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Joshuas Gewürzreise: Safran

Joshuas Gewürzreise: Safran

 

 Safran in Glas - Produktfoto Heuschrecke

Safran, das teuerste Gewürz, ein damaliges Zeichen von Reichtum und doch wurde es immer dem Wert gerecht gehalten. In der Küche verleiht es dem Essen eine unvergleichliche Note bei einer Beigabe von nur ein paar Fäden. Ganz nebenher gibt es dem Gericht auch noch eine satte, gelbe Farbe - wo dann auch der Name herkommt. Auf arabisch bedeutet Safran "Das Gelbe". Zu alledem soll es die Menschen bei zu großem Konsum regelrecht verrückt machen, bei geringer Menge die Stimmung aufhellen.

Der hohe Kilopreis ist schnell verständlich, berücksichtig man einerseits, dass die Beigabe von bloß ein paar Fäden ausreichen, um ein Gericht zu würzen, und andererseits, dass ein riesiger Aufwand im Anbau von Safran steckt. So liest man, dass für einen Kilogramm Safran ca. 150 000 - 200 000 Blüten notwendig sind, die auf einer Anbaufläche von rund 10 000 Quadratmetern wachsen. Die Pflanze blüht einmal jährlich im Herbst und gibt dem Anbau etwas sehr exklusives. Ganz nebenbei sieht Safran auch noch kostbar und fast mystisch aus.

Widmen wir uns aber langsam dem Kochen. Zuerst kochen wir uns einen Kaffee, gewürzt mit ein paar feinen, in der Hand zermahlenen Fäden dieses exotischen Gewürzes und ein bisschen Zimt. Gegen Abend werden wir noch einen Tee daraus kochen. Mit den gleichen Zutaten, doch für ca. 10 Minuten gekocht, schmeckt der Tee angenehm würzig-spannend und soll gegen Stress helfen. Diese beiden Getränken sollen schonmal einen guten Eindruck vom Geschmack geben und zu mehr kochen anregen.

Generell ist es eine gute Idee, den Safran vor dem Kochen in einem Mörser zu zerstoßen. So entfaltet er sein volles Aroma und zeigt direkt seine starke Farbe. Für Reisgerichte ist es klug, diese zerstoßenen Fäden in ein bisschen Wasser ziehen zu lassen. Das intensiviert später die Farbe. Für das allgemeine Würzen mit Safran gilt, dass es erst später dem Essen beigegeben werden soll, da langes Kochen den feinen Geschmack zerkocht. Mit ein paar allgemeinen Tipps und einer Tasse guten Kaffee gewappnet machen wir uns ans Kochen.

 

 

Safran-Kokos-Reis

Safran Reis mit Tomaten, Frühlingszwiebeln und Ei


Heute gibt es zum Start erstmal etwas wirklich einfaches. Doch in seiner Einfachheit bietet dieses Gericht viel Komplexität. Wie eine Mischung aus Milchreis und persischem Reisgericht, unterstützt durch ein buntes Ensemble von Beilagen, lädt dieses Gericht immer wieder zum Wiederkochen ein. Es geht schnell, es geht einfach und es stellt zufrieden.

 


Zutaten


  • 125g Reis
  • 125ml Kokosmilch
  • 125ml Wasser
  • 1 Zwiebel
  • 1 gute Prise Safran
  • 1 Hand voll Rosinen
  • Öl und Salz
  • 1 Ei
  • 1/2 Frühlingszwiebel
  • Tomaten

 


Zubereitung


Den Safran am besten in einem Mörser mahlen und über Nacht in der Kokosmilch ziehen lassen. Die Zwiebeln würfeln und in einem kleinen Topf im Öl anschwitzen. Nach 3-5 Minuten den Reis dazu geben und für ca. 1 Minute anbraten. Dann die Kokosmilch, das Wasser und Salz dazu geben und bei geschlossenem Deckel köcheln lassen, bis der Reis gegart ist.
In der Zwischenzeit das Ei für exakt 6:30 kochen, die Tomaten halbieren und die Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden. Ist alles fertig, nach eigenem Kunstgeschmack garnieren und servieren.

 

 

Hühner - "Bouillabaisse" mit Aioli

Hühnchen in Bouillabaissesoße


Safran und Bouillabaisse gehören einfach zusammen. Dieses Gericht nimmt sich seine Inspiration bei dieser fantastischen Fischsuppe, aber geht einen deutlich einfacheren und kürzeren Weg. Der Safran rundet die leicht säuerliche, fruchtige Sauce ab und dient dem Hühnchen als Begleiter - Naja. Eigentlich könnte man das Huhn auch weglassen, denn es schmeckt auch so einfach hervorragend.



Zutaten

  • 4 Hähnchenschenkel
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Fenchel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 200 ml Weißwein
  • 200 ml Hühnerbrühe
  • 600g geschälte Tomaten
  • 4 kleine Kartoffeln
  • 1 gute Prise Safran
  • Salz, Pfeffer Öl
  • Mayonaise (Alternativ 1 Eigelb, 1 EL Senf, 1 EL Weißweinessig und ca 150ml Öl)
  • 1 Prise Cayennepfeffer
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 TL Zitronensaft



Zubereitung

Hähnchenschenkel salzen und in einer heißen Pfanne für ca. 4 Minuten auf der Hautseite braten. Währenddessen die Zwiebel, den Fenchel und den Knoblauch in kleine, feine Stücke schneiden. Dann das Hühnchen umdrehen und für eine weitere Minute Braten lassen, aus der Pfanne nehmen und auf einem Teller warten lassen. In die heiße Pfanne kommt nun das gerade geschnittene Gemüse für ein paar Minuten in dem schon heißen Öl dünsten. Dann mit dem Wein ablöschen und den Wein ca. auf die Hälfte reduzieren lassen. Jetzt die geviertelten Kartoffeln, die Tomaten und die Brühe dazu geben, mit einer ordentlichen Prise Safran würzen und alles miteinander vermischen. Die Tomaten müssen noch mit dem Küchengerät der Wahl zerdrückt werden. Ist alles gut verrührt kommen die Hühnchenschenkel oben auf und das ganze wird für ca. 15-20 Minuten kochen gelassen. Das geht hier ganz von alleine.

Die Zeit wird allerdings gut genutzt um das Aioli zuzubereiten. Dafür die gekaufte Mayonaise (Ja. Kann man auch selber machen, mache ich auch gerne. Oft ist das Aufwand-Geschmacksverbesserungs-Verhältnis aber kein gutes.) mit 2 Zehen geriebenem Knoblauch, Zitronensaft, Salz und einer Prise Cayennepfeffer vermengen. Schon fertig.

Ist das Huhn dann irgendwann fertig gegart und die Kartoffeln weich, schnell noch ein paar Scheiben gutes, krustiges Brot dazu schneiden und mit Aioli servieren. Das geht gut in einer Schüssel, einem tiefen Teller oder als ganzes, wie es ist, auf den Tisch. Schmeckt noch besser, mit Freunden und der vergleichsweise geringe Aufwand macht es ideal für einen schönen, entspannten Abend mit gutem Essen. Dazu vielleicht noch einen Nachtisch?

 

 

Safran-Ingwer-Apfel-Kompott

Safran-Ingwer-Apfelkompott


Da die meisten Menschen ja doch mal jung waren, ist den meisten Menschen auch Apfelkompott bekannt. Für mich hat die Zeit des guten Apfelmus nie aufgehört. Das gekaufte hat in 90% der Fälle Zucker, ist mir zu "musig" oder nicht apfelig genug. Jedes mal, wenn ich dann Apfelkompott selber mache, denke ich mir, dass das öfter geschehen sollte.
Safran passt ganz gut zum Apfel und gibt dem ganze eine schöne, tiefere Note und eine gute Balance. Mit der Schärfe des Ingwers ist es eine gute Variation des klassischen Apfelmus.



Zutaten

  • 4 Äpfel
  • 1 Prise Safran
  • 1 Prise Ingwer oder ein kleines Stück frischen Ingwer
  • 1 kleine Prise Salz
  • Wasser
  • das obligatorische, optionale Vanilleeis

 


Nun, es gibt genug Rezepte, die eine bestimmte Sorte Äpfel vorgeben. Natürlich sind diese Vorgaben irgendwo sinnvoll, doch man sollte sich nicht davon abhalten lassen, andere Äpfel zu verwenden. Diese Sorten Äpfel werden sonst wirklich traurig und traurige Äpfel machen traurige Menschen.


Zubereitung

Äpfel klein schneiden und mit einem bisschen Wasser und den Gewürzen bei kleiner-mitllerer Hitze solange köcheln lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Für manche von Ihnen ist es vielleicht notwendig, die Äpfel noch zu pürieren, für manche sind sie mit ein bisschen Biss besser. Das fertige Apfelmus mit dem optionalen, aber sehr empfohlenen Vanilleeis servieren und den schönen Abend (oder morgen - man kann es zu jedem Zeitpunkt essen) genießen.

Das beschließt meine Reise mit Safran. Es ist ein spannendes Gewürz. Sehr teuer, sehr wertvoll und doch findet man quasi niemanden, der sagt, dass ein bestimmtes Essen nach Safran schmecken sollte. Doch lässt man es weg, sei es bei einer Bouillabaisse oder in den wunderschönen persischen Restaurants, so fällt schnell auf, dass etwas fehlt. Die Speisen schmecken nicht so, wie sie schmecken sollten und haben nebenbei nicht die wunderschöne Farbe, die Safran oft verleiht. Auch einfacherer Reis mit Safran, oder das schöner formulierte Gericht Risotto Milanese sind unglaublich schmackhaft und besonders dekorativ.

Was das eigentlich bedeuten soll - jeder sollte Safran im Haus haben und ab und an mal damit kochen. Wenn das keine Werbung ist...

Ich hoffe, es schmeckt. Bis zum nächsten Mal.

 

 

 


 Joshua Stübner

 

Meine Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu. 

Mehr zu dem anderen Opens external link in new windowhier.

 

 

 

 

 

 

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03.12.2017
09:32

Buchrezension: Achim Priester - Das goldene Birkenzweiglein

Buchrezension: Achim Priester - Das goldene Birkenzweiglein

 

 

Der Zwerg mit der roten Zipfelmütze

 

In einem fernen Königreich, irgendwo am Meer, begab sich eine kleine Prinzessin, die bestimmt nicht älter war als vier oder fünf, an den Strand eines Meeres und ging dort spazieren. Sie war schon oft mit ihrem Vater dort gewesen und beide saßen dann auf einem Stein, der vom Strand Richtung landeinwärts auf einer kleinen Anhöhe, die man Düne nannte, vereinsamt lag. Von dort aus blickten gar oft König und Prinzessin auf das weite Meer hinaus und lauschten auf die Brandung, wie die Wellen zischend mit weißem Schaum an den Strand gespült wurden. Aber sehr oft hatte der König leider keine Zeit dazu, um dort auf dem Stein zu sitzen und sich das Meer zu betrachten. Schließlich musste so ein König auch sein Land regieren. Da durfte die kleine Elisa, so wurde die Prinzessin gerufen, dann auch alleine an den Strand gehen. Eines Tages traf sie dort einen Zwerg, der sehr traurig war und als Elisa ihn fragte, was er denn habe, antwortete er: „Ach, ich habe meine rote Zipfelmütze verloren und finde sie nicht mehr. Gerne möchte ich sie wieder zurückhaben.“ Elisa beruhigte den traurigen Zwerg wieder und sagte: „Sei nicht traurig, wir werden deine rote Mütze schon wieder finden. Schließlich ist mein Vater König und ein König muss doch alles wissen, da wird er sicherlich wissen, wo deine rote Zipfelmütze abgeblieben ist. Warte hier, bis ich zurück bin. Ich gehe zu ihm hin und werde ihn fragen.“ Gesagt, getan! Elisa ging zum König, erzählte ihre Geschichte und fragte ihn schließlich, wo die rote Zipfelmütze abgeblieben sei. Da antwortete der König schließlich, obwohl er mitten in einer wichtigen Besprechung war: „Hast du schon unter den Stein geguckt, auf dem wir immer sitzen und dabei auf das weite Meer schauen?“ Elisa schüttelte den Kopf und der König antwortete darauf: „Dann tu das bitte!“ Elisa ging wieder zum Strand und beide, sie und der Zwerg, gingen dann zu dem Stein und schauten darunter. Aber dort lag die Zipfelmütze nicht. Da wurde der Zwerg wieder traurig. Aber Elisa ließ es nicht zu, dass der Zwerg wieder mit Weinen anfangen wollte und sagte leise zu sich selbst: „Ich kann es einfach nicht verstehen, dass mein Vater sich geirrt haben sollte. Ein König irrt sich doch nie. Am besten ist es jetzt, ich frage ihn zum zweiten Mal.“ Dann wandte sie sich wieder dem Zwerg zu: „Sei nicht traurig, ich und mein Vater werden deine rote Zipfelmütze schon wiederfinden.“ Mit diesen Worten rannte sie hastewaskannste wieder zu ihrem Vater und erzählte ihm alles. „Ei“, sprach der König, „dann wird es wohl am besten sein, wenn ich auch mit zum Strand komme und auch unter diesem Stein mal nachschaue.“  Gesagt, getan!

...

(S. 32)

 


 

Buchcover: Goldener Birkenzweig

 

Das goldene Birkenzweiglein

 


Das Buch ist toll. Ganz einfach, ohne viel drum rum, möchte ich das so sagen. Es berührt, es erzählt, es lehrt und es erfreut.

Das goldene Birkenzweiglein ist ein Buch, das nie geplant war, doch bin ich froh, dass es existiert. Es ist eine Sammlung von kleinen, wirklich schönen Märchen von Achim Priester, die dazu geschrieben wurden, Kinder zu erfreuen. Nun bin ich in manchen Zügen kein Kind mehr, doch hat es auch bei mir gewirkt. Denn obwohl Märchen meist für Kinder geschrieben wurden, können sie auch im Erwachsenenalter noch viel Freude bringen.

Achims Märchen sind auf eine Art sehr einfach: Leicht, kurz und gut verständlich. Sie sind ja auch für Kinder geschrieben. Doch gleichzeitig schafft er es, zu berühren, Dinge zu erzählen, die nicht erwähnt werden und einfach so - Freude zu bringen. Mit jedem neuen Märchen gibt es eine kleine neue Welt, die voll Prinzessinnen, Helden in verschiedenen Kostümen, Musik, Fabeltieren und guten Enden ist. Sie vermitteln ein Gefühl, dass alles in Ordnung ist, spenden Trost, lehren und - was mir dazu noch viel Freude bereitet - geben Einblick in die Gedanken des Autoren. Buch: Letzte Seite

Märchen erzählen immer mindestens zwei Geschichten: Einmal die offenkundige, tatsächlich geschriebene Geschichte. Dazu kommt die parallel erzählte Aussage über Menschen, oft moralisch oder wertend. Und dann, wenn man Glück hat, und der Autor sich traut, seine Geschichten von Herzen zu schreiben, erfährt man noch etwas über ihn. Und in diesem Fall finde ich, kommt vorallem das durch.

Die Geschichten sind von Herzen geschrieben. Sie sind geschrieben, um Kinder zu erfreuen und sie sind auf eine Art sehr ehrlich. Das kann ich leider gar nicht näher benennen, es ist bloß ein Gefühl, das beim Lesen aufkommt, was mich erfreut und berührt.

Ich möchte gar nicht so viel zu dem Buch schreiben: Es hat fantastische Märchen, die einfach geschrieben sind und doch so viel weiter gehen. Es ist nicht dick und nicht lang, aber es ist sehr wertvoll. Es ist schön aufgemacht, Achim Priesters Geschichte ist schön und ich würde jedem empfehlen, einfach mal ein Blick hinein zu werfen.

Denn das Buch ist genau das, was es sein soll - Ein Märchenbuch, dessen Geschichte auch fast ein Märchen sein könnte.

 

Geschenktipp - von Heuschrecke empfohlen!



Kurzes über den Autor:

Buchautor: Achim PriesterAchim Priester wurde am 19. Juni 1959 in Bonn mit dem Down-Syndrom geboren. Seit dem schreibt er viel, anfangs über alles was er sieht und seit 2013 als Teil der Ohrenkuss-Redaktion. Diese Märchen sind ein ausgewählter Auszug aus den 40 Jahren, die er mittlerweile geschrieben hat.

 

 

Downtown-Werkstatt

Sie wurde von Katja de Bragança und Bärbel Peschka für das Ohrenkuss-Projekt gegründet. Katja de Bragança hat ebenfalls das wissenschaftliche Projekt Opens external link in new windowtouchdown21 , gemeinsam mit Anne Leichtfuß, gegründet (auch faszinierend, als Experten wirken hier natürlich auch Menschen mit Down-Syndrom mit).
Die
Downtown-Werkstatt gibt 2x jährlich das Ohrenkuss-Magazin heraus (von AutorInnen mit Down-Syndrom) die wir in unserem Blog regelmäßig vorstellen.

Mehr: Opens external link in new windowHier

 

Buch: Achim Priester - Das goldene Birkenzweiglein

Hrsg: Bärbel Peschka

ISBN: 978-3-9819294-7-8

Preis: 19,90 EUR

Opens external link in new windowLink zum Buch

 

 

 

Fotos: © Maya Hässig

 


 Joshua Stübner

 

Meine Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu. 

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Vanille - Der Star der Desserts

Joshuas Gewürzreise: Vanille

 

 

Vanille-Produktfoto und Vanilleschote

Nachdem ich nun mehrere Wochen auf See an Bord eines gerade mal 15 Meter langen Boots gelebt hatte und meine Zeit mit Lesen, Karten spielen mit den Matrosen und kochen für die ganze Mannschaft verbracht hatte, entwich mir ein fröhliches Stöhnen, als endlich jemand rief: "Land in Sicht!". Natürlich dauerte es dann noch eine Weile, bis wir tatsächlich gelandet waren, aber ich war gespannt. Ich war am Ziel meiner Reise angelangt.

Nun stand ich also da, mit nichts weiter als meinem Rucksack, einem Kochlöffel, einem GPS und einem Koordinatenpunkt - auf einem traumhaften, endlos langen Strand, abgeschnitten von jeglicher erkennbarer Zivilisation durch undurchdringlichen Dschungel. Das Meer war so blau wie es nur sein könnte, doch ich hatte in letzter Zeit genug davon gesehen, wandte mich ab und machte mich auf meinen Weg durch Madagaskar.

Es gibt auf Madagaskar eine Menge zu sehen: Tiere, von denen ich nur im Internet mal gehört hatte, in Größen, die weit über die gewohnten gingen. Und natürlich eine Fauna, wie aus dem Film. Tiefes, sattes Grün, gepaart mit den verschiedensten verführerischen Farben. Ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr raus, aber ich war eigentlich nicht hier, um zu gucken. Ich bin ja nicht hier, um Dokumentationen über Flora und Fauna zu schreiben, sondern zum Entdecken von Geschmäckern und natürlich zum Kochen.

Langsam näherte ich mich meinem Ziel, einem Punkt, der auf der Karte auch nicht anders aussieht, als irgendein anderer. Aber mir wurde versprochen, dass sich dieser von anderen Orten unterscheidet. Hier sollte die beste Vanille der Welt wachsen und ich war gewillt sie zu pflücken, weiterzuverarbeiten und damit zu kochen.

Vanille-Verarbeitung funktioniert in etwa so: Die Schoten werden grün gepflückt, in aller Regel irgendwann im Juli und mit viel Expertise und Kontrolle auf den perfekten Reifegrad. Dann werden sie angekocht und schwitzen gelassen, bis sie erst sonnen- dann schattengetrocknet werden, wodurch sie schwarz und schrumpelig sind. Ab diesem Punkt sind sie dann essbar.

So fertig konnte ich mich dann endlich ans Werk machen. Noch schnell ein paar Zutaten zusammen gesucht und los geht's.

 

 

Gang 1 - Butter-Vanille-Möhrchen

 

Butter-Vanille-Möhrchen auf Teller serviert

 


Wer noch nie Butter-Möhrchen gemacht hat, hat was verpasst. Punkt. Es klingt sehr simpel und das ist es auch, aber es ist ein fantastischen Gericht. Darauf aufgebaut ist dieses Gericht entstanden. Die Vanille harmoniert wunderbar mit der Süße der Möhrchen und dem feinen Buttergeschmack und das Lorbeerblatt funktioniert symbiotisch mit der Vanille für ein noch aromatischeres Endresultat.

Zutaten:

  • 4 große Möhren
  • etwa 1/8 TL Vanille
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2 EL Butter
  • Salz und Pfeffer
  • Optional: Zitronensaft

 


Zubereitung:


Butter mit Vanille und Lorbeerblatt auf mittlerer in der Pfanne erhitzen. Ich vertrage leider nicht mal Butter wirklich gut, deswegen gab es bei mir Margarine, aber ein Tipp: Braune Butter macht das ganze nochmal interessanter. Möhren Schälen und in kleine Streifen schneiden, dann in die Pfanne geben und ca. 8-10 Minuten in der Pfanne schmoren lassen. Das Ergebnis sollen warme Möhren sein, die zwar durch sind, aber noch gut Biss haben. Mit Salz und Pfeffer nach Geschmack würzen. Wer mag, kann jetzt Teile oder alles mit Zitronensaft beträufeln.
Fertig kann es wunderbar als Vorspeise, Beilage oder sogar als eigenes Gericht genossen werden.

 

 

Gang 2 - Vanille-Mandarinen-Hühnchen

 

 

Vanille-Mandarinen-Hühnchen auf Teller serviert

 


Vanille gilt generell gerne als DAS Dessert-Gewürz. Es gibt aus den verschiedensten Kulturen die verschiedensten Vanille-Cremes, die aber doch einiges gemeinsam haben. Meine Herausforderung, die ich an mich selber gestellt habe, damit eine Vorspeise, eine Hauptspeise und eine Nachspeise zu kochen hat mir erst mal eine Weile zu denken gegeben. Die Möhren waren ein spontaner Einfall, das Hühnchen irgendwo auch. Auch wenn ich kein Patentanspruch auf Mandarinen-Hühnchen habe, mit Vanille ist es nochmal eine schöne Variante davon.



Zutaten:

  • 2 Hühnchen-Filets
  • etwa 1/8 TL Vanille
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 Mandarinen
  • 1 Prise Ingwer
  • Salz und Pfeffer



Zubereitung:



Nun, ich kann mich glücklich schätzen, mir mal ein Sous—Vide-Gerät gekauft zu haben. Für solche Gerichte ist es eine tolle Bereicherung, die perfektes Huhn quasi mühelos macht. In den letzten Sachen ist die Sous-Vide-Garmethode tatsächlich auch für den privaten Haushalt recht erschwinglich geworden. Sous—Vide garen bedeutet erst mal nur "unter Vakuum", aber damit ist dann in der Regel impliziert, dass das Gericht in einem Wasserbad bei konstant gehaltener Temperatur sehr schonend gegart wird.

 

 

Hühnchen im sous-vide Wasserbad

 



Also, wer die Möglichkeit hat, sous-vide zu garen, der kann meinem Rezept so folgen. Für die anderen ist es auch keine Schande, die Marinade als solche zu verwenden, und das ganze dann im Ofen zu backen.
Den Sous-Vide Kocher auf 60 Grad Celsius stellen und das Wasser auf Temperatur bringen. Das Hühnchen solange mit allen Zutaten in einen Beutel geben, alles gut vermengen und vakuumieren. Wenn das Wasser die Zieltemperatur erreicht hat, das Hühnchen hinein geben und einen Timer auf ca. 2 Stunden stellen (Für den Ofen sind ca. 180 Grad für 30-40 Minuten angesagt). Wenn der Timer klingelt, kann das Huhn aus dem Ei gelassen werden. Jetzt kann man es zwar schon wunderbar essen, doch es sieht wirklich noch nach einem Huhn aus, das gerade aus dem Ei geschlüpft ist. Um das zu ändern, wird es nochmal kurz in einer wirklich heißen Pfanne angebraten oder mit einem Bunsenbrenner mit Feuer bestrahlt. Dann sieht es gleich viel Besser aus.

 

Anmerkung:

 

Leider war ich mit diesem Gericht nicht wirklich zufrieden. Durch die Mandarinen ist es ein bisschen bitter geworden und es hat nicht wirklich funktioniert. Fürs nächste mal würde ich daher eine Rückkehr zu meinem Dessert-Rezept der letzten Wochen bevorzugen und das Hühnchen wie folgt würzen:

 

  • 2 Hühnchen-Filet
  • 1/8 TL Vanille
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1/4 TL Thymian
  • 1-2 EL Honig
  • Salz und Pfeffer

 

Die Zubereitungsart bleibt dabei bestehen, aber der Geschmack sollte, zumindestens ist das meine Hypothese, deutlich besser sein. 



Gang 3 - Zitronen-Vanille-Curd

 

Zitronen-Vanille-Curd mit Croissant auf Teller serviert

 


"Lemon Curd" ist ein sehr britisches Gericht. Mit viel Butter, viel Zucker und einer verführerischen Cremigkeit ist es ein vielseitiger Klassiker, den man oft auf Keksen und manchen Kuchen findet. Dies ist meine Adaption, auf meine Weise natürlich mit weniger Zucker, dafür Vanille um den Geschmack abzurunden. Die Vanille spielt hier nicht die absolute Hauptrolle, sondern steht quasi mit der Zitrone auf einer Stufe und schafft in Harmonie mit dieser eine wunderbare Creme, von der man nicht genug bekommt.



Zutaten:

  • 2 Eier
  • 2 Eigelb
  • 100g Butter
  • 75g Zucker
  • Saft und Schale einer Zitrone
  • 1/8 TL Vanille
  • 1 Prise Salz

 

 

Zubereitung:

 

Die Vanille-Curd im Kochprozess

In der französischen Küche schwören manche auf 30 Minuten Rührei. Dabei werden die Eier mit viel Butter und wenig Hitze unter viel Rühren und mit viel Geduld zu einer homogenen Masse gekocht, die in Cremigkeit nicht zu übertreffen ist.
Dieses Gericht funktioniert in etwa genau so. Alle Zutaten werden in einem Topf bei sehr niedriger Hitze und mit viel Rühren so lange erhitzt, bis es andickt. Das sind dann die Eier, die stocken. Der Trick ist es, so viel zu Rühren, dass die Masse homogen bleibt und die Eier nicht ausflocken - sonst gibt es eine flüssige Masse mit vereinzelten gekochten Eierstückchen, was das Gericht dann doch etwas ruiniert. Die Technik dazu ist die niedrige Hitze und viel Rühren. Das ganze kann dann gut und gerne bis zu 30 Minuten dauern, aber wer weiß was er tut kann es bei etwas höherer Hitze in kürzerer Zeit schaffen - ich gehöre nicht dazu, deswegen "low and slow". Dann wird alles gut.

Ist die Creme fertig, kann sie wirklich vielseitig eingesetzt werden. Einfach so auf Brot, Croissants oder andere präferierte Backwaren, auf diversen Desserts oder gleich mit dem Löffel. Bleibt was übrig, so geht es gut in einem Glas für 1-2 Wochen in den Kühlschrank.

Das schließt meine Vanille-Reise ab. Es war sehr lecker - Vanille ist eine wunderbare Pflanze, die für mich nicht nur in Desserts zur Geltung kommen sollte. Leider ist die Bio-Vanille Situation immer noch recht schwierig, aber das sollte niemanden davon abbringen lassen, dieses Gewürz weiter zu verwenden. Es ist einfach nichts, was sich durch irgendwas ersetzen ließe.

Bis zum nächsten Mal, guten Hunger.

 

 

Anmerkung:

Dieses Mal war die Einleitung etwas anderes. Nachdem ich jetzt eine Weile geschrieben habe, kam mir die Idee mal dieser Rubrik gerecht zu werden - eine Möglichkeit die ich leider am Anfang verpasst habe. Ich hoffe, es hat Euch gefallen.
Die Einleitung hält sich zwar grob an die tatsächlichen Vanille-Fakten, aber werden dem sehr elaborierten Prozess des Vanille-Anbaus nicht annähernd gerecht. Gut haben wir schon mal darüber geschrieben und ich lade jeden, der es noch nicht gelesen hat, dazu ein, unseren Vanille-Bericht zu lesen:

Opens external link in new windowMadagaskar-Vanille

 

 

 

 


 Joshua Stübner

 

Meine Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu. 

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Gastbeitrag
09.11.2017
18:00

Ohrenkuss: Mütter

Klar hat meine Mutter Superkräfte!

 

Ohrenkuss Magazin: Mütter

Heuschrecke und Ohrenkuss haben schon über 15 Jahre eine freundschaftliche Verbindung.

 

Wer oder was ist Ohrenkuss?

 

Ohrenkuss ...da rein, da raus - ist ein Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Und zugleich ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft gGmbH.
 
Es gibt 2 Ausgaben im Jahr, die man abonnieren kann, jeweils zu einem speziellen Thema. Die Vorbereitungen dazu sind intensiv, mit Workshops, Interviews, Recherche-Reisen, was gute Journalisten so machen.Die AutorInnen schreiben poetisch, mit einem feinen Witz und einer Portion Lebensweisheit. Die Hefte sind liebevoll gestaltet, und auf hohem ästhetischen Niveau.
 
 
In unserem Blog stellen wir regelmäßig das neue Ohrenkuss-Magazin vor, oder berichten über andere aktuelle Dinge aus dem Projekt.

 

 
In der neuen Ohrenkuss-Herbstausgabe schreiben die AutorInnen über ihre Mütter (nachdem es schon eine Väter und Großeltern-Ausgabe gab), und in einem zweiten Teil berichten die Mütter dann in einer Mütterrunde über ihr Leben mit einem Kind mit Down Syndrom.
 
Doch lesen Sie selbst ... hier Ausschnitte aus dem Mütter-Magazin:

 


 

 

 

 

 

 

 

Claudine Egli, diktiert Martin Wesers Mutter

Mütter
Die Mütter, sie bücken sich.
Das Bücken ist mühsam.
Sie trinken Kaffee.
Sie sticken.
Sie häkeln.
Sie lesen.
Sie schwatzen – wie eine Ente.



Marley Thelen, diktiert

Meine Mutter hat eine wunderschöne, elegante Zauberkräfte von alle Welten. Meine Mutter ist stark. Weil meine Mutter stark ist, ist sie auch unschlagbar gegen wilde Wölfe. Sie ist mutig. Ich bin so mutig wie sie. Das habe ich von ihr gelernt. Das macht mich stolz von meine Herzen.


Marley Thelen, diktiert

Also überhaupt nicht kann die – das sage ich ganz klar: kochen. Manchmal probiert sie es trotzdem. Aber das schmeckt dann nicht so richtig doll.


Natalie Dedreux, diktiert

Klar hat meine Mutter Superkräfte! Sie hat politische Kräfte. Die zeigt sie auch. Sie sagt ihre Meinung. Sie präsentiert sich und sagt, womit sie nicht einverstanden ist. Das findet sie wichtig. Und ich finde es gut, wie sie das macht.


Maria Trojer, handgeschrieben und dann abgetippt

Meine Mutter ist wie ein bunter Regenbogen und leuchtet wunderschön, so wie bunte Seifenblasen.
Meine Mutter ist wie eine Rose die mich lieb hat oder gar ein Kaktus, was auch stechen kann.
Meine Mutter könnte eine Geigenmusik sein und leitet einen Chor, spielt auf der Flöte und Geige und singt.
Meine Mutter kann auch ein Marillenbaum sein, mit wunderbaren Blüten.
Wenn sie grantig ist dann kommt ein Donnerwetter.


Verena Günnel und ihre Mutter
Verena Günnel, diktiert

Ich hab Dich lieb.
Das ist mein Satz.
Ich hab Dich auch lieb.
Das sagt sie zu mir, immer, da sie an mich denkt.
Da sie mich kennt.
Das berührt in mein Herz und das pocht, wenn ich diesen Satz sagen würde. Für jeden Mensch das zu kennen, zu lassen und auszusprechen.

Ich schreibe nicht, ich sage das.
Dann merkt sie das, dass sie das liest und dann wird sie mich genauso liebhaben.





julian Göpel und seine Mutter
Julian Göpel, diktiert

Meine Mutter heißt Eva. Was ich gut an meiner Mutter finde: Ich bin ihr Lieblingssohn. Und ich mache sehr viel mit meiner Mutter Bastelstunden. Ich gehe viel mit ihr in Museen und Kinobesuche und so weiter. Was ich mit meiner Mutter nicht mag: SMS schreiben, WhatsApp schreiben. Sie stresst mich. Wenn ich zu viele Anrufe von ihr bekomme. Meine Mutter hab ich sehr lieb. Ich höre ihre Konzerte an und manchmal sind die auch total langweilig.
Ich hab einfach meine Mutter lieb. Manchmal muss ich ihr auch sagen, was mir nicht passt, aber ich hab sie beide trotzdem lieb.
Bald geht meine Nichte mit zum Stadion. Mütter lieben auch sportliche Arten.
Meine Mutter ist anstrengend. Ich mache selbst heldenhafte Sachen, was ihr nicht passt. Ich war ja beim Kirchentag in Berlin, da war ich durch ein Tränengas reinspaziert. Musst ich. Das war heldenhaft von mir. Ich durfte nicht zu meinen Lieblingskonzerten. Ich kann’s auch erklären. Ich wollte zu Yvonne Catterfeld. Meine Mutter sagt nein. Diesmal wird es anders bei dem Kirchentag, das möcht ich alleine machen, die Johanniter mit mir. Ich fahre bald zum Kirchentag nach Dortmund, mach ich Dortmund unsicher. Ich war noch nie in Dortmund gewesen, nie. Ich durfte nicht zu der Eröffnungsfeier von Barak Obama gehen, alles voll in Berlin gewesen. Ich wollte hin, ich wollte ihn zum ersten Mal sehen. Aber nein, bla bla bla. Ich wollte unbedingt in Blue Man Group gehen, das hat nicht geklappt und das gleiche bei den Klöckner von Notre Dame. Da bekomm ich unterschiedliche Anrufe, die mich stören. Diesmal wird es anders - ohne Mutter. Meine Zukunft: Ich will diesmal nach Dortmund, um meine Lieblingskonzerte anzusehen und die Eröffnungsfeier, aber ich hab sie trotzdem lieb. Meine Mutter ist lieb. Ich habe Rechte dafür.
Meine Mutter ist Oma geworden und manchmal ist sie auch streng. Ich als Onkel auch. Meine Familie, die brüllen sich manchmal gegenseitig an. Mit Wortgefechten. Meine Mutter hört gerne Klassik. Mein Vater und ich nicht. Ich höre meine eigene Musik, mein Vater auch. Mein Vater ist Opa.
Ich habe schon viele Praktikumsstellen besucht mit meiner Mutter und ich bring nur gutes Wetter. Nur. Und nette Blumen, die ich am Straßenrand finde.

David Bläser und seine Mutter
David Bläser, handgeschrieben

Es war einmal ein Mutter, sie hat mich auf mich aufgepast.
Meine Mutter hat mal gepicknikt mit mein Vater.
Mein Mutter ist wunderschön, sie hat mit mein Vater geheiratet.
Mein Mutter ist toll, manchmal auch besofen.
Mein Mutter schümpft manchmal mit meiner, auch mit mein Vater, das finde ich blöd.
Meine Mutter und ich Entschuldigen wir auch.
Meine Mutter erlaubt mir manchmal, eis zu essen.
Meine Mutter erlaubt mir manchmal, dass ich Süßigkeiten kaufen darf, wenn ich es auch esse.
Meine Mutter ist so schön, wie eine Fee, auf gar keinen fal, ist meine Mutter ein Apfel, sonst kann ich meine Mutter essen, dass finde ich blöd.
Meine Mutter hat ein Herz volle Liebe.


Nora Fiedler, selbst am Computer geschrieben

Was ich nicht so gut finde an sie bei mir oder bei philine die nervennarung kontrolle zu machen. Das finde ich nicht so toll von ihr. Was ich an meine mutter toll finde oder gut finde das sie mein vater gehiratet hat da rauf bin ich stolz auf sie entlich hat sie ihre grosse liebe gefunden mein richtigen vater. Endlich ein mann der sehr gut für sie past. Da rauf bin ich sehr dang haft und sehr stolz auf sie die haben sich in einen bar kennen gelrnt da hat es gefungelt bei die beiden die haben sich gesucht und gefunden. Es wahr die liebe auf den ersten blick. Darauf sind wir kindern und ich sehr stolz. Auf die eltern kann ich sehr stolz  sein.


Daniel Rauers Mutter

Von der Mutter gelernt



Nora Fiedler, selbst am Computer geschrieben

Wie man selbstständig wird.


Christina Groß, handgeschrieben

Langsam sprechen, Sauberkeit, Haushalt.


Achim Reinhardt, handgeschrieben

Rad fahren und lesen und schreiben.


Ansgar Peters, selbst als E-Mail geschrieben

Ich habe viel gelernt und zwar habe ich das Aufräumen. Und Putzen Kochen und Andere Dinger gemacht.


Michael Häger, diktiert

Zusammen helfen. Wir haben ein großen Garten. Wir haben zu Hause ein Wäscheleine. Wäsche aufhängen hat sie mir gezeigt. Und Wäsche zu waschen. Bügeln kann ich. Saugen mache ich auch alleine. Abwechselnd – Mama und ich. Sie hat mir gezeigt, wie man Frikadellen macht.

 


Tobias Wolf, diktiert


Von meiner Mutter habe ich gelernt, was richtig und falsch ist.


Martin Weser, handgeschrieben

Meine Mama kann alles. Sie kann kochen, putzen, Wäsche machen, stricken, im Garten arbeiten – und ich habe das alles von ihr gelernt. Ich bin dankbar.


Jeanne-Marie Mohn, diktiert (als Sprachnachricht per WhatsApp gesendet)

Ich habe von ihr Sachen andübeln gelernt. Schwimmen und Ski fahren. Ich kann auch richtig Ski fahren. Und was noch? Schwimmen gelernt und Seepferdchen gemacht.
Sie hat mir gezeigt, Wäsche zu waschen und zu bügeln. Alles gemacht.




Jeanne-Marie Mohn, diktiert (als Sprachnachricht per WhatsApp gesendet)

Jetzt möchte ich erwachsen leben. Mein Leben.
Ich kann die Frage verantworten: Selbständig zu werden. Viel Selbständig. Und viel Sonnenschein.


Matteo und seine Mutter


Selbst Mutter werden / Kinder bekommen



Andrea Halder, selbst am Computer geschrieben

Nein. Für mich nicht, das gehört sich nicht in meiner jetzigen Welt. Und später auch nicht. Eigentlich habe ich keine Vorstellungen davon, wie es sein wird, als eine Mutter mit eigenen Kindern. Meine Kinder hätten nämlich (vielleicht) auch das Down-Syndrom, deswegen kommt es bei mir nicht in Frage. Und ich bin selbst zu jung um Mutter zu werden.


Anne Feldmann, diktiert

Auf jeden Fall gerne. Wir wollen gerne Kinder machen. Ich und mein Freund. Aber es geht im Moment leider nicht bei mir, denn ich habe die Spirale.
Vielleicht können wir auch eins adoptieren.
Aber ich stelle es mir schön vor, eine Mutter zu sein. Denn ich kann schon so vieles: Einkaufen, Wäsche aufhängen und gelegentlich mal saugen oder wischen. Ich habe gerne kleine Kinder und freue mich immer, ein paar Kinder in der Familie zu haben. Auch wenn es eins mit Down-Syndrom wird, bin ich offen und ehrlich und könnte mich auch um das Kind kümmern, mit allem was zu tun ist. Mit trösten, Windeln wechseln, Beulen kühlen oder in die Kita bringen.


Verena Elisabeth Turin, handgeschrieben und dann selbst abgetippt

Ja, ich möchte viel später Kinder haben. Auch wenn es niemals geschehen wird. Ich habe meinen Freund mein Kinderwunsch schon gesagt. Und ich würde meine Kinder Michelle, Gabi, Jasmin, Felix, Armin, Tobias nennen. Sie sollen meine Lernschwierigkeit das Down Syndrom haben. Und nicht auf der Vaterseite. Ich würde gerne eine Mutter sein. Also ich werde meine Kinder ganz normal und gerecht, ein wenig streng, sehr lieb erziehen. Ganz anders als wie meine Mutter.




Ohrenkuss-Gruppenbild in Weiß: Die AutorInnen und ihre Mütter

Mütter-Interview


Viele wissen nicht: Wie lebt es sich als Mutter eines Kindes mit Down-Syndrom? 5 Mütter trafen sich zu einem Gespräch in der Ohrenkuss-Redaktion. Hier eine Geschichte:


Michaela Dedreux

Es gibt eine Geschichte, an die denke ich immer wieder. Das ist schon einige Jahre her, da war Natalie 12 oder 13. Ich weiß noch genau, wir haben im Auto gesessen auf dem Weg zur Schule und Natalie hatte gerade die Astronauten-Phase.
Wie Ihr ja sicherlich alle wisst, können unsere Kinder sich ja intensiv mit Themen beschäftigen und da auch sehr ausdauernd dabei bleiben.
Es war das Weltall und sie wollte Astronautin werden und das auch schon sehr lange. Und ich hab ihr versucht zu erklären, im Laufe von Wochen und Monaten, dass das vielleicht aufgrund ihres Herzschrittmachers usw. nicht möglich ist. Wir saßen an der Ampel und da guckte sie mich an und sagte dann auf einmal:
"Mama, dann kannst Du doch Astronaut werden."
Da hab ich zu ihr gesagt, also bei aller Liebe, um Astronaut zu werden, da darf man nicht zu jung und nicht zu alt sein, man muss superklug sein, muss total sportlich sein, da muss man kerngesund sein - das wird nichts mehr.
Da guckte sie mich an und sagte: "Wieso, das sind wir beide doch alles."
Und da hab ich wirklich gedacht: Ich beneide diese jungen Menschen um diese positive Einstellung und diesen Glauben an sich und auch an mich.
Wir werden jetzt beide nicht Astronaut. Ich fand, das war etwas, was ich mir immer wieder sage, wenn es schwierig wird oder Dinge kompliziert sind, dann denke ich: "Komm, du wirst Astronaut."

 

 

 

 

 

 

 


Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.


... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...

Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit fast 20 Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos, und man kann es abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de

Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm

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Fotos und Texte © Ohrenkuss
Fotos: Britt Schilling, www.brittschilling.de
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Tags: ohrenkuss, down syndrom, trisomie 21, touchdown 21, mütter
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Ajowan - Gar nicht so entfernter Geschmack

Joshuas Gewürzreise: Ajowan

 

 

Ajowan Samen


Ajowan (Königskümmel, Trachyspermum copticum) ist ein Gewürz, das viele vielleicht schon gesehen, aber wenige bisher gekauft haben. Wenn man nicht gerade über ein indisches Rezept dazu kommt, wird es gerne gemieden. Dabei ist der Geschmack gar nicht so fremd. Ajowan, genauer der Samen der Frucht, schmeckt unverwechselbar wie Thymian. Die Ähnlichkeit zum Thymian (und in dem Zuge auch zu Oregano) entsteht durch das ätherische Öl Thymol. Doch es nimmt eine andere Abzweigung - statt der blumigen und süßlichen Note, die Thymian oft mit sich bringt, findet man beim Ajowan eine aromatisch Schärfe und ein deutlich intensiveres Geschmackserlebnis.

 

Auch in der Konsistenz gibt es Unterschiede. Da es sich bei Ajowan nicht um die Blätter, sondern um den Samen handelt, kann man durch die Beigabe von Ajowan etwas Biss in das Gericht geben.

 

Ajowan findet vor allem in der indischen Küche Anwendung. Dort wird es gerne in Kartoffelgerichten, Linseneintöpfen und anderen Hülsenfrüchten verkocht, da es durch seine Intensität und "Frische" einen guten Kontrast dazu bildet. Auch soll es der Verdauung von Hülsenfrüchten helfen. Generell wird der Samen dazu entweder vorher in Ghee/Öl mit den anderen Gewürzen angebraten oder in der Pfanne zu mindestens angeröstet, um den Geschmack etwas aufzuwecken und zu verstärken.

 

Auch in typisch indischen Gewürzmischungen findet es oft seinen Platz, woran ich mich dieses mal selber versuchen möchte. Aber soweit bin ich noch nicht. Ajowan schmeckt fantastisch zu vielen Gerichten. So findet es auch in Brot Verwendung, genauer gesagt z.B. in Parathas, einem indischen, sehr dünnen Fladenbrot, das ähnlich wie Blätterteig mindestens 2-3 Schichten hat und fantastisch zu vielen Eintöpfen oder auch alleine schmeckt. Arbeitet man in den Teig die Ajowan-Samen ein, so kriegt er einen tollen aromatischen Geschmack.

 

Während die Linseneintöpfe, genau wie Parathas, großartig schmecken, wende ich mich hier ein gutes Stück davon ab. Einerseits gibt es davon schon eine Menge Rezepte (die vermutlich auch noch deutlich besser sind), aber andererseits finde ich, dass Ajowan weit über indische und nordafrikanische Küche hinaus geht und bei uns allerlei Anwendungsbereich hat.

 

In den letzten Tagen ist mir der Samen wirklich sehr ans Herz gewachsen. Ich habe ihn über fast alles, was ich gegessen habe, gestreut, und auf eine Weise waren alle Gerichte sehr spannend und ich kann das Gewürz nur wärmstens empfehlen. Trotzdem geht es hier auch um Rezepte, deswegen werde ich auch dieses mal in alter Manier drei Gänge vorstellen, in denen das Gewürz nach meiner Meinung nach gut zur Geltung kommt.


Gang 1 - Süßer Ziegenkäse-Walnuss-Salat mit Ajowan

 

Ziegenkäse-Apfel-Walnuss-Salat mit Ajowan


Diese Salat-Kombination ist nicht unbedingt eine Neuheit, findet aber durch die Ajowan Samen eine neue Interpretation, die über die Gewohnte hinaus geht. Die Zutaten sind größtenteils austauschbar, verschiedene Früchte können je nach Saison und Gusto verwendet werden, andere Nüsse sind auch immer fantastisch. Für mich sind Äpfel jedoch eine fast notwendige Grundlage, mitunter, weil sie hier in Deutschland sehr heimisch sind (Auch wenn ich mich nicht wirklich an Regionalität halte - siehe Ajowan). Auch ist dieser Salat unglaublich leicht, in doppelter Hinsicht: Keine lange Zutatenliste, keine komplizierten Schritte und kein schweres Dressing und er ist nach nicht mal 10 Minuten fertig.

 

Hier erst mal die Zutaten:


  • 1 Orange
  • 1 1/2 Äpfel
  • 1 Hand voll Rucola
  • 50g Ziegenfrischkäse
  • 1 Hand voll Walnüsse
  • 1/2 TL Ajowan Samen*
  • 2 EL Olivenöl
  • 1/2 Limette

 

*Das Dressing wird so recht intensiv. Wer es milder mag, dem reicht vielleicht schon 1/4 TL. Auch kann man noch mehr nehmen und ohne mahlen am Ende über den Salat streuen.

 

Zubereitung

 

Um zügig fertig zu werden, braucht es hier ein bisschen Planung und Multitasking. Zuerst wird eine Pfanne auf mittlere-hohe Hitze gebracht, denn sowohl die Ajowan Samen, als auch die Walnüsse werden angeröstet, um ihren Geschmack zu entfalten. Die Samen zuerst - gerne auch schon in die erhitzende Pfanne geben. Während die Pfanne erhitzt, werden die Äpfel in mundgerechte, aber heterogene Stücke geschnitten, die Orange geschält und eine Hälfte in dünne Scheiben geschnitten. Dazu auch schon mal den Rucola waschen, aber aufpassen, dass die Samen nicht anbrennen. Wenn diese anfangen, intensiv zu duften, werden sie in einen Mörser gegeben und die Walnüsse in die Pfanne geworfen. Samen mahlen und mit Öl, dem Saft einer halben Limette, dem Saft der restlichen Hälfte der Orange, Salz und Pfeffer zu einem Dressing anrühren. Jetzt die Früchte und den Rucola auf einem Teller drapieren, den Frischkäse und die Walnüsse darüber verteilen und mit dem Dressing beträufeln - gerne großzügig, nach Geschmack natürlich. Schon ist der wunderschöne, spätsommerliche-herbstliche Salat fertig und kann genossen werden.

 

Ziegenkäse Brot mit Apfel und Ajowan



Gang 2 - Gewürz-Pfannkuchen


Angelehnt an die indische Brotkunst, aber entführt in die hiesige Küche - Pfannkuchen. Sind eigentlich immer gerne gesehen und machen das Wochenende zum Wochenende. Hier jetzt aber auf würzige Art. Die Gewürzmischung war improvisiert und kann gerne auch in Eintöpfen verwendet werden. Auch sind die Mengenangaben deutlich größer als für dieses Gericht gewählt, sodass man sie in der kommenden Woche nochmal verwenden kann. Bei mir entstehen so häufig "Gewürze der Woche".

 

Gemahlene Gewürzmischung auf Brett vor Mörser


Zutaten:


  • 1 EL Ajowan Samen
  • 1 EL Kreuzkümmel
  • 1/2 EL Bockshornklee Samen
  • 1/2 EL Koriandersamen
  • 4 Hülsen grünen Kardamoms


Alle Gewürze werden auch hier in der Pfanne angeröstet - wieder mal um ihren Geschmack vollständig zu entfalten. Dann in einem Mörser oder einer Gewürzmühle fein mahlen und möglichst dunkel und luftverschlossen lagern.

 

Für den Pfannkuchen:

 

  • 100g Vollkornmehl (Weizen)
  • 50g feines Mehl (Weizen)
  • 1/2 TL Natron
  • 1/2 TL Backpulver
  • 1/2 EL Apfelessig
  • 1 EL Sesamöl
  • 2 Eier
  • 200 ml Milch
  • 1 Handvoll Rosinen
  • 1 EL der Gewürzmischung
  • Salz


Optional:

  • 1 reife Banane

 

Zubereitung

 

Alle Zutaten vermengen und 15-20 Minuten stehen lassen. So entstehen durch Natron und Essig ein paar schöne Bläschen, die dem Teig Luft und später dadurch Fluffigkeit verleihen. Damit wäre auch die Frage warum Natron und Essig im Teig sind beantwortet. Dann nach Belieben in der Pfanne braten und entweder wie sie sind, mit einem Salatbouquet, mit Obst (wieder Äpfel) oder sogar mit Speck servieren. Gut dazu passt in jeder Zubereitung Joghurt oder eine Joghurtsauce, z.B. mit Minze, Tahini und Zitrone, um den Pfannkuchen den notwendigen frischen Kontrast zu geben.

 

Gewürzpfannkuchen an Salatbett

Variante 1 - Herzhaft mit Salat

 

 

Süßer Gewürzpfannkuchen mit Joghurt und Äpfeln

Variante 2 - 1 zermatschte Banane in den Teig, dann süß mit Joghurt und Apfel

 

 

Gang 3 - Vanille-Eis mit Ajowan, Olivenöl, Honig

 

Vanille-Eis mit Honig-Olivenöl-Dressing, Ajowan und Sesam


Obwohl die letzte Variante des Pfannkuchen schon etwas süßes hatte, ist das noch lange nicht das Ende des Spektrums. Um die fehlende Süße der vergangenen Blogs auszugleichen, gehe ich dieses mal den ganzen Weg.

 

Zutaten:


  • 1 EL Olivenöl
  • 1/2 EL Honig
  • 2 große EL Vanilleeis
  • 1/4 TL Ajowan
  • 1/4 TL Sesam
  • Salz
  • Koriandergrün zur DekorationAjowan aus Indien, bio, von Heuschrecke


Vanilleeis, Olivenöl und Honig ist eine meiner Lieblings-Eiskombinationen. Ajowan, Sesam und Salz geben dem ganzen noch eine interessante gustatorische Sensation und sorgen dazu noch für ein bisschen "Crunch". Insgesamt für mich eine tolle Kombination.

 

Die Zubereitung ist ganz einfach - wenn man das Eis nicht selber macht, wovon ich mich erst mal distanziert habe. Olivenöl und Honig vermengen, eventuell erhitzen, um das zu ermöglichen. Vanilleeis in Schale geben, Olivenöl und Honig darüber, dann mit geröstetem Ajowan, Sesam und Salz bestreuen.


Ein letzter Tipp, vielleicht sogar offensichtlich: Man kann gut die ersten beiden Gänge, oder die letzten beiden Gänge kombinieren. Sie profitieren davon nur.


Das beschließt die Ajowan-Reihe. Mir ist das Gewürz sehr ans Herz gewachsen und ich benutze es nun deutlich mehr - hier aufs Brot, da über den Salat oder eben in Eintöpfe. Schmeckt auch gut an Ofenkartoffeln. Ich hoffe, dass es genug Motivation für Euch / Sie ist, einfach mal Ajowan zu probieren. Erst wieder einfach so, dann kommen schon ein paar neue Ideen. Vielleicht sind auch meine Rezepte ein guter Start.


Eins habe ich auf jeden Fall für mich heraus gefunden: Ajowan sollte in keiner neugierigen Küche fehlen.

 

 

 

Guten Appetit, bis zum nächsten Mal!

 

 

 

 

 

 

 


 Joshua Stübner

 

Meine Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu. 

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Tags: ajowan, bio-gewürze, gewürze, rezept
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