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Vanille - Der Star der Desserts

Joshuas Gewürzreise: Vanille

 

 

Vanille-Produktfoto und Vanilleschote

Nachdem ich nun mehrere Wochen auf See an Bord eines gerade mal 15 Meter langen Boots gelebt hatte und meine Zeit mit Lesen, Karten spielen mit den Matrosen und kochen für die ganze Mannschaft verbracht hatte, entwich mir ein fröhliches Stöhnen, als endlich jemand rief: "Land in Sicht!". Natürlich dauerte es dann noch eine Weile, bis wir tatsächlich gelandet waren, aber ich war gespannt. Ich war am Ziel meiner Reise angelangt.

Nun stand ich also da, mit nichts weiter als meinem Rucksack, einem Kochlöffel, einem GPS und einem Koordinatenpunkt - auf einem traumhaften, endlos langen Strand, abgeschnitten von jeglicher erkennbarer Zivilisation durch undurchdringlichen Dschungel. Das Meer war so blau wie es nur sein könnte, doch ich hatte in letzter Zeit genug davon gesehen, wandte mich ab und machte mich auf meinen Weg durch Madagaskar.

Es gibt auf Madagaskar eine Menge zu sehen: Tiere, von denen ich nur im Internet mal gehört hatte, in Größen, die weit über die gewohnten gingen. Und natürlich eine Fauna, wie aus dem Film. Tiefes, sattes Grün, gepaart mit den verschiedensten verführerischen Farben. Ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr raus, aber ich war eigentlich nicht hier, um zu gucken. Ich bin ja nicht hier, um Dokumentationen über Flora und Fauna zu schreiben, sondern zum Entdecken von Geschmäckern und natürlich zum Kochen.

Langsam näherte ich mich meinem Ziel, einem Punkt, der auf der Karte auch nicht anders aussieht, als irgendein anderer. Aber mir wurde versprochen, dass sich dieser von anderen Orten unterscheidet. Hier sollte die beste Vanille der Welt wachsen und ich war gewillt sie zu pflücken, weiterzuverarbeiten und damit zu kochen.

Vanille-Verarbeitung funktioniert in etwa so: Die Schoten werden grün gepflückt, in aller Regel irgendwann im Juli und mit viel Expertise und Kontrolle auf den perfekten Reifegrad. Dann werden sie angekocht und schwitzen gelassen, bis sie erst sonnen- dann schattengetrocknet werden, wodurch sie schwarz und schrumpelig sind. Ab diesem Punkt sind sie dann essbar.

So fertig konnte ich mich dann endlich ans Werk machen. Noch schnell ein paar Zutaten zusammen gesucht und los geht's.

 

 

Gang 1 - Butter-Vanille-Möhrchen

 

Butter-Vanille-Möhrchen auf Teller serviert

 


Wer noch nie Butter-Möhrchen gemacht hat, hat was verpasst. Punkt. Es klingt sehr simpel und das ist es auch, aber es ist ein fantastischen Gericht. Darauf aufgebaut ist dieses Gericht entstanden. Die Vanille harmoniert wunderbar mit der Süße der Möhrchen und dem feinen Buttergeschmack und das Lorbeerblatt funktioniert symbiotisch mit der Vanille für ein noch aromatischeres Endresultat.

Zutaten:

  • 4 große Möhren
  • etwa 1/8 TL Vanille
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2 EL Butter
  • Salz und Pfeffer
  • Optional: Zitronensaft

 


Zubereitung:


Butter mit Vanille und Lorbeerblatt auf mittlerer in der Pfanne erhitzen. Ich vertrage leider nicht mal Butter wirklich gut, deswegen gab es bei mir Margarine, aber ein Tipp: Braune Butter macht das ganze nochmal interessanter. Möhren Schälen und in kleine Streifen schneiden, dann in die Pfanne geben und ca. 8-10 Minuten in der Pfanne schmoren lassen. Das Ergebnis sollen warme Möhren sein, die zwar durch sind, aber noch gut Biss haben. Mit Salz und Pfeffer nach Geschmack würzen. Wer mag, kann jetzt Teile oder alles mit Zitronensaft beträufeln.
Fertig kann es wunderbar als Vorspeise, Beilage oder sogar als eigenes Gericht genossen werden.

 

 

Gang 2 - Vanille-Mandarinen-Hühnchen

 

 

Vanille-Mandarinen-Hühnchen auf Teller serviert

 


Vanille gilt generell gerne als DAS Dessert-Gewürz. Es gibt aus den verschiedensten Kulturen die verschiedensten Vanille-Cremes, die aber doch einiges gemeinsam haben. Meine Herausforderung, die ich an mich selber gestellt habe, damit eine Vorspeise, eine Hauptspeise und eine Nachspeise zu kochen hat mir erst mal eine Weile zu denken gegeben. Die Möhren waren ein spontaner Einfall, das Hühnchen irgendwo auch. Auch wenn ich kein Patentanspruch auf Mandarinen-Hühnchen habe, mit Vanille ist es nochmal eine schöne Variante davon.



Zutaten:

  • 2 Hühnchen-Filets
  • etwa 1/8 TL Vanille
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 Mandarinen
  • 1 Prise Ingwer
  • Salz und Pfeffer



Zubereitung:



Nun, ich kann mich glücklich schätzen, mir mal ein Sous—Vide-Gerät gekauft zu haben. Für solche Gerichte ist es eine tolle Bereicherung, die perfektes Huhn quasi mühelos macht. In den letzten Sachen ist die Sous-Vide-Garmethode tatsächlich auch für den privaten Haushalt recht erschwinglich geworden. Sous—Vide garen bedeutet erst mal nur "unter Vakuum", aber damit ist dann in der Regel impliziert, dass das Gericht in einem Wasserbad bei konstant gehaltener Temperatur sehr schonend gegart wird.

 

 

Hühnchen im sous-vide Wasserbad

 



Also, wer die Möglichkeit hat, sous-vide zu garen, der kann meinem Rezept so folgen. Für die anderen ist es auch keine Schande, die Marinade als solche zu verwenden, und das ganze dann im Ofen zu backen.
Den Sous-Vide Kocher auf 60 Grad Celsius stellen und das Wasser auf Temperatur bringen. Das Hühnchen solange mit allen Zutaten in einen Beutel geben, alles gut vermengen und vakuumieren. Wenn das Wasser die Zieltemperatur erreicht hat, das Hühnchen hinein geben und einen Timer auf ca. 2 Stunden stellen (Für den Ofen sind ca. 180 Grad für 30-40 Minuten angesagt). Wenn der Timer klingelt, kann das Huhn aus dem Ei gelassen werden. Jetzt kann man es zwar schon wunderbar essen, doch es sieht wirklich noch nach einem Huhn aus, das gerade aus dem Ei geschlüpft ist. Um das zu ändern, wird es nochmal kurz in einer wirklich heißen Pfanne angebraten oder mit einem Bunsenbrenner mit Feuer bestrahlt. Dann sieht es gleich viel Besser aus.

 

Anmerkung:

 

Leider war ich mit diesem Gericht nicht wirklich zufrieden. Durch die Mandarinen ist es ein bisschen bitter geworden und es hat nicht wirklich funktioniert. Fürs nächste mal würde ich daher eine Rückkehr zu meinem Dessert-Rezept der letzten Wochen bevorzugen und das Hühnchen wie folgt würzen:

 

  • 2 Hühnchen-Filet
  • 1/8 TL Vanille
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1/4 TL Thymian
  • 1-2 EL Honig
  • Salz und Pfeffer

 

Die Zubereitungsart bleibt dabei bestehen, aber der Geschmack sollte, zumindestens ist das meine Hypothese, deutlich besser sein. 



Gang 3 - Zitronen-Vanille-Curd

 

Zitronen-Vanille-Curd mit Croissant auf Teller serviert

 


"Lemon Curd" ist ein sehr britisches Gericht. Mit viel Butter, viel Zucker und einer verführerischen Cremigkeit ist es ein vielseitiger Klassiker, den man oft auf Keksen und manchen Kuchen findet. Dies ist meine Adaption, auf meine Weise natürlich mit weniger Zucker, dafür Vanille um den Geschmack abzurunden. Die Vanille spielt hier nicht die absolute Hauptrolle, sondern steht quasi mit der Zitrone auf einer Stufe und schafft in Harmonie mit dieser eine wunderbare Creme, von der man nicht genug bekommt.



Zutaten:

  • 2 Eier
  • 2 Eigelb
  • 100g Butter
  • 75g Zucker
  • Saft und Schale einer Zitrone
  • 1/8 TL Vanille
  • 1 Prise Salz

 

 

Zubereitung:

 

Die Vanille-Curd im Kochprozess

In der französischen Küche schwören manche auf 30 Minuten Rührei. Dabei werden die Eier mit viel Butter und wenig Hitze unter viel Rühren und mit viel Geduld zu einer homogenen Masse gekocht, die in Cremigkeit nicht zu übertreffen ist.
Dieses Gericht funktioniert in etwa genau so. Alle Zutaten werden in einem Topf bei sehr niedriger Hitze und mit viel Rühren so lange erhitzt, bis es andickt. Das sind dann die Eier, die stocken. Der Trick ist es, so viel zu Rühren, dass die Masse homogen bleibt und die Eier nicht ausflocken - sonst gibt es eine flüssige Masse mit vereinzelten gekochten Eierstückchen, was das Gericht dann doch etwas ruiniert. Die Technik dazu ist die niedrige Hitze und viel Rühren. Das ganze kann dann gut und gerne bis zu 30 Minuten dauern, aber wer weiß was er tut kann es bei etwas höherer Hitze in kürzerer Zeit schaffen - ich gehöre nicht dazu, deswegen "low and slow". Dann wird alles gut.

Ist die Creme fertig, kann sie wirklich vielseitig eingesetzt werden. Einfach so auf Brot, Croissants oder andere präferierte Backwaren, auf diversen Desserts oder gleich mit dem Löffel. Bleibt was übrig, so geht es gut in einem Glas für 1-2 Wochen in den Kühlschrank.

Das schließt meine Vanille-Reise ab. Es war sehr lecker - Vanille ist eine wunderbare Pflanze, die für mich nicht nur in Desserts zur Geltung kommen sollte. Leider ist die Bio-Vanille Situation immer noch recht schwierig, aber das sollte niemanden davon abbringen lassen, dieses Gewürz weiter zu verwenden. Es ist einfach nichts, was sich durch irgendwas ersetzen ließe.

Bis zum nächsten Mal, guten Hunger.

 

 

Anmerkung:

Dieses Mal war die Einleitung etwas anderes. Nachdem ich jetzt eine Weile geschrieben habe, kam mir die Idee mal dieser Rubrik gerecht zu werden - eine Möglichkeit die ich leider am Anfang verpasst habe. Ich hoffe, es hat Euch gefallen.
Die Einleitung hält sich zwar grob an die tatsächlichen Vanille-Fakten, aber werden dem sehr elaborierten Prozess des Vanille-Anbaus nicht annähernd gerecht. Gut haben wir schon mal darüber geschrieben und ich lade jeden, der es noch nicht gelesen hat, dazu ein, unseren Vanille-Bericht zu lesen:

Opens external link in new windowMadagaskar-Vanille

 

 

 

 


 Joshua Stübner

 

Meine Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu. 

Mehr zu dem anderen Opens external link in new windowhier.



 

 

 

 

 

Wir freuen uns auf Ihre Meinung - Kommentare 1
Tags: vanille, gewürze, bio-gewürze, rezept
Anzahl Aufrufe: 155
Gastbeitrag
09.11.2017
18:00

Ohrenkuss: Mütter

Klar hat meine Mutter Superkräfte!

 

Ohrenkuss Magazin: Mütter

Heuschrecke und Ohrenkuss haben schon über 15 Jahre eine freundschaftliche Verbindung.

 

Wer oder was ist Ohrenkuss?

 

Ohrenkuss ...da rein, da raus - ist ein Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom, unter der Leitung von Herausgeberin Dr. Katja de Bragança. Und zugleich ein einzigartiges und vielfach prämiertes Projekt der downtown - Werkstatt für Kultur und Wissenschaft gGmbH.
 
Es gibt 2 Ausgaben im Jahr, die man abonnieren kann, jeweils zu einem speziellen Thema. Die Vorbereitungen dazu sind intensiv, mit Workshops, Interviews, Recherche-Reisen, was gute Journalisten so machen.Die AutorInnen schreiben poetisch, mit einem feinen Witz und einer Portion Lebensweisheit. Die Hefte sind liebevoll gestaltet, und auf hohem ästhetischen Niveau.
 
 
In unserem Blog stellen wir regelmäßig das neue Ohrenkuss-Magazin vor, oder berichten über andere aktuelle Dinge aus dem Projekt.

 

 
In der neuen Ohrenkuss-Herbstausgabe schreiben die AutorInnen über ihre Mütter (nachdem es schon eine Väter und Großeltern-Ausgabe gab), und in einem zweiten Teil berichten die Mütter dann in einer Mütterrunde über ihr Leben mit einem Kind mit Down Syndrom.
 
Doch lesen Sie selbst ... hier Ausschnitte aus dem Mütter-Magazin:

 


 

 

 

 

 

 

 

Claudine Egli, diktiert Martin Wesers Mutter

Mütter
Die Mütter, sie bücken sich.
Das Bücken ist mühsam.
Sie trinken Kaffee.
Sie sticken.
Sie häkeln.
Sie lesen.
Sie schwatzen – wie eine Ente.



Marley Thelen, diktiert

Meine Mutter hat eine wunderschöne, elegante Zauberkräfte von alle Welten. Meine Mutter ist stark. Weil meine Mutter stark ist, ist sie auch unschlagbar gegen wilde Wölfe. Sie ist mutig. Ich bin so mutig wie sie. Das habe ich von ihr gelernt. Das macht mich stolz von meine Herzen.


Marley Thelen, diktiert

Also überhaupt nicht kann die – das sage ich ganz klar: kochen. Manchmal probiert sie es trotzdem. Aber das schmeckt dann nicht so richtig doll.


Natalie Dedreux, diktiert

Klar hat meine Mutter Superkräfte! Sie hat politische Kräfte. Die zeigt sie auch. Sie sagt ihre Meinung. Sie präsentiert sich und sagt, womit sie nicht einverstanden ist. Das findet sie wichtig. Und ich finde es gut, wie sie das macht.


Maria Trojer, handgeschrieben und dann abgetippt

Meine Mutter ist wie ein bunter Regenbogen und leuchtet wunderschön, so wie bunte Seifenblasen.
Meine Mutter ist wie eine Rose die mich lieb hat oder gar ein Kaktus, was auch stechen kann.
Meine Mutter könnte eine Geigenmusik sein und leitet einen Chor, spielt auf der Flöte und Geige und singt.
Meine Mutter kann auch ein Marillenbaum sein, mit wunderbaren Blüten.
Wenn sie grantig ist dann kommt ein Donnerwetter.


Verena Günnel und ihre Mutter
Verena Günnel, diktiert

Ich hab Dich lieb.
Das ist mein Satz.
Ich hab Dich auch lieb.
Das sagt sie zu mir, immer, da sie an mich denkt.
Da sie mich kennt.
Das berührt in mein Herz und das pocht, wenn ich diesen Satz sagen würde. Für jeden Mensch das zu kennen, zu lassen und auszusprechen.

Ich schreibe nicht, ich sage das.
Dann merkt sie das, dass sie das liest und dann wird sie mich genauso liebhaben.





julian Göpel und seine Mutter
Julian Göpel, diktiert

Meine Mutter heißt Eva. Was ich gut an meiner Mutter finde: Ich bin ihr Lieblingssohn. Und ich mache sehr viel mit meiner Mutter Bastelstunden. Ich gehe viel mit ihr in Museen und Kinobesuche und so weiter. Was ich mit meiner Mutter nicht mag: SMS schreiben, WhatsApp schreiben. Sie stresst mich. Wenn ich zu viele Anrufe von ihr bekomme. Meine Mutter hab ich sehr lieb. Ich höre ihre Konzerte an und manchmal sind die auch total langweilig.
Ich hab einfach meine Mutter lieb. Manchmal muss ich ihr auch sagen, was mir nicht passt, aber ich hab sie beide trotzdem lieb.
Bald geht meine Nichte mit zum Stadion. Mütter lieben auch sportliche Arten.
Meine Mutter ist anstrengend. Ich mache selbst heldenhafte Sachen, was ihr nicht passt. Ich war ja beim Kirchentag in Berlin, da war ich durch ein Tränengas reinspaziert. Musst ich. Das war heldenhaft von mir. Ich durfte nicht zu meinen Lieblingskonzerten. Ich kann’s auch erklären. Ich wollte zu Yvonne Catterfeld. Meine Mutter sagt nein. Diesmal wird es anders bei dem Kirchentag, das möcht ich alleine machen, die Johanniter mit mir. Ich fahre bald zum Kirchentag nach Dortmund, mach ich Dortmund unsicher. Ich war noch nie in Dortmund gewesen, nie. Ich durfte nicht zu der Eröffnungsfeier von Barak Obama gehen, alles voll in Berlin gewesen. Ich wollte hin, ich wollte ihn zum ersten Mal sehen. Aber nein, bla bla bla. Ich wollte unbedingt in Blue Man Group gehen, das hat nicht geklappt und das gleiche bei den Klöckner von Notre Dame. Da bekomm ich unterschiedliche Anrufe, die mich stören. Diesmal wird es anders - ohne Mutter. Meine Zukunft: Ich will diesmal nach Dortmund, um meine Lieblingskonzerte anzusehen und die Eröffnungsfeier, aber ich hab sie trotzdem lieb. Meine Mutter ist lieb. Ich habe Rechte dafür.
Meine Mutter ist Oma geworden und manchmal ist sie auch streng. Ich als Onkel auch. Meine Familie, die brüllen sich manchmal gegenseitig an. Mit Wortgefechten. Meine Mutter hört gerne Klassik. Mein Vater und ich nicht. Ich höre meine eigene Musik, mein Vater auch. Mein Vater ist Opa.
Ich habe schon viele Praktikumsstellen besucht mit meiner Mutter und ich bring nur gutes Wetter. Nur. Und nette Blumen, die ich am Straßenrand finde.

David Bläser und seine Mutter
David Bläser, handgeschrieben

Es war einmal ein Mutter, sie hat mich auf mich aufgepast.
Meine Mutter hat mal gepicknikt mit mein Vater.
Mein Mutter ist wunderschön, sie hat mit mein Vater geheiratet.
Mein Mutter ist toll, manchmal auch besofen.
Mein Mutter schümpft manchmal mit meiner, auch mit mein Vater, das finde ich blöd.
Meine Mutter und ich Entschuldigen wir auch.
Meine Mutter erlaubt mir manchmal, eis zu essen.
Meine Mutter erlaubt mir manchmal, dass ich Süßigkeiten kaufen darf, wenn ich es auch esse.
Meine Mutter ist so schön, wie eine Fee, auf gar keinen fal, ist meine Mutter ein Apfel, sonst kann ich meine Mutter essen, dass finde ich blöd.
Meine Mutter hat ein Herz volle Liebe.


Nora Fiedler, selbst am Computer geschrieben

Was ich nicht so gut finde an sie bei mir oder bei philine die nervennarung kontrolle zu machen. Das finde ich nicht so toll von ihr. Was ich an meine mutter toll finde oder gut finde das sie mein vater gehiratet hat da rauf bin ich stolz auf sie entlich hat sie ihre grosse liebe gefunden mein richtigen vater. Endlich ein mann der sehr gut für sie past. Da rauf bin ich sehr dang haft und sehr stolz auf sie die haben sich in einen bar kennen gelrnt da hat es gefungelt bei die beiden die haben sich gesucht und gefunden. Es wahr die liebe auf den ersten blick. Darauf sind wir kindern und ich sehr stolz. Auf die eltern kann ich sehr stolz  sein.


Daniel Rauers Mutter

Von der Mutter gelernt



Nora Fiedler, selbst am Computer geschrieben

Wie man selbstständig wird.


Christina Groß, handgeschrieben

Langsam sprechen, Sauberkeit, Haushalt.


Achim Reinhardt, handgeschrieben

Rad fahren und lesen und schreiben.


Ansgar Peters, selbst als E-Mail geschrieben

Ich habe viel gelernt und zwar habe ich das Aufräumen. Und Putzen Kochen und Andere Dinger gemacht.


Michael Häger, diktiert

Zusammen helfen. Wir haben ein großen Garten. Wir haben zu Hause ein Wäscheleine. Wäsche aufhängen hat sie mir gezeigt. Und Wäsche zu waschen. Bügeln kann ich. Saugen mache ich auch alleine. Abwechselnd – Mama und ich. Sie hat mir gezeigt, wie man Frikadellen macht.

 


Tobias Wolf, diktiert


Von meiner Mutter habe ich gelernt, was richtig und falsch ist.


Martin Weser, handgeschrieben

Meine Mama kann alles. Sie kann kochen, putzen, Wäsche machen, stricken, im Garten arbeiten – und ich habe das alles von ihr gelernt. Ich bin dankbar.


Jeanne-Marie Mohn, diktiert (als Sprachnachricht per WhatsApp gesendet)

Ich habe von ihr Sachen andübeln gelernt. Schwimmen und Ski fahren. Ich kann auch richtig Ski fahren. Und was noch? Schwimmen gelernt und Seepferdchen gemacht.
Sie hat mir gezeigt, Wäsche zu waschen und zu bügeln. Alles gemacht.




Jeanne-Marie Mohn, diktiert (als Sprachnachricht per WhatsApp gesendet)

Jetzt möchte ich erwachsen leben. Mein Leben.
Ich kann die Frage verantworten: Selbständig zu werden. Viel Selbständig. Und viel Sonnenschein.


Matteo und seine Mutter


Selbst Mutter werden / Kinder bekommen



Andrea Halder, selbst am Computer geschrieben

Nein. Für mich nicht, das gehört sich nicht in meiner jetzigen Welt. Und später auch nicht. Eigentlich habe ich keine Vorstellungen davon, wie es sein wird, als eine Mutter mit eigenen Kindern. Meine Kinder hätten nämlich (vielleicht) auch das Down-Syndrom, deswegen kommt es bei mir nicht in Frage. Und ich bin selbst zu jung um Mutter zu werden.


Anne Feldmann, diktiert

Auf jeden Fall gerne. Wir wollen gerne Kinder machen. Ich und mein Freund. Aber es geht im Moment leider nicht bei mir, denn ich habe die Spirale.
Vielleicht können wir auch eins adoptieren.
Aber ich stelle es mir schön vor, eine Mutter zu sein. Denn ich kann schon so vieles: Einkaufen, Wäsche aufhängen und gelegentlich mal saugen oder wischen. Ich habe gerne kleine Kinder und freue mich immer, ein paar Kinder in der Familie zu haben. Auch wenn es eins mit Down-Syndrom wird, bin ich offen und ehrlich und könnte mich auch um das Kind kümmern, mit allem was zu tun ist. Mit trösten, Windeln wechseln, Beulen kühlen oder in die Kita bringen.


Verena Elisabeth Turin, handgeschrieben und dann selbst abgetippt

Ja, ich möchte viel später Kinder haben. Auch wenn es niemals geschehen wird. Ich habe meinen Freund mein Kinderwunsch schon gesagt. Und ich würde meine Kinder Michelle, Gabi, Jasmin, Felix, Armin, Tobias nennen. Sie sollen meine Lernschwierigkeit das Down Syndrom haben. Und nicht auf der Vaterseite. Ich würde gerne eine Mutter sein. Also ich werde meine Kinder ganz normal und gerecht, ein wenig streng, sehr lieb erziehen. Ganz anders als wie meine Mutter.




Ohrenkuss-Gruppenbild in Weiß: Die AutorInnen und ihre Mütter

Mütter-Interview


Viele wissen nicht: Wie lebt es sich als Mutter eines Kindes mit Down-Syndrom? 5 Mütter trafen sich zu einem Gespräch in der Ohrenkuss-Redaktion. Hier eine Geschichte:


Michaela Dedreux

Es gibt eine Geschichte, an die denke ich immer wieder. Das ist schon einige Jahre her, da war Natalie 12 oder 13. Ich weiß noch genau, wir haben im Auto gesessen auf dem Weg zur Schule und Natalie hatte gerade die Astronauten-Phase.
Wie Ihr ja sicherlich alle wisst, können unsere Kinder sich ja intensiv mit Themen beschäftigen und da auch sehr ausdauernd dabei bleiben.
Es war das Weltall und sie wollte Astronautin werden und das auch schon sehr lange. Und ich hab ihr versucht zu erklären, im Laufe von Wochen und Monaten, dass das vielleicht aufgrund ihres Herzschrittmachers usw. nicht möglich ist. Wir saßen an der Ampel und da guckte sie mich an und sagte dann auf einmal:
"Mama, dann kannst Du doch Astronaut werden."
Da hab ich zu ihr gesagt, also bei aller Liebe, um Astronaut zu werden, da darf man nicht zu jung und nicht zu alt sein, man muss superklug sein, muss total sportlich sein, da muss man kerngesund sein - das wird nichts mehr.
Da guckte sie mich an und sagte: "Wieso, das sind wir beide doch alles."
Und da hab ich wirklich gedacht: Ich beneide diese jungen Menschen um diese positive Einstellung und diesen Glauben an sich und auch an mich.
Wir werden jetzt beide nicht Astronaut. Ich fand, das war etwas, was ich mir immer wieder sage, wenn es schwierig wird oder Dinge kompliziert sind, dann denke ich: "Komm, du wirst Astronaut."

 

 

 

 

 

 

 


Einige Ohrenkuss-AutorInnen in einem Kölner Hinterhof. Marc Lohmann (mit Mütze), Karoline Spielberg (vorne), Susanne Kümpel (hinten mit weißer Jacke), Angela Fritzen (auf dem Zaun), Antonio Nodal (vorne), Svenja Giesler (mit der roten Jacke) und ein Gast aus Berlin.


... mongolisch ist mongolisch und klingt wie mongolisch ...

Ohrenkuss ...da rein, da raus, das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom gibt es seit fast 20 Jahren.
Das Projekt ist einmalig auf der ganzen Welt und mehrfach preisgekrönt.
Es erscheint zweimal jährlich - mit jeweils einem Thema, Texten der bis zu 50 AutorInnen mit Down-Syndrom und professionellen Fotos, und man kann es abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss.de

Im August 2010 wurde das Bundesverdienstkreuz dafür an Gründerin Katja de Bragança verliehen - der Bericht ist hier: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2010/08/24/ohrenkuss-verdienstkreuz-am-bande.htm

Newsletter:  Wer regelmäßig über Ohrenkuss informiert werden möchte, kann hier den Ohrenkuss-Ipeschl abonnieren: Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.ohrenkuss-ipeschl.de.

Fotos und Texte © Ohrenkuss
Fotos: Britt Schilling, www.brittschilling.de
Grafik und Gestaltung der gedruckten Ausgabe: Maya Hässig

 
 

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Tags: ohrenkuss, down syndrom, trisomie 21, touchdown 21, mütter
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Ajowan - Gar nicht so entfernter Geschmack

Joshuas Gewürzreise: Ajowan

 

 

Ajowan Samen


Ajowan (Königskümmel, Trachyspermum copticum) ist ein Gewürz, das viele vielleicht schon gesehen, aber wenige bisher gekauft haben. Wenn man nicht gerade über ein indisches Rezept dazu kommt, wird es gerne gemieden. Dabei ist der Geschmack gar nicht so fremd. Ajowan, genauer der Samen der Frucht, schmeckt unverwechselbar wie Thymian. Die Ähnlichkeit zum Thymian (und in dem Zuge auch zu Oregano) entsteht durch das ätherische Öl Thymol. Doch es nimmt eine andere Abzweigung - statt der blumigen und süßlichen Note, die Thymian oft mit sich bringt, findet man beim Ajowan eine aromatisch Schärfe und ein deutlich intensiveres Geschmackserlebnis.

 

Auch in der Konsistenz gibt es Unterschiede. Da es sich bei Ajowan nicht um die Blätter, sondern um den Samen handelt, kann man durch die Beigabe von Ajowan etwas Biss in das Gericht geben.

 

Ajowan findet vor allem in der indischen Küche Anwendung. Dort wird es gerne in Kartoffelgerichten, Linseneintöpfen und anderen Hülsenfrüchten verkocht, da es durch seine Intensität und "Frische" einen guten Kontrast dazu bildet. Auch soll es der Verdauung von Hülsenfrüchten helfen. Generell wird der Samen dazu entweder vorher in Ghee/Öl mit den anderen Gewürzen angebraten oder in der Pfanne zu mindestens angeröstet, um den Geschmack etwas aufzuwecken und zu verstärken.

 

Auch in typisch indischen Gewürzmischungen findet es oft seinen Platz, woran ich mich dieses mal selber versuchen möchte. Aber soweit bin ich noch nicht. Ajowan schmeckt fantastisch zu vielen Gerichten. So findet es auch in Brot Verwendung, genauer gesagt z.B. in Parathas, einem indischen, sehr dünnen Fladenbrot, das ähnlich wie Blätterteig mindestens 2-3 Schichten hat und fantastisch zu vielen Eintöpfen oder auch alleine schmeckt. Arbeitet man in den Teig die Ajowan-Samen ein, so kriegt er einen tollen aromatischen Geschmack.

 

Während die Linseneintöpfe, genau wie Parathas, großartig schmecken, wende ich mich hier ein gutes Stück davon ab. Einerseits gibt es davon schon eine Menge Rezepte (die vermutlich auch noch deutlich besser sind), aber andererseits finde ich, dass Ajowan weit über indische und nordafrikanische Küche hinaus geht und bei uns allerlei Anwendungsbereich hat.

 

In den letzten Tagen ist mir der Samen wirklich sehr ans Herz gewachsen. Ich habe ihn über fast alles, was ich gegessen habe, gestreut, und auf eine Weise waren alle Gerichte sehr spannend und ich kann das Gewürz nur wärmstens empfehlen. Trotzdem geht es hier auch um Rezepte, deswegen werde ich auch dieses mal in alter Manier drei Gänge vorstellen, in denen das Gewürz nach meiner Meinung nach gut zur Geltung kommt.


Gang 1 - Süßer Ziegenkäse-Walnuss-Salat mit Ajowan

 

Ziegenkäse-Apfel-Walnuss-Salat mit Ajowan


Diese Salat-Kombination ist nicht unbedingt eine Neuheit, findet aber durch die Ajowan Samen eine neue Interpretation, die über die Gewohnte hinaus geht. Die Zutaten sind größtenteils austauschbar, verschiedene Früchte können je nach Saison und Gusto verwendet werden, andere Nüsse sind auch immer fantastisch. Für mich sind Äpfel jedoch eine fast notwendige Grundlage, mitunter, weil sie hier in Deutschland sehr heimisch sind (Auch wenn ich mich nicht wirklich an Regionalität halte - siehe Ajowan). Auch ist dieser Salat unglaublich leicht, in doppelter Hinsicht: Keine lange Zutatenliste, keine komplizierten Schritte und kein schweres Dressing und er ist nach nicht mal 10 Minuten fertig.

 

Hier erst mal die Zutaten:


  • 1 Orange
  • 1 1/2 Äpfel
  • 1 Hand voll Rucola
  • 50g Ziegenfrischkäse
  • 1 Hand voll Walnüsse
  • 1/2 TL Ajowan Samen*
  • 2 EL Olivenöl
  • 1/2 Limette

 

*Das Dressing wird so recht intensiv. Wer es milder mag, dem reicht vielleicht schon 1/4 TL. Auch kann man noch mehr nehmen und ohne mahlen am Ende über den Salat streuen.

 

Zubereitung

 

Um zügig fertig zu werden, braucht es hier ein bisschen Planung und Multitasking. Zuerst wird eine Pfanne auf mittlere-hohe Hitze gebracht, denn sowohl die Ajowan Samen, als auch die Walnüsse werden angeröstet, um ihren Geschmack zu entfalten. Die Samen zuerst - gerne auch schon in die erhitzende Pfanne geben. Während die Pfanne erhitzt, werden die Äpfel in mundgerechte, aber heterogene Stücke geschnitten, die Orange geschält und eine Hälfte in dünne Scheiben geschnitten. Dazu auch schon mal den Rucola waschen, aber aufpassen, dass die Samen nicht anbrennen. Wenn diese anfangen, intensiv zu duften, werden sie in einen Mörser gegeben und die Walnüsse in die Pfanne geworfen. Samen mahlen und mit Öl, dem Saft einer halben Limette, dem Saft der restlichen Hälfte der Orange, Salz und Pfeffer zu einem Dressing anrühren. Jetzt die Früchte und den Rucola auf einem Teller drapieren, den Frischkäse und die Walnüsse darüber verteilen und mit dem Dressing beträufeln - gerne großzügig, nach Geschmack natürlich. Schon ist der wunderschöne, spätsommerliche-herbstliche Salat fertig und kann genossen werden.

 

Ziegenkäse Brot mit Apfel und Ajowan



Gang 2 - Gewürz-Pfannkuchen


Angelehnt an die indische Brotkunst, aber entführt in die hiesige Küche - Pfannkuchen. Sind eigentlich immer gerne gesehen und machen das Wochenende zum Wochenende. Hier jetzt aber auf würzige Art. Die Gewürzmischung war improvisiert und kann gerne auch in Eintöpfen verwendet werden. Auch sind die Mengenangaben deutlich größer als für dieses Gericht gewählt, sodass man sie in der kommenden Woche nochmal verwenden kann. Bei mir entstehen so häufig "Gewürze der Woche".

 

Gemahlene Gewürzmischung auf Brett vor Mörser


Zutaten:


  • 1 EL Ajowan Samen
  • 1 EL Kreuzkümmel
  • 1/2 EL Bockshornklee Samen
  • 1/2 EL Koriandersamen
  • 4 Hülsen grünen Kardamoms


Alle Gewürze werden auch hier in der Pfanne angeröstet - wieder mal um ihren Geschmack vollständig zu entfalten. Dann in einem Mörser oder einer Gewürzmühle fein mahlen und möglichst dunkel und luftverschlossen lagern.

 

Für den Pfannkuchen:

 

  • 100g Vollkornmehl (Weizen)
  • 50g feines Mehl (Weizen)
  • 1/2 TL Natron
  • 1/2 TL Backpulver
  • 1/2 EL Apfelessig
  • 1 EL Sesamöl
  • 2 Eier
  • 200 ml Milch
  • 1 Handvoll Rosinen
  • 1 EL der Gewürzmischung
  • Salz


Optional:

  • 1 reife Banane

 

Zubereitung

 

Alle Zutaten vermengen und 15-20 Minuten stehen lassen. So entstehen durch Natron und Essig ein paar schöne Bläschen, die dem Teig Luft und später dadurch Fluffigkeit verleihen. Damit wäre auch die Frage warum Natron und Essig im Teig sind beantwortet. Dann nach Belieben in der Pfanne braten und entweder wie sie sind, mit einem Salatbouquet, mit Obst (wieder Äpfel) oder sogar mit Speck servieren. Gut dazu passt in jeder Zubereitung Joghurt oder eine Joghurtsauce, z.B. mit Minze, Tahini und Zitrone, um den Pfannkuchen den notwendigen frischen Kontrast zu geben.

 

Gewürzpfannkuchen an Salatbett

Variante 1 - Herzhaft mit Salat

 

 

Süßer Gewürzpfannkuchen mit Joghurt und Äpfeln

Variante 2 - 1 zermatschte Banane in den Teig, dann süß mit Joghurt und Apfel

 

 

Gang 3 - Vanille-Eis mit Ajowan, Olivenöl, Honig

 

Vanille-Eis mit Honig-Olivenöl-Dressing, Ajowan und Sesam


Obwohl die letzte Variante des Pfannkuchen schon etwas süßes hatte, ist das noch lange nicht das Ende des Spektrums. Um die fehlende Süße der vergangenen Blogs auszugleichen, gehe ich dieses mal den ganzen Weg.

 

Zutaten:


  • 1 EL Olivenöl
  • 1/2 EL Honig
  • 2 große EL Vanilleeis
  • 1/4 TL Ajowan
  • 1/4 TL Sesam
  • Salz
  • Koriandergrün zur DekorationAjowan aus Indien, bio, von Heuschrecke


Vanilleeis, Olivenöl und Honig ist eine meiner Lieblings-Eiskombinationen. Ajowan, Sesam und Salz geben dem ganzen noch eine interessante gustatorische Sensation und sorgen dazu noch für ein bisschen "Crunch". Insgesamt für mich eine tolle Kombination.

 

Die Zubereitung ist ganz einfach - wenn man das Eis nicht selber macht, wovon ich mich erst mal distanziert habe. Olivenöl und Honig vermengen, eventuell erhitzen, um das zu ermöglichen. Vanilleeis in Schale geben, Olivenöl und Honig darüber, dann mit geröstetem Ajowan, Sesam und Salz bestreuen.


Ein letzter Tipp, vielleicht sogar offensichtlich: Man kann gut die ersten beiden Gänge, oder die letzten beiden Gänge kombinieren. Sie profitieren davon nur.


Das beschließt die Ajowan-Reihe. Mir ist das Gewürz sehr ans Herz gewachsen und ich benutze es nun deutlich mehr - hier aufs Brot, da über den Salat oder eben in Eintöpfe. Schmeckt auch gut an Ofenkartoffeln. Ich hoffe, dass es genug Motivation für Euch / Sie ist, einfach mal Ajowan zu probieren. Erst wieder einfach so, dann kommen schon ein paar neue Ideen. Vielleicht sind auch meine Rezepte ein guter Start.


Eins habe ich auf jeden Fall für mich heraus gefunden: Ajowan sollte in keiner neugierigen Küche fehlen.

 

 

 

Guten Appetit, bis zum nächsten Mal!

 

 

 

 

 

 

 


 Joshua Stübner

 

Meine Name ist Joshua Stübner. Als Neffe der Heuschrecken-Familie bin ich natürlich ebenfalls ein bisschen gewürz- und geschmacksaffin. Sonst beschäftige ich mich mit Programmieren und Web-Development, aber hier kann ich meine weitere Leidenschaft zum Ausdruck bringen: Wirklich gutes Essen mit wirklich guten Lebensmitteln. Bio gehört für mich dazu. 

Mehr zu dem anderen Opens external link in new windowhier.









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heupd-Reportage: Bio-Anbau in der Cloud

Bio-Anbau in der Cloud - Die Zukunft der Bio-Agrarwirtschaft?

 

 

Eine heupd - Reportage aus Madrid und Suelo Ligero

 

Text: Henri Stübner und Joshua Stübner

Bilder: Johannes Kayßer und Ursula Stübner

 

Die Rettung der Biolandwirtschaft? Anbau in der Cloud

 

 

Klar ist: Bio-Anbau wird immer schwieriger. Auflagen werden erhöht, neue Gesetze entworfen und den Bauern wird akribisch auf die Finger geschaut. Diese strengeren Verordnungen haben durchaus eine gewisse Rechtfertigung, doch es wird problematisch, wenn die Bio-Bauern die Kontrolle über ihren sauberen Anbau verlieren. Durch den großräumigen Einsatz von Pestiziden, Herbiziden und Insektiziden in der konventionellen Agrarwirtschaft müssen sich die Bio-Bauern zunehmend für gefundene Rückstände in ihren Produkten rechtfertigen.

 

 

 

Das Problem mit den Pestiziden der Anderen

 

Hummel auf SchaDie Hummeln, Meisterinnen in Überwindung der Schwerkraft, fühlen sich in dieser Höhe pudelwohlbzigerklee - mitten in den Wolken


Den zugrunde liegenden Mechanismus haben wir und andere schon erläutert. Hier nochmal die Zusammenfassung: Im konventionellen Anbau spielt Effizienz eine große Rolle: Flugzeuge werden für die großflächige Verbreitung der Chemie eingesetzt und starke Mittel werden verwendet, die möglichst viele Bereiche abdecken und im Idealfall sogar noch die Resistenz der Pflanze fördern. Durch Wind, Wasser und sogar kleine Tiere werden nun aber diese Gifte über die eigenen Felder hinaus verbreitet. Frisch gespritzt, sorgt schon ein kleiner Regen oder ein schwacher Wind dafür, dass der Bio-Bauer plötzlich Pestizide mitten in seinen Feldern findet. In einigen Fällen kann das sogar schon durch das Grundwasser geschehen.

Doch in Bioprodukten sind jegliche Rückstände dieser Substanzen verboten. Schon ein kleiner Nachweis auf ein Pestizid führt dazu, dass die Ware nicht mehr (als Bio) verkauft werden kann. Das ist ziemlich schwierig für die gewissenhaften Bauern, die mit viel Aufwand, Geld und Liebe ihre Felder biologisch pflegen, nur um dann durch so ein Unglück um ihren verdienten Lohn gebracht werden.

 

 

Neue Ansätze kamen, doch funktionierten sie nicht

 

Das hat der Bio-Agrarwirtschaft in letzter Zeit deutlich zu beißen gegeben. Verschiedene Möglichkeiten werden getestet, die Abhilfe schaffen sollen. In Brandenburg versuchte man, Bio-Anbau unter Schutz-Vlies zu betreiben - nur um auf weitere Probleme zu stoßen. Es schien alles gut zu gedeihen, bis die Bauern versuchten, die Pflanzen zu ernten: Als sie das Vlies anhoben, vielen alle Pflanzen, die sich mittlerweile an die wohligen Temperaturen und die Dunkelheit gewöhnt hatten, einfach in sich zusammen. Das war ein riesiger Schreck für die Bauern mit verheerenden Folgen. Wir sprachen mit einem Bauern, der sich auch an dieser Technik versuchte:



"Nach den vielen Problemen mit Pestiziden hatten wir versucht, unseren Weißkohl jetzt unterm Vlies anzubauen. Tja, das schien ganz gut zu funktionieren, bis wir dann vor 2 Wochen ernten wollten. Zur Ernte muss man natürlich das Vlies runter nehmen. Als wir das gerade anhoben, gingen die Weißkohle in wenigen Minuten ein - wurden platt und verloren sämtliches Volumen... Es war fast, wie das falsche Öffnen einen Backofens beim Soufle. Einfach platt. Wir waren fassungslos und mussten die Ernte leider entsorgen. Finanziell war es ein Desaster" - Helmut Iob, Bio-Bauer aus Brandenburg

 

Es wurden weitere, ähnlich verlaufende Tests durchgeführt. Versuche mit goldenem Vlies schienen sehr vielversprechend, bis sie alle nach und nach verschwanden.

 

 

 

Der Durchbruch - Aufbruch in ungewisse Höhen

 

Ein Feld in der Cloud: So schön kann Landwirtschaft sein


Doch jetzt scheint ein revolutionärer Lösungsansatz gefunden worden zu sein: Bio-Anbau in der Cloud wird das Konzept genannt. Und das ist hier buchstäblich gemeint - Der Anbau findet in den Wolken statt. Entwickelt wurde es Spanien, genauer gesagt in Suelo Ligero, einem kleinen Ort im Nord-Osten.


Professor Dr. Enrico Tutep von der "Universidad Complutense de Madrid", einer der ältesten und renommiertesten Universitäten der Welt, war bereit, uns alle Einzelheiten zu erklären.


"Bauern mischen Biogas bzw. Treibhausgase unter die Erde, wodurch sie signifikant an Dichte verliert. Die Dichte dieser Mischung fällt sogar unter diejenige der Luft, sie wird sozusagen leichter als Luft und fängt an zu schweben. Genau wie bei einem Heißluftballon."



Dieses Experiment könnte riesige Fortschritte für den Bio-Anbau bedeuten. Obendrein ist es auch noch klimaschonend:



"Der Clou an der ganzen Sache ist, dass die Gase dauerhaft in der Erde gebunden bleiben und so keine schädlichen Auswirkungen auf die Erderwärmung haben. Für die Pflanzen macht das beigefügte Gas keinen Unterschied, da es durch die Bindung mit der Erde von ihnen gar nicht aufgenommen werden kann."

Nach unserer Rundführung wurden wir wieder mit dem Heißluftballon abgeholt

Professor Dr. Tutep lud uns ein, das ganze mal vor Ort anzuschauen. Gemeinsam besuchten wir den Bio-Kleinbauern José de Peso direkt in Suelo Ligero, wo er am Pilotprojekt mitgearbeitet hat. Er zeigte uns die Felder und erzählte uns, dass es zwar aufwändig sei so ein Feld zu produzieren, es dann aber sehr viele Vorteile gäbe. Im Himmel sei die  Schadstoffbelastung verschwindend gering, da handelsübliche Pestizide nicht so weit aufsteigen können. Für den Bioanbau ist dies ein entscheidender Vorteil. Außerdem scheine so weit über den Wolken immer die Sonne und das Sonnenlicht habe in der Höhe so viel Qi (Chi), dass die Pflanzen von ganz alleine gedeihen.

 


Leider gibt es noch einen Nachteil: In diesem sehr lockeren Boden ist es noch nicht möglich, Bäume anzubauen, da diese dort keinen Halt finden. Doch an diesem Problem arbeiten die Erfinder schon. Sie versuchen, dem ganzen mehr Halt zu geben und bisher scheint ein Beimischen von homöopathisch aufbereitetem radioaktivem Abfall vielversprechend. Auch dieser scheint für die Pflanzen gänzlich ungefährlich, ja sogar förderlich. Der homöopathische radioaktive Abfall scheint mit der Sonneneinstrahlung und dem Qi in einem Gleichgewicht zu stehen, in dem die Pflanzen besonders viel Energie aufnehmen und so größer und stärker werden, als je zuvor - und das auch noch vollkommen Bio.


Zukünftig wollen die Wissenschaftler und Bauern eine Steuerung für die Felder entwickeln, die es ihnen ermöglicht, die Felder aus Gewitterstürmen heraus zu fliegen und diese somit zu vermeiden.

 

 

 

 

Manchmal müssen es eben doch Pferde sein: Zur Zeit wird daran gearbeitet, die Pferde wohlbehalten in die Cloud upzuloaden

Ob dies die Lösung aller Probleme ist, bleibt abzuwarten. Die Bauern scheinen sehr zuversichtlich und arbeiten schon fleißig daran, weitere Felder in die Luft zu schicken. Bis 2025 wollen sie in Spanien den kompletten Bio-Anbau in die "Cloud uploadet" haben - so der Fach-Terminus. Wir werden regelmäßig von der weiteren Entwicklung berichten. ¤

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

heupd - Pressedienst für unterbliebene und unterdrückte oder sich selbst erfüllende Nachrichten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Tags: bio, cloud, agrar, heupd
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Bild - keine Worte

Kathrin Franckenberg: Heilige Ursula am 21.10.

 

Kathrin Franckenberg: Hl. Ursula

 

 

So kann es gehen:

"Hier habe ich eine kleine Zeichnung - zu der ich keine Worte habe."

"Das Bild erinnert mich an die heilige Ursula. Sie wird oft so dargestellt, dass sie schützend mit so einem entschlossenen Gesicht vor ihren Gefährtinnen steht, als die Hunnen angreifen,  auch Goya hat sie so gemalt."

 

 

 

 



Kathrin Franckenberg
Kathrin Franckenberg ist Künstlerin, Meisterschülerin von Michelle Cassou, USA ("Point Zero Painting"), Kunstglaserin, ausgebildet im "Begleiteten Malen", Ergotherapeutin, SI-Therapeutin (DVE) für Kinder, tätig in der Erwachsenenbildung und begleitet seit mehreren Jahren kleine und große Menschen auf ihrem kreativen Weg.   Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.malfreude.de

Wer mehr zum Malfreude Atelier anschauen möchte, kann dies nun auch auf YouTube tun. 6 Minuten Einblicke unter:

https://www.youtube.com/watch?v=toyIS39bpxU

 





"Galumphierend:
 
Hat in seinem Wortklang etwas Lebendiges. Wie ein freudiges, galoppierendes Pferd seiner inneren Bewegung zu springen und zu hüpfen folgt, so folge ich auch mit dem Pinsel in der Hand, dem, was sich in mir regt. Und dem, was mich auch von „Außen“ berührt und bewegt. Was entsteht, in mir, ist auch diese Lebendigkeit, die verschiedenen Tempi, wenn es langsam wird, wenn ich stolpere, wenn ich falle, wenn ich wieder aufstehe – metaphorisch gesehen – und es hat auch eine Qualität von Absichtslosigkeit und nicht festlegen wohin, kein Ziel, ein Im Moment erleben mit der permanenten Möglichkeit, alles wieder zu zerstören und zu verändern. Das ist das spielerische Element. Das ist das Kreative. Das ist Spiel. Alles fällt auch wieder auseinander und wird neu zusammen gepuzzled, um sich beim nächsten Pinselstrich wieder zu transformieren. Es ist ein lebendiger Prozess, im Geboren werden und Sterben – ein Feld, das Kreativität ist. Ein Raum des alles und nichts, aus dem heraus Kreativität sich als Form und Farbe sichtbar werden lässt. Spontan, unreflektiert, unzensiert, erforschend, momentan…
 

Ja, und vielleicht berührt es etwas, das der Betrachter auch in sich kennt…"  

Kathrin Franckenberg

 

 

 

 

 

 

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Tags: point zero painting, authentisches malen, intuitives malen, kreativität, kunst
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