusine Annika.
Wir werden das Zimtzicke - Tee-Etikett bei nächster Gelegenheit auf Stand bringen.
Bilder mit Klickvergrößerung.
Griechischer Bergtee
Genau das Richtige für den nassen Herbst.
Griechischer Bergtee ist wieder da und ab sofort lieferbar.
Traditionell wird griechischer Bergtee, eine an Salbei erinnernde Pflanze aus der Familie Sideritis, in den Bergen wildgesammelt. Seit den schweren Waldbränden 2007 auf Peloponnes war er nicht lieferbar. Die Behörden haben ein Pflückungsverbot verhängt, damit die Bestände sich erholen können.
Nun haben wir endlich wieder einen Lieferanten gefunden.
Unser jetziger griechischer Bergtee stammt aus kontrolliert biologischem Anbau aus dem Pindos-Gebirge in Nordwest-Griechenland. Botanisch: Sideritis raeserii.
Die Sideritis-Bergtee-Familie mit ihren unzähligen Unterarten erstreckt sich über den ganzen Balkan, und über Griechenland bis in die Türkei.
Im Gegensatz zu anderen Bergtee-Herkünften sind die griechischen Bergtees richtig elegant, mild (andere Herkünfte können schon mal etwas ruppig sein). Im Geschmack ist er intensiv, mit an Zitrone und Salbei erinnernde Aromen. Für die Menschen in den Bergen ist er ein Allzwecktee - bei jedem Wetter.
Für einen Liter Tee füllt man 3-4 Zweige in eine Glaskanne. Mit kochendem Wasser aufbrühen, 10 min. ziehen lassen.
bitte entschuldigt die unprofessionellen Fotos, aber immerhin sind sie da. Fotos vergrößern - einmal draufklicken.
Ursula Stübner
Biokontrolle
EG-Bio-Verordnung - Bürokratie und Praxis
Letzte Woche hatten wir unsere große jährliche Biokontrolle, zugleich fand unsere NOP-Zertifizierung nach den neuen, aufwendigeren Regularien statt. NOP/USDA ist der Biostandard der USA, wie bei uns die EU-Bio-Verordnung.
Unterm Strich ist es viel Bürokratie. Man neigt dazu zu denken, dass es ungerecht ist, dass wir diese Bürokratie am Hals haben, und nicht die Konventionellen, die uns die Lebensmittel versaut haben.
Also: 3 PrüferInnen waren bei uns, von morgens 9:00 bis abends 18:00 Uhr, die ohne Pause konzentriert gearbeitet haben.
Es wird geprüft, ob wirklich alle Zertifikate der Vorlieferanten vorliegen, alle Importpapiere und dazugehörige Rechnungen werden überprüft, Lohnverarbeitung und Private-Label-Füllungen. Das Thema Bio-Importe aus Drittländern ist besonders kompliziert - durch kleine Formalfehler geraten ganze LKWs oder Container mit Bioware ins Nirwana.
Auf einem Rundgang werden alle Etikettierungen geprüft, und die kleinen Abkürzungen der Lagerarbeiter hinterfragt - oder die vielen Lieferanten, die fantasievolle Etiketten schreiben, die nicht genau der EG-VO entsprechen ...
Unsere Datenlage wird allgemein geprüft: Lieferscheine, Rechnungen, Warenetikettierung, Kundenstammdaten, Lieferantenstammdaten, wie gehen wir mit Analysen um, wie mit Schädlingsbekämpfung, mit Rückrufen.
Dann gibt es noch stichprobenartige Warenflusskontrollen: einzelne Produkte werden vom Einkauf über Produktion/Abfüllung bis zu den einzelnen Kunden verfolgt - hier sollte es keine Ungereimtheiten oder wundersame Vermehrungen geben.
Im guten Normalfall, und bei uns ist es so, ist die Biokontrolle eine Mischung aus Prüfung und lösungsorientierter Schwachstellenanalyse, und deshalb Teil eines ständigen Verbesserungsmanagements (was immer passiert, wenn Externe sich umschauen).
Die komplette Verantwortung im Schadensfall oder Biobetrug liegt trotz aufwändiger Prüfung beim Importeur oder Inverkehrbringer. Also: zuverlässige Quellen sind alles - das hat sich in 30 Jahren nicht geändert. Klatsch und Tratsch mit den Kollegen ist hilfreich.
Heinz-Dieter Gasper, Ursula Stübner











